Artá auf Mallorca

- Blick auf die Festung von Artá
Die Straßen von Can Picafort (überwiegend landschaftlich schöne Straßenführung) und Manacor nach Capdepera/Cala Rajada führen im Bogen am Zentrum Artás vorbei, eines der attraktiveren Landstädtchen Mallorcas.
Touristisch ist dort mittlerweile mehr los als noch vor wenigen Jahren, da mehrere kleine Hotels und neue Restaurants ihre Pforten öffneten und die geradeaus hoch in Richtung Santuari laufende Carrer Ciutat weitgehend zur Fußgängerstraße und Künstlergasse wurde. Dort lohnt ein Blick in einige der Shops und Galerien. Den Durst löscht man ruhig und preiswert auf der Terrasse der Cafeteria des ein paar Meter abseits liegenden, aber unübersehbaren Theaters. Gute Tapas serviert das Can Sion (Ciutat 41) mittags und ab 19 Uhr; Mo geschlossen.
Hauptziel in Artá ist nach wie vor die burgartige Befestigung auf dem Kalvarienberg um die Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador. Ab der verlängerten Carrer Ciutat (Antoni Blanes und Sol) steigt man auf der Treppengasse Parroquia zur Kirche Transfiguración del Señor hinauf und dann weiter auf einer von Zypressen gesäumten breiten Treppe bis Sant Salvador. Man kann auch über die Carrer S’Abeurador anfahren; an ihr zweigen weitere Treppengassen nach oben ab.
Auffahrt/Parken
Der Weg per Auto hinauf zur alten Festung um die Wehrkirche ist weiträumig ausgeschildert. Man kann bis zu einem oberen Parkplatz direkt vor die zinnenbewehrten Mauern fahren. Auch auf halber Höhe gibt es ein paar Stellplätze. Wenn weiter oben alles voll ist, nimmt man den Ausweichplatz Richtung Ermita de Betlem. Eine großartige Rundumsicht von der komplett begehbaren Mauer belohnt die Mühe des Aufstiegs bzw. der Auffahrt.
Einkehr
Das Hotel Sant Salvador unterhalb des Festungsberges (direkt an der Zufahrt) hat eine schöne Gartenterrasse mit Weitblick über die Landschaft. Zwei stilvolle Abendrestaurants (Zezo und Gaudi, gehobenes Preisniveau, Tel. 971 829555) und die Bar Es Castellet warten dort auf Gäste, www.santsalvador.com.
Alternativ kommt der »verwunschene« Garten des Restaurants S’Abeurador (in der gleichnamigen Straße) in Frage, zumal dort auch die Preise moderater ausfallen. Man erreicht es am besten, indem man in Richtung Capdepera weiter fährt und hinter der Tankstelle auf die Straße nach Cala Torta abbiegt, gleich wieder links und ein paar hundert Meter. Zeiten unter Tel. 971 835230.
Ermita de Betlem/Abstieg nach Colonia de Sant Père
Besonders bis in den Mai hinein, solange noch Obstbäume blühen und das Grün der Natur frisch ist, sollte man einen Ausflug zur Ermita de Betlem anschließen. Weniger die Einsiedelei selbst als vielmehr der Weg dorthin – zunächst durch ein liebliches Tal und dann weiter auf enger Serpentinenstrecke über einen Höhenzug – machen den Reiz dieses Ziels aus. Von dort schaut man auf Colonia de Sant Père und über die Bucht von Alcudia, bei guter Sicht bis zum Cap Formentor. Ein Fußweg führt von der »heiligen« Quelle Font de S’Ermita (von der Zufahrtsallee rechter Hand) hinunter zur Küste zwischen Colonia de Sant Père und Betlem.
Naturschutzgebiet Península de Llevant
Nördlich der Ermita bis zum Meer erstreckt sich ein ausgedehntes Naturschutzgebiet, das seit 2007 Península de Llevant heißt. Von der Straße zur Ermita de Betlem zweigt nach ca. 5 km noch vor dem Beginn der Serpentinen die Holperstraße zur Radarstation auf dem Puig de Sa Tudossa (445 m) ab. Nach kurzer Strecke erreicht man einen Parkplatz, den Ausgangspunkt zweier langer Wanderrouten in das Gebiet hinein. Bevor man dort losläuft, sollte man sich unbedingt in Artá im Büro des Parks Karten besorgen (gratis; Infomaterial auch mit deutschen Texten, Tel. 971 836828). Das Büro befindet sich etwas versteckt im 1. Stock eines Gebäudes 30 m unterhalb des Museums. Die interessanteren Wanderungen im »Kerngebiet« nahe der Küste erfordern leider kilometerlange Anmärsche und sind bei weitem nicht so umwerfend wie manche Routen in der Serra Tramuntana.
Wanderungen
Am schönsten ist die Verbindung vom Puig de Sa Tudossa auf einer Art Kammlinie bis zum Talaia de Morey. Von dort oben überblickt man die Bucht von Alcudia wie auch Mallorcas Nordostspitze. Bis zum Puig muss man allerdings zunächst auf einer für private Kfz gesperrten Straße laufen. Ca. 5 km Anmarsch und 2,5 km Pfad machen 15 km retor, also mit Pausen ca. 5 Stunden.. Die zweitbeste Wanderung in dieser Region führt vom Ende der Straße zur Cala Torta bzw. von der Cala Estreta an der Küste entlang zum Torre d’Albarca.
Talaiots
Von der Straße in Richtung Capdepera geht es noch im Ortsbereich rechts ab zu den Talaiots de Ses Paisses (1 km). Das Gelände ist eingezäunt. Geöffnet Mo-Fr im Winter 10-13/14-17 Uhr; April bis Oktober Mo-Sa 9.30-13/14.30-18.30 Uhr; Eintritt €2. Zu Begriff und Bedeutung der Talaiots. Ses Paisses wirkt wegen seiner Lage im Wald besonders pittoresk.
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Cala Torta
Am östlichen Ortseingang/-ausgang von Artá weist, wie erwähnt,ein Schild auf die Zufahrt zur Cala Torta hin, einer Bucht an der rauhen Nordostküste weitab jeder Siedlung mit einem tiefen Sandstrand und Dünen. Sie ist beliebt bei Nacktbadefans, aber kein reines FKK-Revier. Die 10 km lange Strecke dorthin ist bis zum Abzweig für die Cala Torta geteert. Der letzte Kilometer geht noch über Stock und Stein. Schattiges Parken möglich. Eine (teure) Strandbar öffnet Juni bis September. Die Wasserqualität ist dort Spitze. Manche Besucher kommen zu Fuß von der ca. 1,5 km entfernten Cala Mesquida.

- Torre d'Albarca
Zum Torre d’Albarca
Küstenpfade führen zum bestens erhaltenen/restaurierten Wachtturm Torre d’Albarca mit einem alten Kanonenrohr auf der oberen Plattform (ca. 1 Stunde) und weiter bis zum Talaia de Morey (4-5 Stunden einfacher Weg), und für »Kampfwanderer« an einem sehr langen Tag bis Betlém und Colonia de Sant Père. Wer sich die riesigen Schlaglöcher antun mag, kann der Straße (links) auch bis zur Cala Estreta folgen und dort starten; das spart 15 min Fußweg. Auf keinen Fall aber hinunter zur Cala Mitjana fahren, dort ist nur noch mit 4WD ein Durchkommen.
Einkehr
Gut 2 km vor Erreichen der Cala Torta weist ein Schild auf das Restaurant Sa Duaia hin. Unbedingt besuchen zumindest für einen Drink! Von der Gartenterrasse hat man einen traumhaften Blick. Wer dort Hunger hat, kriegt statt Speisekarte einen Laptop, dessen Monitor alle Gerichte samt Zutaten und Stadien der Zubereitung zeigt. Zimmer gibt’s auch; www.saduaia.com.
Roca Viva
Über eine gepflegte Terrasse und ein sehr gemütliches Restaurant (Roca Viva) verfügt der Golfplatz von Capdepera, ca. 4 km östlich von Artá (kurze Zufahrt). Gut für einen Drink wie auch für einen Capuccino oder das Dinner. Prima Preis-/Leistungsverhältnis.
Höhlen
Die bekannten Höhlen von Artá liegen gut 10 km entfernt von Artá im Hang überm Meer bei Platja de Canyamel.
Jetzt im Video anschauen: Blick auf Artá!
Das Buch zum Artikel:
Mallorca
Der Reiseführer Mallorca aus dem Reise Know-How Verlag, 21. vollständig überarbeitete Auflage Juli 2011 - bietet auf 488 Seiten, durchgehend vierfarbig, 9 Regionenkarten,... weitere Informationen ->
21. Auflage Juli 2011
19.90 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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