Vogelschlag im Triebwerk: Gefährdung für den Flugverkehr
Von: if
Glück im Unglück für die 254 Passagiere von Condor-Flug DE 1032 am letzten Montagmorgen auf dem Weg nach Hurghada. Kurz nach dem Start geriet die Maschine in einen Vogelschwarm: Ein Alptraum für Besatzung und Passagiere.
In Folge des Vogelschlags fiel das linke Triebwerk der Boeing 757-300 aus, woraufhin sich die Crew für eine Umkehr nach Hamburg entschied. Dort wurde wie immer in solchen Fällen die Feuerwehr alarmiert, die allerdings nicht zum Einsatz kam. Der Pilot konnte die Maschine mit eienm Triebwerk sicher in Hamburg landen.
Das Problem des Vogelschlags in der Luftfahrt verursacht weltweit jährlich einen Schaden von über einer Milliarde US-Dollar und stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Flugsicherheit dar.
Geraten Vögel in die Triebwerke von Flugzeugen, in der Luftfahrt als Foreign Object Damage, (FOD) bezeichnet, kann wie oben geschehen ein Triebwerksausfall die Folge sein. Die Kollisionen mit Flugzeugen kommen während der Start- oder Landephase und Flughöhen unter etwa 3000 Meter vor. Ein Triebwerksausfall in so geringer Höhe ist besonders kritisch, da nur wenig Zeit für die Vorbereitung einer Notlandung bleibt.
Dramatischer als der Zwischenfall in Hamburg war die Notwasserung eines Airbus der US Airways im Hudson River in New York am 15. Januar 2009 . Vogelschlag haate beide Triebwerke lahmgelegt. Alle 155 Personen an Bord konnten in spektakulären Aktionen gerettet werden. Der Pilot wurde als Held gefeiert.
Moderne Triebwerke und Kabinengehäuse müssen eine Vogelschlag-Resistenz aufweisen. Entsprechende Tests für Turbinen und Struktur eines Fliegers schreiben die Zulassungsbehörden wie EASA und FAA vor.
Flughäfen wenden eine Kombination von Methoden an, um bei Start und Landung Vogelschwärme fernzuhalten. Neben der Vorhersage und der konkreten Warnung an die Piloten vor Vogelschlag nutzt man hauptsächlich das Instrument des Biotopmanagements. Dabei wird der Airport und seine Umgebung für Vögel nachhaltig unattraktiv gestaltet, so dass diese sich dort möglichst nicht aufhalten oder gar brüten können.
Darüber hinaus werden in Deutschland gelegentlich Vergrämungsmethoden angewendet. Es handelt sich in der Regel um Pyrotechnik, die aus Signalrevolvern verschossen wird. Der erzeugte Knall vertreibt in der Regel die Vögel kurzfristig.
An großen Flughäfen im Ausland wird zuweilen mit Hilfe von Greifvögeln und anderen Maßnahmen wie der Beschallung mit künstlich erzeugten Tierstimmen versucht, das Terrain vogelfrei zu halten.
Moderne Radartechnik , die unter dem Begriff Operational Risk Management (ORM) an immer mehr Flughäfen Einzug hält, erlaubt es zusätzlich, die Vogelschlagrisiken zu minimieren.
Trotzdem lässt sich ein Restrisiko, wie der letzte Zwischenfall in Hamburg eindrucksvoll in Erinnerung ruft, nicht ausschließen, kommt zum Glück aber sehr selten vor.
www.ab-in-den-urlaub.de
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