Leben auf Mallorca - ningún problema!?

- Mallorquinische Dorfidylle / © RKH-Verlag
Warum zieht es viele von uns Deutschen in den Süden und speziell auf die größte Baleareninsel? Warum wählen so viele Prominente Mallorca als Zweitwohnsitz? Einerseits.
Andererseits verzeichnet die Gesamtzahl der deutschen Mallorcaresidenten seit Jahren alles in allem nur geringe Zuwächse; Zuzug und Wegzug halten sich also in etwa die Waage. Warum ist das so? Darauf gibt es keine einfache Antwort.
Das »Phänomen Mallorca« ist komplex und die allgemeine Fehleinschätzung der Verhältnisse auf der Insel immer noch groß. Interessanterweise ist das Durchschnittsalter derjenigen, die auf Mallorca ihre zweite Heimat suchen, in den letzten Jahren deutlich gesunken. Nicht mehr überwiegend Ruheständler prägen das Bild, sondern heute lockt es auch viele 20-40jährige auf die Insel. Frustriert vom kalten (sozialen und politischen) Klima im eigenen Land glaubt mancher, dort, unter der Sonne des Südens vielleicht eher sein persönliches »Paradies« finden zu können.
Nun unterscheidet sich Spanien bzw. Mallorca nicht nur sprachlich erheblich von Deutschland, sondern auf vielfältige Art auch im täglichen Leben, z.B. im sozialen Umgang der Spanier miteinander, in der Familie, im Verkehrsverhalten, in der Kommunikation mit Polizei und Behörden, in Restaurants usw. Auch das Zeitverständnis, ein wichtiger Aspekt, ist auf Mallorca anders als bei uns, nämlich »entspannter«, was zunächst ganz positiv klingt.
Es gibt aber Deutsche auf Mallorca, die sich auch nach zwei Jahren Aufenthalt immer noch nicht daran gewöhnt haben, dass mañana zwar »morgen« heißt, aber durchaus nicht »am nächsten Tag« bedeuten muss. Sie sind häufig genervt, weil sich vieles nicht sofort oder doch zumindest »morgen« regeln lässt und nehmen sich dadurch selbst einen Teil der Lebensfreude, die auf Mallorca tatsächlich größer sein kann als in Deutschland. Vorausgesetzt allerdings, man stellt die eigene Uhr auf mallorquinische Verhältnisse um.
Es fällt vielen Mitteleuropäern auch schwer zu verstehen und fürs eigene Leben in Spanien bzw. auf Mallorca in die Tat umzusetzen, dass dort Pünktlichkeit oft anders definiert wird als bei uns. Besonders im privaten Bereich gelten Terminabsprachen nur als ungefähre Zeitangaben und es ist keineswegs unhöflich, sondern normal, wenn man eine Stunde später erscheint als »verabredet«. Eine typisch spanische Redensart lautet: ningún problema (»alles kein Problem«), vielleicht noch mit dem Zusatz: tranquilo (»ruhig« im Sinne von »nur mit der Ruhe«). Für Spanier ist vieles scheinbar ningún problema, auch manches echte Problem nicht. Man wird es schon richten mañana natürlich. Wer heute mit deutscher Gradlinigkeit ein gestriges mañana einfordert, wird von Spaniern kaum verstanden und für einen weiteren typischen Vertreter der cabezas quadradas (»Quadratköpfe«) gehalten. So nennen Mallorquiner bisweilen gerne die Deutschen.
Dieses Buch wurde zwar in der Absicht geschrieben, Ihnen Mallorca näher zu bringen, Sie mit wichtigen Informationen zu versorgen und den Lebensumständen dort vertraut zu machen. Aber auch, um eventuelle falsche Vorstellungen und/oder Erwartungen zurechtzurücken und Sie für den Aufenthalt und das Leben auf der Insel so vorzubereiten, dass Sie wirklich ningún problema haben. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass Mallorca nicht nur eine Urlaubsinsel, Aussteigertraum und neue Heimat für »Umsteiger« und Ruheständler ist, sondern ebenfalls Ziel so mancher Glücksritter, Absahner und Geschäftemacher. Auch darüber werden Sie einiges in diesem Buch erfahren.
Hartmut Ihnenfeldt, Hans-R. Grundmann
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Das Buch zum Artikel:
Auf Mallorca leben und arbeiten
268 Seiten, über 100 themenbezogene Farbfotos, 39 Cartoons, etliche Themenkästen, Internetadressen, Literaturverzeichnis. Mit farbiger Mallorcakarte und Palma-Plan in den Umschlagklappen,... weitere Informationen ->
3. Auflage 2012
17.50 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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