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Catania – Die Stadt unter dem Berg

Typische Architekur in Catania / eye of einstein © flickr.com
Typische Architekur in Catania / eye of einstein © flickr.com

Sollte es jemals gelingen, Feuer mit Wasser zu vereinen, so ein altes Sprichwort, entstehe eine Perle. Mit der Stadt Catania konnten genau diese Gegensätze zusammengebracht werden. Auch wegen ihrer Schönheit gilt Catania als Perle zwischen Mittelmeer und dem größten Vulkan Europas, dem Ätna. Der Name der 2700 Jahre alten Stadt "Catania" bedeutet "Stadt unter dem Berg".

Italienische Schulkinder lernen den Unterschied der beiden größten Vulkane des Landes folgendermaßen: Während der Vesuv als unberechenbar gilt, wird der Ätna mit einer schlafenden Katze verglichen, die gelegentlich aufwacht und bei schlechter Laune eine große Zerstörungskraft entwickeln kann. So musste Catania dann auch mehrere Zerstörungen durch Vulkanausbrüche und Erdbeben verkraften. Allerdings wurde sie stets in neuem Glanz wiedererrichtet. Die Bewohner nutzten den schwarzen Vulkanstein und schufen damit eine einzigartige Architektur.

Die bislang schwersten Zerstörungen fanden im 17. Jahrhundert statt. Die barocke Altstadt Catanias wurde nach einem schweren Vulkanausbruch im Jahre 1669 und einem folgenden Erdbeben 1693 errichtet. Diese beiden Katstrophen dezimierten die Bevölkerung Catanias auf ein Drittel der ehemals 30.000 Einwohner zählenden Stadt und sorgten für eine völlige Zerstörung der Gebäude. Federführend beim Wiederaufbau Catanias war der italienische Baumeister Giovanni Battista Vaccarini. Die Straßen und Plätze der Stadt, viele der über 100 Kirchen und zahlreichen Paläste wurden mit dem schwarzen Vulkangestein erbaut und verleihen der Stadt ein unverwechselbares Antlitz.

Viele Völker haben im Laufe der Jahrhunderte in Catania gesiedelt und ihre Spuren und Baustile hinterlassen. Neben den Römern und Griechen waren dies vor allem Normannen, Schwaben, Araber, Franzosen und Spanier, die alle einmal auf Sizilien geherrscht haben.

Die Lebenslust und der für Sizilien ungewöhnliche Unternehmergeist der Catanier erklärt sich wohl auch aus der Lage der Stadt, der ständigen Erwartung eines neuen Ausbruchs oder Eroberers. Im Gegensatz zu Palermo, der größten Stadt Siziliens, gibt es in Catania eine ausgeprägte antiklerikale und demokratische Tradition. Entsprechend konnte sich hier die Mafia auch nie wirklich durchsetzen.

Der Komponist Vincenzo Bellini gehört zu den berühmten Söhnen und Töchtern der Stadt. Bis heute sind seine Werke weltberühmt und werden in den besten Opernhäusern häufig aufgeführt. Der sizilianische Komödiant Angelo Musco ist ebenfalls ein Catanier und ein Idol für viele aufstrebende Schauspieler in Italien.

 

An den Hängen des Ätna, der fast das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt ist, wurden bereits früh Eisspezialitäten gepflegt, Sorbets gehören etwa zur Spezialität Catanias. Eisdielen gibt es hier in Hülle und Fülle.

Ein tradionelles Gericht ist die Pasta ca Norma, Nudeln mit Auberginen. Nach Meinung von Angelo Musco schmecken diese so köstlich wie eine Oper von Bellini. Ebenfalls sehr beliebt ist in Catania das Reisegericht Arrancine. Sehr gute traditionelle Küche gibt es zum Beispiel seit über 100 Jahren in der Pasticceria Savia an der Ecke Via Etnes und Via Umberto.

Einen schnellen Kaffee für zwischendurch gibt es an einem der zahlreichen Chioscos (Kioske). Empfehlenswert ist hier etwa die Chiosco Costa Umberto auf der Piazza Spirito Santo 7.

Ein Besuch Catanias ist das ganze Jahr über attraktiv. Besonders schön ist es in Sizilien aber während des Frühjahrs, wenn die Botanik in voller Blüte ist.

Catania - Sehenswürdigkeiten

Einen Rundgang durch das historische Catania kann man etwa an dem Piazza Duommo beginnen. Hier befindet sich eines der Wahrzeichen der Stadt, der schwarze Lavaelefant, der einen Obelisk aus hellem Granit trägt. Das Denkmal wurde im 18. Jahrhundert von Giovan Battista Vaccarani gestaltet.

Die Basilica Cattedrale wurde zwischen 1078 und 1093 erbaut und ist der Heiligen Agata, Schutzpatronin Catanias, geweiht. Hier liegt das Grab der Heiligen, die sowohl von Christen, wie auch Juden und anderen Konfessionen verehrt wurde. Ebenfalls in der Basilica wurde Vincenzo Bellini beerdigt. Nachdem der Dom in schweren Erdbeben zerstört wurde, folgte in den Jahren zwischen 1709 und 1761 der Wiederaufbau in barockem Stil.

 Von dem barockem Piazza Manzini gelangt man über die Via Transito mit ihren vielen kleinen Läden zum Castello Ursino. Friedrich II. liess die Festung in den Jahren 1239 bis 1250 erbauen. Sie diente seither als Burg, Palast, Gefängnis, Garnison und heute als Museum. Das Städtische Museum von Catania, das museo civico, befindet sich heute in dem Castello.

Auf keinen Fall verpassen sollte man einen Besuch des Teatro antico e Odeon.. In diesem antiken Theater, das im 1. oder 2. Jahrhundert auf einer älteren griechischen Anlage erbaut wurde, fanden einst an die 7.000 Zuschauer Platz. Direkt neben dem Theater befindet sich das Odeon, wo musikalische Stücke aufgeführt wurden.

Auf der ehemaligen Akropolis der griechischen Siedlung an der Piazza Dante befindet sich heute eine ehemalige Benediktinerabetei, das Monastero di San Nicolo L'Arena. Das Gebäude wird von der Universität von Catania genutzt, der ältesten und bis heute größten Universität Siziliens.

In der Umgebung des Kloster kann man die illustre Geschichte Catanias nachvollziehen. Hier finden sich jungsteinzeitliche Gräber, Spuren der griechischen Besiedlung, römische Thermen und mittelalterliche Wehrbauten.

Die starke Bindung der Catanesen zu ihrer Schutzheiligen wird in den drei Kirchen deutlich, die ihr geweiht wurden, die Chiesa di Sant' Agata la Vetere, der Santuario di Sant' Agata al Carcare und die Chiesa di San Biaggio. Die Märtyrerin hatte einst die Ehe mit dem römischen Statthalter verweigert und wurde an der Stelle verbrannt, wo sich heute das San Baggio befindet.

Die berühmte Elefantenstatue vor dem Dom zu Catania / francesco sgroi © flickr.com
Die berühmte Elefantenstatue vor dem Dom zu Catania / francesco sgroi © flickr.com

Besonders sehenswert sind die ausgegrabenen Ruinen des Anfiteatro Romano, das einst aus Lavagestein und Marmor erbaut wurde. Es gilt als das drittgrößte Amphiteather des antiken römischen Reichs.

Entlang der Via Etnea geht es zum Orto Botanico. Neben Gewächsen aus aller Welt ist hier die Flora Siziliens ausgestellt. Die Kräutersammlung des Botanischen Gartens ist berühmt.

Im Palazzo della Scienzia befindet sich das Museo die Mineralogia Paleontologia e Vulcanologia, Corso Italia 55. Tel. 7195767, Besichtigung nach Voranmeldung.

Ein kleiner Tipp: Das Touristenbüro in der Via Cimarosa 10, Tel, 7306222, bietet wochentags um jeweils 9 Uhr eine kostenlose Führung durch Catania an.

 

Catania - Insidertipps: Ein Ausflug auf den Ätna 

Wer genug Zeit hat, sollte sich einen Ausflug auf den Ätna nicht entgehen lassen. Am Hauptbahnhof, der Statione Centrale, fährt täglich um 8.15 morgens ein Bus der Gesellschaft AST nach Nicosia ab. Ab Nicosia erreicht man per Seilbahn ein Höhe von 3.000 Metern. Um 16.30 kann man bereits wieder zurück in Catania sein.

Ebenfalls beeindruckend ist eine Aufführung in einem typisch sizilianischen Puppentheater. Schillernde Rittermarionetten agieren hier als Schauspieler. Marionettistica F.lli Napoli, Via Reitano 55, Tel. 0039 095 341052.

 

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