Port de Pollenca auf Mallorca

Die wunderbare Bucht von Port de Pollenca, Mallorca
Das von den Briten schon früh entdeckte Port de Pollença, das sich nur langsam von Fischerdorf und Sommerfrische für Einheimische zum Urlaubsziel für (seinerzeit!) gehobene touristische Ansprüche entwickelt hatte, ist eine gute Basis für aktive Mallorcaferien, auch für Urlaub mit Kindern eine erwägenswerte Wahl. Zwar verschwand das einstige Gentleman-Flair, aber die Atmosphäre ist nach wie vor angenehm.
Dafür sorgten u.a. Verschönerungsmaßnahmen in der zentralen Strand- und Uferzone, der Ausbau der Anleger und die Vermeidung störender Betonpaläste im Ortsbereich. Nur zwei kleinere Hotels an der zentralen Promenade verfügen über mehr als 4 Stockwerke. Ein einziger Hotelklotz (Pollença Park) liegt relativ unauffällig abseits der Küste.
Es gibt drei voneinander zu unterscheidende Ortsbereiche:
• Ein breit aufgespülter Sandstrand zieht sich vom südlichen Ortseingang bis zu den ausgedehnten Anlagen des Yacht- und Fischerhafens. Hinter Strand und Promenade verläuft die stark frequentierte Hauptstraße nach Alcúdia. Dort logierende Urlauber müssen für den Strandbesuch erst diese Straße überqueren.
• Der alte Ortskern mit der baumbestandenen Hauptplaza gruppiert sich hinter dem Hafen und dem verkehrsfreien breiten Passeig Anglada Camarasa. Die Tische der Gastronomie stehen auf diesen wichtigsten 250 m des Ortes dicht an dicht. Einen Block dahinter läuft die alte Straße zum Cap Formentor, die erst vor ein paar Jahren durch eine Umgehung entlastet wurde.
• Der Clou Port de Pollenças aber ist der Passeig Vora Mar mit der Verlängerung Carrer Colón. Dieser Fuß- und Radweg unter alten Bäumen führt 1.500 m an kleinen schattigen Strandabschnitten entlang, vorbei an alten Villen und neueren Apartmenthäusern. Ganz am Ende steht mit dem Illa d’Or das am schönsten gelegene (und teuerste) Hotel des Ortes.

Segeln in Port de Pollenca
Hafenbereich und Boote nach Formentor
Nach Einfahrt in Port de Pollença – gleich ob aus Richtung Pollença oder von Alcúdia aus auf der Straße #222 an der Bucht entlang – gerät man immer an den zentralen Kreisverkehr vor der Mole des Club Nautico. Südlich davon befinden sich Slipanlagen für die Yachtüberholung und große Parkplätze. Dahinter legen ab April die Boote nach Formentor vor allem mit den Passagieren
zahlreicher Ausflugsbusse ab (täglich 10-15 Uhr stündlich, €9,50 retour; aktuelle Auskunft unter Tel. 971 864014). Man kann an der Mole auch Motorboote mieten.
Segeltripps
Eine tolle Angelegenheit sind die Tagestouren mit dem nostalgischen 2-Mast-Oldtimer Tudor Dawn. Einzelheiten und Fotos unter www.tudordawnyachtcharters.com; Tel. 616 775 958.
Restaurants
Die gegenüberliegende Seite der Mole beherbergt Gastlieger und Miet-Segelyachten, am Ende sitzt man gemütlich vor der Mastenkulisse mit Blick auf den Ort in der Cantina del Moll Nou.
Gleich südlich dieser Mole beginnt der breite Strand mit Segel- und Windsurfschule. Einen weiteren Surfboard- und Katamaranverleih gibt`s am Strandende 500 m weiter. Eine lange Promenade trennt hier Strand und (stark befahrene) Straße nach Alcúdia.
Auch auf der Yachthafenmole des Club Nautico »eins weiter« lässt man rasch den Massentourismus hinter sich. Unübersehbar ist das neue Gebäude des Restaurants La Llonja (1. Stock. Spezialität Fischgerichte, gehobenes Preisniveau) mit Aussichtsterrasse.
Dahinter liegt das Gebäude des Club Nautico mit öffentlicher Bar/Cafeteria. Dort kann man sich mit Blick auf die Boote im inneren Hafenbecken in aller Ruhe einen Drink und/oder kleine Mahlzeiten gönnen und darf sogar den Club-Pool benutzen.
Port de Pollenca im Video:
Passeig Vora Mar/Carrer Colón
Nördlich des Yachthafens beginnt der attraktive, mit Restaurants und Läden dicht besetzte Fußgängerbereich Anglada Camarasa unter Palmen am Strand. Daran schließt sich mit Passeig Vora Mar/Carrer Colón ein herrlicher etwa 1,5 km langer Uferweg an, der an Villen und kleinen Stränden entlangläuft.
Bis zum Promenadenende (Hotel Illa d’Or) und zurück benötigt man mit Fotopausen maximal eine Stunde. Auf den Terrassen des Hostal Bahia (100 m), mehrerer Lokale im Verlauf, darunter das Los Pecadores (Vora Mar 45) oder noch besser, wiewohl überteuert, des Illa d’Or lässt sich gut eine Pause einlegen. Von letzterer überschaut man die ganze Bucht mit der Silhouette des Städtchens vor den Gipfeln der Serra Tramuntana. Besonders schön ist die Stimmung am Carrer Colón am frühen Abend, bevor die Sonne hinter dem Gebirge verschwindet.
Im Ort
Hinter der sog. 2. Linie ist in Port de Pollença nicht mehr viel zu entdecken, sieht man ab von der verkehrsfreien Plaça 200 m landeinwärts und den beiden parallelen Kneipengassen dorthin, die ca. 50 m entfernt vom Kreisverkehr am Hafen beginnen.
Restaurants
In der Fußgängerzeile am Wasser gibt es ein Lokal neben dem anderen, es dominieren Foto-Speisekarten. Positive Ausnahme ist das La Balada del Agua del Mar mit seiner schattigen Terrasse; etwas teurer zwar, aber gut. Scharf gewürzte indische Gerichte und große Portionen gibt`s im Restaurant Kashmir an der Plaça.
Nicht viel verkehrt machen kann man mit dem C’an Pep am Ende der Carrer Virgen de Carmen (2. Linie hinter der Uferstraße in Richtung Alcúdia) und mit dem kürzlich authentisch renovierten Celler Sa Parra an der Straße nach Pollenca kurz vorm Supermarkt Caprabo, beide mallorquinische Küche bei mittlerem Preisniveau. Sa Parra macht u.a. eine gute Paella.
Strandfern (Straße nach Pollença, vor der Tankstelle rechts, ausgeschildert) befindet sich in der Carrer Roger de Lauria 48 das Restaurant Siller noch knapp dieseits der neuen Stadtumgehung. In einem künstlerisch inspirierten Ambiente wird ein französischmallorquinischer Küchenmix zu gehobenen Preisen geboten.
Umfeld
An der Straße nach Alcudia passiert man etwas außerhalb des Ortes den Celler Sa Vostra. Gute italienisch-mediterrane Küche. Terrasse mit Blick aufs Meer und im Souterrain altes Weinkeller- Ambiente. Gehobene Preise.
Wandern zur Cala Boquer
Eine zu Recht beliebte Wanderung führt hinunter zur nördlichen von hohen Felswänden flankierten Cala Boquer. Der Einstieg liegt jenseits der Stadtumgehung beim 2. Kreisverkehr nach dessen Abzweigung von der Hauptstraße in den Ort. Über den Hof der Finca Boquer (die Verbotsschilder am Tor beziehen sich nicht auf Wanderer, die passieren dürfen) erreicht man den dann unverfehlbaren Weg durch ein herrliche Felslandschaft. Bis zur steinigen Bucht ist man mindesten 45 min unterwegs. Der Rückweg mit einem langen Aufstieg durch das ziemlich schroffe Gelände dauert kaum unter einer Stunde. Unten kann man im Sommer im glasklaren Wasser prima baden. Das lokale Touristenbüro hat ein Merkblatt zu dieser Wanderung.
Das Buch zum Artikel:
Mallorca
Der Reiseführer Mallorca aus dem Reise Know-How Verlag, 21. vollständig überarbeitete Auflage Juli 2011 - bietet auf 488 Seiten, durchgehend vierfarbig, 9 Regionenkarten,... weitere Informationen ->
21. Auflage Juli 2011
19.90 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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