Gay Life auf Mallorca - die Schwulen- und Lesbenszene auf Mallorca

Es Trenc - ein Schwulenstrand
Mallorca kann nicht gerade als "gayfriendly resort", als touristische Hochburg für Lesben und Gays bezeichnet werden. Im Gegensatz zur Nachbarinsel Ibiza oder dem im Süden Barcelonas gelegenen Städtchens Sitges gibt sich die größte Baleareninsel weit konservativer. Doch kann man auch hier Zeichen des Aufbruchs entdecken.
Auf Ibiza zieht seit Jahrzehnten eine bunt schillernde Welt aus Diskozauber, Drag Queen Shows, Dutzenden Musikpubs mit entsprechenden Darkrooms und europaweit bekannten Traumstränden jeden Sommer Tausende von Homosexuellen an.
Schon zur Zeit der Franco-Diktatur hatte sich dort, vor allem auch im Zusammenwirken und unter dem Deckmantel der vor 40 Jahren anlaufenden Hippie-Welle, eine Gay-Szene mit fester Infrastruktur gebildet. Die sprichwörtliche Toleranz der Bewohner der kleinen Nachbarinsel war ein Nährboden der homosexuellen Gegenkultur.
Natürlich gab und gibt es auch auf Mallorca eine Homosexuellen-Szene. Eine Untersuchung vor Kurzem ergab, dass rund sieben Prozent der männlichen Inselbevölkerung gay ist oder zumindest homosexuelle Erfahrungen hat. Doch läuft hier alles viel dezenter. Eine hinsichtlich ihrer Größe nicht zu unterschätzende Gruppe der Gays auf Mallorca stammt übrigens aus Süd- und Mittelamerika: Sie haben ihre Heimat verlassen, um der dort herrschenden Diskriminierung zu entkommen.
So findet sich die größte Schwulenszene natürlich in der Insel-Hauptstadt Palma – Gays, die sich jedoch auch in der Ballermann-Atmosphäre von Arenal wohlfühlen, zieht es ins Sa Bota („die Stiefel): Die Schwulen-Bar wird von zwei Deutschen betrieben – der Name ist allerdings nicht Programm: Sneakers- und Boots-Liebhaber finden hier nämlich ein eher plüschiges Lokal vor. Bekannt und beliebt sind jedoch die Travestieshows. (www.gay-mallorca.com/sabota.htm)
In der Inselhauptstadt Palma ist traditionsgemäß das alte Hafenviertel “El Terreno” das Zentrum des Nachtlebens für Gays. Allerdings haben in den letzten Jahren dort mehrere emblematische Lokale wie “Sombrero”, “Mykonos” oder “My Lord” ihre Pforten für immer geschlossen. Doch andere, wie die schon als Klassiker zu bezeichnenden Disko “Black Cat”, “Café Lorca” oder “Yuppi Pub”, halten wacker die Stellung. Die Szene-Disko “La Demence” ist seit einiger Zeit in das Industriegebiet Son Castelló übersiedelt.
Während sich nachts in Palmas Schwulen- und Ausgehvierteln so einiges tut, finden Gays untertags tendenziell eher weniger Angebote vor: Dennoch verändert sich – vor allem um die Plaza Gomila – gerade in letzter Zeit einiges. So handelt es sich beim Café und Restaurant „Michel“ um einen beliebten Treffpunkt für homosexuelle Pärchen, gleich daneben kann man seit Juni 2009 im Modegeschäft „Soft for men“ – ein „Jungs-Geschäft“, wie es ein Verkäufer tituliert – Beach- und Underwear, XTG-Pants, Calvin-Klein-Shirts und vieles mehr kaufen. Auch weitere Cafés, Pubs und Restaurants sowie ein Blumenladen haben eröffnet, auf die Zielgruppe der Schwulen und Lesben eingerichtet. Laut Kristin Hansen – Mitherausgeberin der zweimal jährlich veröffentlichten „Mallorca Gay Map“ – gibt es in Palma/Gomila inzwischen 15 Gay-Lokale gibt. Übrigens handelt es sich bei Gomila bereits seit den 80er-Jahren um ein beliebtes Ausgehviertel für Schwule, das nun vermehrt auch Unternehmer für sich entdeckt haben, auch als Wohnort für Homosexuelle ist es beliebt.
Das Buch zum Artikel:
Mallorca
Der Reiseführer Mallorca aus dem Reise Know-How Verlag, 21. vollständig überarbeitete Auflage Juli 2011 - bietet auf 488 Seiten, durchgehend vierfarbig, 9 Regionenkarten,... weitere Informationen ->
21. Auflage Juli 2011
19.90 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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