Mallorca Restaurant-Sklaven bedienen Urlauber
Von: st.e./if
Wer auf Mallorca fair bezahlte Arbeit sucht, hat es nicht einfach. Bei einer Arbeitslosenquote von ca 15% ist die Konkurrenz hart. Trotzdem kommen viele illusionierte Arbeitssuchende auf die Ferieninsel - und werden rasch desillusioniert.
„In der Sommersaison schufte ich sieben Tage die Woche und verdiene 1000 €. Am Monatsende zahlt der Chef nicht den gesamten Lohn aus, sondern behält einen Teil zurück, als Druckmittel, damit ich weiter arbeitete. Auf dem Vertrag bin ich nur für vier Stunden täglich angestellt, mein Chef spart sich so die Hälfte der Sozialabgaben. Auf dem Papier arbeite ich nur als einfacher Koch, aber ich habe die Verantwortung eines Küchenchefs. Trotzdem bleibt an mir die Drecksarbeit hängen.“
Solche und ähnliche Erfahrungen machen Köche und Kellner auf Mallorca, wenn sie aus Deutschland, Frankreich und England stammen. Auch viele Einwanderer und Saisonarbeiter aus Afrika klagen über miserable Arbeitsbedingungen in der Gastronomie. Antonio Copete von der Gewerkschaft UGT sagt, dass 30 % aller Angestellten in den Restaurants auf Mallorca zu illegalen Bedingungen beschäftigt seien. Wegen der Wirtschaftskrise seien es mehr Menschen als in den letzten Jahren.
Die Vorsitzenden der Immigrantenvereine auf Mallorca sprechen von knapp der Hälfte aller Angestellten, die in Restaurants und Bars zu Dumping-Löhnen Schwerstarbeit leisten. „Viele Einwanderer sind froh, dass sie überhaupt Arbeit gefunden haben und sich über Wasser halten können. Sie akzeptieren diese moderne Form der Sklaverei, “ sagt Cheiki Momi, Vorsitzender des Immigrantenvereins der Senegalesen. „Aus Angst, den Job zu verlieren, suchen sie keine Hilfe und wenden sich nicht an die Gewerkschaft.“
Seit Jahren wird in seriösen Medien davor gewarnt, ohne genaue vorherige Information nach Mallorca zu kommen, um dort zu leben und zu arbeiten. Bei vergleichbarem Preisniveau liegen die Löhne in vielen Bereichen deutlich unter denen in Deutschand. Die Rückkehrerquote nach einem Jahr beträgt nach Recherchen der Redaktion über 60%.
www.ab-in-den-urlaub.de
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