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Die Vegetation und Tierwelt Kanadas

Bären beim Lachsfang
Bären beim Lachsfang

Indian Summer und Wälder in Kanada

Vor allem die Laubwälder Ontarios liefern im Herbst ein außerordentliches Farbenspiel. Die leuchtenden Rottöne der Ahornbäume, die im Frühjahr den beim kanadischen Frühstück unverzichtbaren Maple Syrup liefern, und das strahlende Gelb der Eichen, Birken und Espen finden in Europa kaum ihresgleichen. Die intensive Blätterfärbung entsteht durch den früh im Jahr einsetzenden Nachtfrost.

Nach Norden hin nimmt der Anteil der Nadelbäume zu, bis in subarktischen Gefilden schließlich der boreale Nadelwald dominiert. Die unendlichen Wälder Kanadas bieten Hirschen, Elchen, Schwarzbären, Bibern, Waschbären, Füchsen, Bisamratten und vielen Kleintierarten einen immer noch verhältnismäßig ungestörten Lebensraum.

Tundra in Kanada

Jenseits der Baumgrenze breitet sich bis ans Nordpolarmeer die Welt der Tundra aus. In dem rauhen Klima vermag nur eine Vegetation zu überdauern, die den langen, dunklen Wintern mit ihren eisigen Schneestürmen trotzen kann und sich mit einer ausgesprochen kurzen Wachstumsperiode zufriedengibt. Die extrem an die Witterung angepassten, meist kleinen und gedrungenen Pflanzen wachsen in Spalten und Senken oder hinter Felsen und Hügeln, die Schutz vor den Unbilden der Witterung gewähren. Da im Norden in der Regel nur wenig Niederschläge fallen, haben die meisten Pflanzen wirkungsvolle Mechanismen für die Wasserspeicherung entwickelt. Trotz der ungünstigen Bedingungen konnte sich daher eine bemerkenswert vielfältige Vegetation durchsetzen.

Fauna im Norden Kanadas

Die Fauna ist in dieser unwirtlichen Gegend nicht übermäßig artenreich, die Tundra in erster Linie das Land der Caribous. Die kalten Gewässer des Nordpolarmeeres und der Hudson Bay sind Lebensraum für Großwale, Belugas, Walrösser, Seehunde, Eisbären, zahlreiche Fischarten sowie Kleinstlebewesen. Das sensible Biosystem reagiert auf Störungen sehr empfindlich. Schon im 18. Jahrhundert verschwanden aus unbekannten Gründen viele Walarten aus diesen Gewässern, was die Inuit zwang, zur Robbenjagd überzugehen.

Prärieprovinzen

Wie oben angedeutet, mussten die einstigen Kurzgrasprärien der Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta weitgehend dem Weizenanbau weichen. Dies führte zu Flächen riesigen Ausmaßes, heute zum Teil Brachland, fast ohne natürliche Vegetation. Als Folge kam es zu starker Winderosion. Eisige Winterstürme und heiße, trockene Sommer machen es der Pflanzenwelt zusätzlich schwer, wieder Fuß zu fassen. Der dort arg dezimierte Tierbestand findet in vereinzelten kleinen Waldinseln und Prärieresten einen kaum noch nennenswerten Lebensraum.

Bisons und Biber in Kanada

Auf die aus freier Wildbahn praktisch verschwundenen Bisons trifft man nur noch bei privaten Züchtern und in geschützten Bisongehegen wie z.B. in den Riding Mountain, Elk Island und Wood Buffalo National Parks. Immerhin ist es gelungen, den Biber, Wappentier Kanadas, vor der Ausrottung zu retten. Es gibt ihn wieder in großer Zahl in den Wald- und Seengebieten nördlich der Landwirtschaftszone.

Bären in Kanada

Die dicht bewaldeten, einsamen Regionen der Rocky Mountains und die Küstengebirge sind Bear Country. Das Reich der Grizzlies liegt in den schwer zugänglichen Hochregionen, die Schwarzbären haben ihr Revier in tiefergelegenen Gebieten. Beide Bärenarten kommen sich aufgrund dieser unterschiedlichen Lebensgewohnheiten selten in die Quere. Typisch für die Bergwelt sind außerdem Dickhornschafe, Bergziegen und Adler.

Aus den stärker besiedelten Gebieten des Fraser Plateaus – wiewohl ebenfalls überwiegend Waldland – haben sich die Bären etwas zurückgezogen. Dort sieht man neben dem Hochwild gelegentlich noch Elche. Ansonsten leben in den Wäldern kleine Pelztiere wie Marder, Füchse und Dachse; an Seen und Bächen auch dort zahlreiche Biber. Die Gewässer sind reich an Forellen und Lachsen.

Regenwald und Wüstenvegetation in Kanada

Bereits erwähnt wurden die imposanten Regen(ur)wälder entlang der Pazifikküste und auf Vancouver Island. Obwohl ihnen die Ausbeutung durch die Holzwirtschaft seit Jahrzehnten zusetzt, existieren immer noch große Bestände gewaltiger, moosüberzogener Douglasfichten. Bis in den Süden British Columbias reicht ein Ausläufer der Great American Desert. Neben anderen typischen Gewächsen arider Zonen gedeihen in Grenznähe sogar Kakteen und Palmen. Im Okanagan Valley bis nach Kamloops und westlich davon sorgen Trockenheit und hohe Sonneneinstrahlung für nur karge Wachstumsbedingungen.

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