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In Bars und Restaurants auf Mallorca

Paco's Cafe auf Mallorca / © RKH-Verlag

Paco's Cafe auf Mallorca / © RKH-Verlag

Der Begriff »Bar« kennzeichnet in Spanien Kneipen, von einfachst bis edel. Neben Getränken gibt es immer Kleinigkeiten zu essen, vor allem die bekannten Appetithäppchen tapas und bocadillos (belegte Brötchen).

Wie oben bereits ausgeführt, sind Bars Institutionen des mallorquinischen Lebens; Barbesuche gehören zum Tagesablauf vieler Spanier. Insofern ist es hilfreich, die wichtigsten Eigenarten und ­ ungeschriebenen ­ Regeln zu kennen, die in Bars und auch in Restaurants gelten.

In der Bar

In Bars wird viel Kaffee oder eine copa (de cognac/brandy) getrunken. Bei dieser Art copa handelt es sich also nicht um ein Glas Wein, denn Wein bestellt man im Allgemeinen nur zusammen mit dem Essen. Dank der Touristen haben sich die Spanier aber daran gewöhnt, dass extranjeros auch in der Bar schon mal eine copa de vino tinto (ein Glas Rotwein) ordern.  Zwischen Bars in Tourismuszentren und solchen in spanischen Vierteln können die Preise extrem differieren. Vergleichen Sie einmal die Preise für eine Tasse Kaffee! In vielen Bars zahlt man zudem bei Bestellung am Tresen andere Preise als am Tisch, auf Terrassen teilweise bis zu 25% mehr. Nutzen Sie das aber nicht aus, indem Sie z.B. am Tresen ordern und dann mit Ihrem Getränk durch das Lokal wandern. Das wäre ein Fauxpas, zumal Getränke immer nur der Kellner trägt und nie der Gast. Jedes Lokal muss sich im übrigen die Preise genehmigen lassen und eine Preisliste aushängen. Die findet man jedoch oft versteckt und kaum sichtbar in einer Ecke.

Typische mallorquinische Speisen / © RKH-Verlag

Typische mallorquinische Speisen / © RKH-Verlag

»Ist der Platz noch frei?«
 
In deutschen Landen ist es bisweilen noch möglich, sich zu Fremden an einen Tisch zu setzen oder gar vom Kellner zu anderen Gästen platziert zu werden. Einem Spanier erschiene das absolut indiskutabel. Hier gilt die eiserne Regel: Ein Tisch ist besetzt, wenn auch nur eine Person daran sitzt. Das gilt auch für Terrassen. Keiner wird indessen sagen: »Der Platz ist besetzt«, sondern der Spanier wird Sie Platz nehmen lassen, dann aber sehr bald zahlen und gehen. Er fühlt sich einfach gestört. Besser ist es, auf einen freien Tisch zu warten oder sich ein anderes Lokal zu suchen. Im Übrigen sitzt man ohnehin nicht in der Bar, man steht.

Und niemand wundert sich über den Abfall, der den meist gefliesten Boden der Bar üppig bedeckt. »Je höher der Verschmutzungsgrad, umso besser«, schreibt sogar der Autor des Reise Know-How Bandes »Kulturschock Spanien«. Denn das ist Tradition und ein Zeichen dafür, dass man in der »richtigen« Bar ist, in der (weil gut) reichlich verzehrt wird.

In Restaurants wartet man (wie in Amerika) beim Eingang, bis der Kellner einen Tisch empfiehlt, wobei man durchaus um einen anderen als den zugewiesenen bitten kann. Zielstrebig selbst auf einen Tisch zuzusteuern und dort Platz zu nehmen, gilt als ausgesprochen unhöflich. Es ist letztlich eine Frage des persönlichen Stils, ob man sich dem anpasst oder nicht.

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Das Buch zum Artikel:

Auf Mallorca leben und arbeiten

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3. Auflage 2012
17.50 Euro

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