Was sind Billigflieger?

Boarding bei Ryanair typischerweise auf dem Rollfeld /zugaldia © flickr.com
Billigflieger sind Fluggesellschaften, die zumindest einen kleinen Teil der verfügbaren Sitzplätze auf Linienflügen zu Preisen anbieten, die weit unter dem Durchschnitt liegen.
Andere Bezeichnungen für Billigfluglinien:
● Billigairlines
● Günstigflieger (vor allem in Österreich)
● Low Cost Airlines
● Low Cost Carrier
● No Frills Airlines (no frills: engl. für: “kein Schnickschnack”)
● Budget Airlines
● Discountflieger
● Diskontflieger
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Geschichte
Nach dem Modell der 1971 von den Southwest Airlines in den USA ins Leben gerufenen Billigfluggesellschaften startete Ryanair 1991 seinen Low Cost Flugbetrieb von Waterford in Südirland nach London und expandiert seit 1995 europaweit.
1995 beschloss British Airways die Gründung einer eigenen Low-Cost-Sparte mit dem Namen Go, die 1998 den Betrieb ab dem Londoner Flughafen Stansted aufnahm. Im gleichen Jahr startete easyJet ab London Luton den Flugbetrieb im niederen Preissegment. KLM folgte dem Beispiel der British Airways im Jahr 2000, in dem sie die Low-Cost-Airline Buzz gründete.
In Europa gehören EasyJet und Ryanair zu den erfolgreichsten Billigfluglinien, die aufgrund der Deregulierung im Flugverkehr ihre Passagierzahlen enorm steigern konnten. Seit Ryanair im Februar 2002 (100 km von Frankfurt am Main entfernt) mit “Frankfurt-Hahn” eine Basis eröffnet hat und im Herbst 2002 mit Germanwings und Hapag-Lloyd Express zwei deutsche Billigfluggesellschaften vom Flughafen Köln-Bonn gestartet sind, boomen die Billigflieger auch in Deutschland.
Zwischen 1994 und 1999 hat sich die Anzahl der Billigflug-Passagiere nahezu versechsfacht. Die meisten der 17,5 Millionen flogen mit Ryanair. Der Name wurde zum Synonym für den Billigflug schlechthin und steht auch heute noch für ein minimalistisches Konzept, das dem Passagieren im Gegenzug für ein günstiges Ticket einige Unbequemlichkeiten zumutet. Berüchtigt ist z.B. die Gebührenpolitik von Ryanair bei den Aufschlägen für Übergepäck. Hier kann bei einigen zusätzlichen Kilos der Aufpreis schon mal die Kosten für das Flugticket weit überschreiten.
Auch die großen Linienfluggesellschaften mischten mit im Preiskampf um die Billigflüge. Frühbucher können innerhalb Europas z.B. auch mit Lufthansa, Air France und British Airways für 50 Euro fliegen.
Die Lufthansa hat ihrem “better-fly”-Konzept schlagartig 3.000 Fluggäste mehr pro Tag zu verdanken. Seit April 2006 bietet sie monatlich 350.000 Tickets zum Einstiegstarif von 99 oder 109 Euro für den Hin- und Rückflug an, die reißenden Absatz finden.
Das bekommen die Billig-Airlines zu spüren, insbesondere jene, die nur die Flughäfen abseits der europäischen Metropolen anfliegen. Dennoch bleiben sie preislich unschlagbar.
Die Kontingente der absoluten Dumpingpreise liegen meistens bei höchstens 10%. Die übrigen Tickets werden gestaffelt zu regulären Preisen verkauft.
Je früher gebucht wird, desto billiger ist in der Regel der Flug. Aber der Begriff “billig” ist relativ. Je nach Reiseziel Reisezeit und Fluggesellschaft kann “billig” 19, 50, 99 oder gar 150 Euro bedeuten. 0,01 bis 5 Euro für einen innereuropäischen Flug, das klingt verlockend. Steuern, Gebühren und Kerosinzuschlag sind in diesen Lockangeboten nie enthalten.
Wichtig für alle, die einen möglichst preiswerten Flug buchen wollen:
- Preise der verschiedenen Airlines genau vergleichen
- flexibel sein, einen Tag vor oder nach dem gewünschten Termin sehen die Preise möglicherweise schon wieder ganz
anders aus
- Nebenkosten einkalkulieren
- Um über günstige Angebote der Fluggesellschaften informiert zu sein, deren Newsletter abonnieren oder Preise vergleichen, z.B. über diesen Link:
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Nur Flug? Was kostet ein Flugticket wirklich?
Zum Schnäppchenpreis, mit dem die Fluglinie ihre Kunden ködert, kommen noch die Zusatzkosten. Es ist durchaus empfehlenswert, bei Online-Buchungen den Ticketpreis bis zum Abschluss genau im Auge zu behalten. Die Zuschläge und Entgelte muss jeder Passagier zahlen, unabhängig von der Fluggesellschaft. Meist sind sie allerdings im Ticketpreis enthalten und werden nicht gesondert ausgewiesen.
Gebühren und Zuschläge, die zusätzlich anfallen können:
● Mehrwertsteuer
Für Flüge innerhalb Deutschlands werden 19 % Mehrwertsteuer erhoben, grenzüberschreitende Flüge sind (noch) steuerfrei.
● Kerosinzuschlag
Die gestiegenen Kosten für Treibstoff werden sowohl von Fluggesellschaften als auch von Reiseveranstaltern an die Kunden
weitergegeben. Die Beträge werden meist separat ausgewiesen.
● Passagiergebühr
(Passenger Service Charge/PSC, Airport Passenger Charge, Airport Taxes).
Die Passagiergebühr ist die Gebühr, die die Fluggesellschaft für jeden Passagier an den Flughafen zu zahlen hat.
● Sicherheitsgebühr
Sie wird erhoben für die Sicherheitskontrollen bei Passagieren und Gepäck, sowie für die Aufrechterhaltung der Sicherheit während des Fluges. Die Höhe der Gebühren ist der Website des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnen zu entnehmen.
http://www.bmvbs.de/Verkehr/Luft-,1486/Luftsicherheitsgebuehr.htm
● Start- und Landeentgelte
Je lauter ein Flugzeug ist, desto höher sind die Start- und Landeentgelte. Nachtflüge zwischen 22 und 6 Uhr werden mit besonders
hohen zusätzlichen Entgelten belegt.
● Gepäckzuschläge
Einige Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder EasyJet verlangen extra Gebühren für einzuckeckendes Gepäck. Nur Handgepäck ist hier gratis. Zudem entstehen Zusatzgebühren für Übergepäck.
● Bearbeitungs- und Buchungsgebühren
Sie werden bisweilen bei Online-Buchungen berechnet.
● Service-Gebühren
Bearbeitungsgebühr bei Zahlungen mit Kreditkarte oder im elektronischen Lastschriftverfahren.
Die Zuschläge halten sich für den einzelnen Flugpassagier in Grenzen. Die Fluggesellschaft rechnet in anderen Dimensionen. Bei einem Fluggastaufkommen von z.B. 13,5 Mill. Personen im Jahr kann man sich ausrechnen, wie schnell sich auch der geringste Zuschlag summiert.
Was die zusätzlichen Kosten bei einem scheinbar billigen Flug auch in die Höhe treiben kann:
● Die weite Anfahrt zum Flughafen. Frankfurt Hahn z.B. liegt keineswegs bei der Mainmetropole, sondern 120 km weiter westlich im
Hunsrück.
● Parkgebühren
● Die Fahrt vom Zielflughafen in die Metropolen und zurück, z.B. vom Flughafen Bratislava nach Wien, von Bergamo oder Malpenso
nach Mailand, von Luton nach London.
● Taxikosten, wenn ein Flugzeug so spät am Ziel ist, ob planmäßig oder durch Verspätung, dass keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr erreicht werden können.

easyJet: Billigflieger auf dem Höhenflug / © easyJet
Fliegen zu Schnäppchenpreisen?
Wer einen Billigflug bucht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ihn an Bord nicht der übliche Service erwartet. Um günstige Preise zu garantieren, wird an anderer Stelle gespart. Keine Billigflug-Gesellschaft steuert freiwillig in den Ruin. Es muss sich schon rechnen, und das geht nicht nur über die Menge der verkauften Tickets.
Auch wer einen Billigflug bei einer großen Airline ergattert hat, muss Abstriche machen und akzeptieren, dass es Schnäppchenpreise nur zu bestimmten Zeiten und zu bestimmten Zielen gibt.
Das No Frills-Konzept reiner Billigflug-Gesellschaften
● Offensive Werbung für Schnäppchenangebote, die nur für ein kleines Kontingent und für frühe Buchungen gelten
● Keine unterschiedlichen Passagierklassen
● Um Reparaturkosten gering zu halten, wird nur mit einem Flugzeugtyp geflogen, z.B. Ryanair: Boeing 737, Easyjet Boeing 737 und Airbus A 319. Die Bestuhlung ist dichter als bei anderen Airlines.
● Keine zugeteilten Sitzplätze, sondern freie Sitzwahl
● Hohe Flugzeug-Auslastung (daily utilisation), z.B. Easyjet 10,7 Stunden am Tag.
● Kurze Standzeiten, ca. 30 Minuten
● Nur Direktflüge. Keine Abstimmung mit anderen Flugplänen. Falls ein Anschlussflug erforderlich ist, kein Transfer.
● Es werden abgelegene, kleine Flughäfen abseits der Ballungszentren mit wenig Verkehr und geringen Gebühren angeflogen.
● Eingeschränkter bzw. gar kein Bordservice. Getränke und Imbiss gegen Bezahlung, keine Zeitungen/Zeitschriften, keine Kissen
und Decken und damit verbundene Reinigungskosten.
● Mindestbesatzung, die sehr flexibel eingesetzt wird
● Personaleinsparung durch Ticketverkauf im Direktvertrieb
● Engere Bestuhlung, dadurch mehr Passagiere
● Wenig Personal in der Verwaltung (Lean Management)
Fernflüge für unter 150 Euro
An Fernflügen zu Schnäppchenpreisen von unter 150 Euro, wie sie u.a. die Condor und Air Berlin bei Sonderaktionen anbieten, können sich nur wenige Glückspilze erfreuen. Es muss sich rechnen. Wie der Air Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel erklärt, müsse das Unternehmen bei einem Flug von Europa nach New York im Schnitt 500 Euro pro Ticket verlangen, um auf seine Kosten zu kommen.
Nur auf Kurzstrecken kann eine Fluglinie etwas sparen. Auf Langstrecken können die Billigflieger ihr No-Frills-Konzept Verzicht auf Komfort, Service und Beinfreiheit etc. - nicht mehr problemlos anwenden.
Wenn bei der Abwicklung am Boden ein paar Minuten rausgeholt werden, trägt das bei innereuropäischen Flügen vielleicht zur Pünktlichkeit bei. Bei einem Langstreckenflug bringt es nichts.
Wie Ryanair und Germanwings winken auch andere europäische Billigflug-Gesellschaften ab. Trotzdem steigt das Angebot an günstigen Fernflügen, und man tut gut daran, vor allem bei den genannten Spezialisten Condor und AirBerlin/LTU reinzuschauen, bevor man seinen Langstreckenflug voreilig und möglicherweise überteuert bei gängigen Linienfliegern bucht.
Meilen sammeln beim Billigflug
Das Miles & More-Kärtchen können Sie nicht bei jedem Billigflug einsetzen, da nur Condor und Austrian Airlines der Star Alliance angeschlossen sind.
Um Kunden an sich zu binden, haben verschiedene Airlines eigene Bonusprogramme gestartet.
● Air Berlin/LTU: Top Bonus
● TUIfly: Blue Miles
● Germanwings: Boomerang
● Condor: Miles&More
Wer nur 1 oder 2 Mal im Jahr innerhalb Europas fliegt, braucht sich nicht weiter um einen Bonus zu kümmern. Er wird wahrscheinlich nie so viele Punkte erfliegen, um sie innerhalb der Frist von 2 oder 3 Jahren einlösen zu können. Man erhält z.B. für einen Flug mit Air Berlin nach Mallorca 1000 Punkte. Für einen innerdeutschen Freiflug muss man 7.500 Punkte einlösen, einen einfachen Flug nach Mallorca erhält man für 12.500 Punkte. Bei Air Berlin fallen keine weiteren Kosten mehr an. Bei anderen Billigfliegern müssen die Zusatzkosten extra bezahlt werden.
www.ab-in-den-urlaub.de
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