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09.06.2009

Flugsicherheit: Wie gefährlich sind Reisen mit dem Flieger?

Kategorie: Flug News
Von: mb

Flugzeuge gelten landläufig als das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Doch stimmen die Statistiken wirklich? Focus Online hat nachgerechnet und kommt auf unterschiedliche Ergebnisse.

Verlier im Test: das Auto / © by M e d a - flickr.com

Verlierer im Test: das Auto / © by M e d a - flickr.com

"Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe" soll der große Staatsmann Winston Churchill einmal gesagt haben. Doch wie unzuverlässig sind Statistiken wirklich? Wie sieht es mit jener Behauptung aus, dass Flugzeuge das sicherste Verkehrsmittel sind und das Risiko, in einer Flugmaschine umzukommen, am niedrigsten ist?

Wie Focus Online berichtet, fürchten sich rund 20 Prozent der Deutschen vor dem Fliegen. Dies ist aufgrund des verheerenden Ausmaßes von Flugzeugunglücken umso verständlicher. Denn kommt es tatsächlich zu einem Absturz, endet dieser oft tödlich und reißt nicht selten sämtliche Passagiere in den Tod - zuletzt im tragischen Unglück des Air France-Flugs 447.

Doch Havarien sind in der Luftfahrt ein äußerst seltenes Ereignis. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz umzukommen, so wird uns vorgerechnet, ist kleiner, als vom Blitz erschlagen zu werden. Laut der International Air Transport Association (IATA) liege diese bei 0,000012 Prozent. Das Flugzeug sei somit das sicherste aller Verkehrsmittel.

Es kommt jedoch sehr auf die Art der Berechnung an. Wie der Mathematiker Falk Ebert gegenüber Focus erläutert, ist vor allem entscheidend, welche Zahlen man mit welchen Größen ins Verhältnis setzt. So kann man etwa die Zahl der Abstürze mit der Anzahl der Flüge vergleichen, oder die Menge der ums Leben gekommenen Passagiere mit den insgesamt transportierten Fluggästen. 

Der Statistiker Walter Krämer von der Technischen Universität Dortmund rechnet vor: Nimmt man Personenkilometer als Grundlage der Berechnung, stellt sich das Flugzeug tatsächlich als sicherstes Transportmittel heraus.

Ein Flug von Frankfurt nach Sidney mit 300 Passagieren und 12.000 Flugkilometern kommt auf 3.600.000 Personenkilometer. Vergleicht man die durchschnittlich auftretenden Todesfälle von Bahn und Flug auf einer Strecke dieser Länge, entpuppt sich der Flieger als Sieger. Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalls ist im Zug drei mal so hoch wie im Flugzeug.

Nimmt man jedoch die Anzahl der Stunden als Grundlage, die ein Passagier in dem jeweiligen Reisemittel verbringt, kommt man auf ein anderes Ergebnis.

 

Bei dieser Rechenart wird etwa ein einstündiger Flug von München nach Paris mit einer einstündigen Zugfahrt von München nach Nürnberg verglichen. Wie hoch ist dabei die Chance, innerhalb der nächsten Stunde in dem jeweiligen Reisemittel zu verunglücken?

Tatsächlich dreht sich hier das Ergebnis um: Pro 100 Millionen Passagierstunden, so Krämer, ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Flugzeug zu verunglücken, drei mal so hoch wie mit der Bahn.

Dennoch warnen die Experten davor, Statistiken generell als falsch einzustufen. Gerd Gigerenzer vom Max Planck-Institut für Bildungsforschung etwa rät, statistisch denken zu lernen. Vor allem solle man danach fragen, auf was genau sich die Daten beziehen, und wer sie erhoben hat.

In einem sind sich die Statistiker indes einig: Sowohl Bahn als auch Flugzeug sind deutlich sicherer als das Auto. Wer mit dem Auto zum Flughafen gefahren ist, so Gigerenzer, habe den gefährlichsten Teil der Reise bereits hinter sich.

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Quelle: Focus Online

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