Cala Ratjada auf Mallorca

Karte von Cala Ratjada / © RKH-Verlag
Die deutsche Hochburg Cala Rajada fiel in den letzten Jahren im Vergleich zur »Konkurrenz« etwas zurück, schneidet aber insgesamt immer noch gut ab. Der Ort verfügt über viele als solche empfehlenswerte Unterkünfte und eignet sich als Ferienquartier für unterschiedlichste Urlaubergruppen.
Geographie
Doch zunächst zur etwas komplizierten Geographie des Bereichs: Das Städtchen liegt in der äußersten Nordostecke Mallorcas am Fuße einer spitzen Landzunge, die mit dem Cap de Pera abschließt. Um den immer noch intakten Fischerhafen herum erstreckt sich der Kernbereich nach Süden bis zum kleinen Strand von Son Moll. Er wuchs nordwestlich mit der Ferien- und Hotelurbanisation Cala Guya unterhalb der gleichnamigen, aber auf der Insel meist Agulla genannten Bucht zusammen. Sie bietet auf mehreren hundert Metern Breite einen von Felsküste eingefassten Strand, der in kiefernbewachsenen Dünen ausläuft.
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Cala Gat
In Richtung Cap de Pera bremste das Gelände des Palau March die Expansion Cala Rajadas. Dahinter liegt aber noch die kleine Bucht Cala Gat. Sie ist über die Straße zum Kap (Leuchtturm) und auf einer Promenade vom Hafen aus erreichbar.
Cala Son Moll
Die Cala Son Moll liegt eingezwängt zwischen mehreren Hotels der gehobenen Mittelklasse mit einer den Strand trotz mehrfacher Aufspülung erdrückenden Bettenkapazität und der Straße nach Cala de sa Font rund 1 km entfernt vom Ortszentrum.
Hafen und Promenade
Der noch aktive Fischerhafen und die gegenüberliegende kleine Plaça d’es Mariners sind gute Ausgangspunkt für eine Stadterkundung. Nach Umrundung des Hafens, dessen weit ins Meer ragende, breite Mole ein beliebtes Ziel aller Spaziergänger ist, bietet sich die Küstenpromenade zum Strand von Son Moll als Fortsetzung an. Speziell auf dem ersten Stück (Passeig Colom), drängen sich Cafés und Restaurants. Tische und Stühle stehen beidseitig der Promenade. Der kommerzielle Charakter dieser Fußgängerstraße ändert sich aber nach wenigen hundert Metern. Felsen und Meer, grüne Gärten und Caféterrassen nur in Abständen zeichnen weiter westlich ein besonders attraktives Bild. Erst nahe der Cala Son Moll, ca. 1,5 km weiter, wird’s wieder »touristischer«.
Leben und Treiben
Das touristische Leben und Treiben spielt sich vor allem im Dreieck Son Moll/Hafen und Ende Avinguda L`Agulla mit der Carrer Eleonor Servera als zentraler Achse ab. Die bloße Zahl der Shops, Kneipen, Snack Bars und Restaurants ist dort beachtlich. »In« sind im jährlich neuen Wechsel immer wieder andere Adressen. Hübsche Gartenlokale und Bars, z.T. mit Musik, liegen in den Nebenstraßen zum Meer hin. Sehr schön über dem Hafen sitzt man unter teilweise schattig altem Baumbestand. Von den Lokalen dort empfiehlt sich besonders das Restaurant Es Mollet mit freiem Blick von der Terrasse und gutem Preis-/Leistungsverhältnis.
Gastronomie
Zu Recht gelobt wird das El Cactus, ein rustikal schlichtes Lokal in deutscher Hand. Aber die Küche ist bei moderaten Preisen ausgezeichnet (Eleonor Servera bei der Plaça d’es Mariners).
Ein sehr gutes Restaurant mit französischer Küche und dafür noch angemessenen Preisen findet man in den nostalgischen Gemäuern des Hotel Ses Rotges in der Carrer Rafael Blanes (Tel. 971 563108). Nicht so kostspielig, aber exotisch und farbenfroh ist die Polynesian Bar (mit Restaurant) zwei Ecken weiter in Richtung Hafen. Angenehm sitzt es sich u.a. in der Casa Mateo auf einer von der Café-Zeile der Promenade separierten Terrasse über dem Hafen, und schmecken tut`s bei Mamma Pizza. Die Konkurrenz sorgt für moderate Preise: nachmittags Kaffee und Kuchen für €2,50-€3 und eine Happy Hour mit 0,3 l Bier für €1 und den Liter Sangria für €5.
Ausgezeichnete Steaks gibt`s im rustikalen Restaurant Rancho Bonanza beim Tennis Club an der Straße Cala Agulla-Capdepera.
Eine originelle Alternative zur Einkehr bietet das Café Ca’ na Maria hinter dem Son Moll Bereich, Straße Sa Pedruscada (ausgeschildert). Es liegt im lichten Buschwald und ist von der Nordseite aus auch auf einem Pfad erreichbar. Dort gibt es keine Preisliste; der Gast bezahlt den Verzehr nach Gusto. Mal was anderes!
Cala Gat und Punta de Capdepera
Von der Hafenmole führt der bereits erwähnte Fußweg nach links am Wasser entlang zur ca. 600 m entfernten Cala Gat. Eine Verlängerung bis zum Leuchtturm am Cap de Pera ist geplant. Die kleine sandige Bucht liegt geschützt unter der Steilküste. Mit Fahrzeug erreicht man sie über die Straße zum Punta de Capdepera, dann am Hotel Cala Gat rechts ab und wieder rechts. Zur östlichsten Spitze Mallorcas sind es von dort (geradeaus Asphalt) noch ca. 1,5 km. Berühmt ist das Kap für »seinen« Sonnenaufgang.

Hafen von Cala Ratjada
Im Jetboot nach Menorca
Ein Katamaran verbindet Cala Rajada 2x täglich mit Ciutadella (März bis Oktober,ab CR 9 und 17 Uhr, ab CIU 10.30 und 19 Uhr, Dauer ca. 60 min. Retourticket ab €60. Günstige Kombitarife mit Übernachtung auf Menorca; Tel. 902 100444; www.interilles.es.
Palacio/Palau March
Oberhalb des Hafens thront gut sichtbar der Palacio March auf einer Anhöhe. Der bis dato dicht bewaldete Park um diesen Palast herum (60.000 m2) wurde vor einigen Jahren durch einen schweren Sturm verwüstet. Auch den zahlreichen Skulpturen und Plastiken im Park, darunter Werke von Dalí, Rodin und Moore, bekam das nicht gut. Einige davon sind ins Museum Palau March nach Palma gewandert. Sehr besuchenswert. Die früher regelmäßigen Führungen durch den Palast und den Park finden seither nicht mehr statt.
Das Buch zum Artikel:
Mallorca
Der Reiseführer Mallorca bietet auf 488 Seiten, durchgehend vierfarbig, 9 Regionenkarten, 21 Orts- und Umgebungskarten, 6 thematische Übersichtskarten (beste Strände, beste Restaurants... weitere Informationen ->
20. Auflage 2009
19.90 Euro
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