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Deutsche Ärzte auf Mallorca

Mallorquinische Apotheke / © RKH-Verlag
Mallorquinische Apotheke / © RKH-Verlag

Neben den spanischen Medizinern praktizierten über 100 deutsche Ärzte auf Mallorca, die fast alle Fachgebiete vom Augenarzt bis zum Urologen abdecken und im wesentlichen von Touristen und den mehr als 50.000 deutschen Residenten in Anspruch genommen werden.

Diese dürfen sich über ­ im Vergleich zu Praxen spanischer Ärzte, die mit der Insalud abrechnen, ­meist moderner ausgestatteter Praxen freuen.

Auch für die erstaunlich hohe Zahl an Unglücklichen unter den Residenten, die auf Mallorca ihr privates Paradies nicht finden konnten und sich dem Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch hingeben, die unter Depressionen, Neurosen oder Psychosen leiden, ist dank mehrerer Praxen für Psychotherapie gesorgt.

Nach Fachrichtungen und regionaler Verteilung gegliederte aktuelle Listen der auf Mallorca praktizierenden deutschen bzw. deutschsprachigen Ärzte (und Zahnärzte) findet man in den Wochenzeitungen Mallorca Magazin und Mallorca Zeitung.

Von vielen deutschen Ärzten hört man, dass sie in erster Linie Frust über die heimische Gesundheitspolitik veranlasste, nach Mallorca zu gehen. Manche haben nicht nur auf hohe Einkommen verzichtet, sondern auch auf Ansehen, waren Sie doch häufig Inhaber großer Praxen oder Chefärzte. Den Frust haben sie gegen marktwirtschaftliche Freiheit eingetauscht, wohl wissend, dass sie sich finanziell verschlechtern würden.

Mallorquinisches Ärztehaus / © RKH-Verlag
Mallorquinisches Ärztehaus / © RKH-Verlag

Konkurrenz

Keiner der deutschen Ärzte auf Mallorca ist bei der staatlichen spanischen Krankenversicherung Insalud Vertragsarzt.

Privat zahlende Patienten sind daher in Anbetracht der hohen Dichte ärztlicher Versorgung stark umworben. Und so schalten privat praktizierende, speziell deutsche Ärzte laufend auffällige Zeitungsanzeigen und listen darin ihr Leistungsangebot (was Ärzten und Zahnärzten in Deutschland untersagt ist).

Hotelportiers fordern unverblümt Bakschisch vom Arzt, den sie im Auftrag des Patienten gerufen haben. Mediziner, die Patienten in eine Privatklinik oder zu einem Privatarzt überweisen, sollen angeblich für diesen Dienst bis zu 15% der Gesamtrechnung kassiert haben, berichtete das Mallorca Magazin. Dies wird indessen genauso hartnäckig wie erfolglos geleugnet.

Kosten und Erstattung

Anders als in Deutschland gibt es in Spanien keine feste Gebührenordnung für Ärzte; die Preisgestaltung der medizinischen Leistung ist weitgehend frei. Eine allgemeinmedizinische Behandlung kostet ca. € 50, Spezialisten verlangen ca. € 75. Apparative und operative Sonderleistungen werden extra berechnet.

Die Patienten müssen Privatrechnungen zunächst aus eigener Tasche begleichen. Die Privatversicherung erstattet die verauslagten Beträge gemäß den jeweiligen Tarifbedingungen ganz oder teilweise.

Gemeinschaftspraxen

Auffällig sind die Gemeinschaftspraxen deutscher Mediziner, die sich mit markanten Anzeigen in der Mallorca Zeitung bzw. im Mallorca Magazin und mit eigenen werbewirksamen Websites im Internet präsentieren.

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