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14.07.2011

Besucher-Andrang auf Mallorca: Rekord mit Schattenseiten

Kategorie: Mallorca News
Von: if

Im Juni 2011 wurden mit über 2,8 Millionen soviel Fluggäste wie noch nie an Palmas Airport gezählt. Das war ein Anstieg von knapp 12% gegenüber dem Vorjahresmonat. Aber der Schein trügt - zumindest etwas.

Ballermann Arenal

Volles Haus wieder am Ex-"Ballermann", auf den viele Kritiker Mallorca so gerne reduzieren

Noch vor zwei Jahren musste Mallorca mit drastischen Preissenkungen dafür sorgen, dass wieder ausreichend Besucher auf die Insel kamen, um die zahlreichen, oft durchgelegenen Betten zu füllen. Die Krise hatte Mallorca fest im Griff; und die Angst ging um in der Hotellerie, dass die "guten, alten Zeiten", zu denen man in sieben Monaten Saison mehr als genug Profit für ein ganzes Jahr einfahren konnte, endgültig vorbei seien.

Doch dann wendete sich das Blatt. In Deutschland wurde wieder mehr Geld verdient, und in Nordafrika brachen Unruhen aus. Beides kam den balearischen Ferieninseln zugute, die zwar nicht gerade als günstig, aber doch als politisch sicher gelten. Wie der Spiegel berichtet, soll es schon wieder zu Überbuchungen in den eher weniger attraktiven Massen-Resorts unmittelbar westlich von Palma gekommen sein.

So etwas war während der Hauptsaisons in den Boomjahren (mit Unterbrechungen zwischen 1985 und 2007) gang und gäbe von der Playa de Palma bis hoch nach Cala Ratjada. Da hat sich damals - außer den Betroffenen - auch niemand dran gestört.

Jetzt reagieren die Hotelierverbandsprecher empfindlicher und spielen das Problem herunter. Das hat wohl mindesten zwei Gründe: zum einen möchte man den neuen Ansturm nicht mit Negativmeldungen gefährden und zum anderen ist die neue Nachfrage nur scheinbar rekordverdächtig.

Kamen in den 60/70er Jahren die Urlauber im Sommer noch im Schnitt  für zwei bis drei Wochen nach Mallorca, so sank die Zahl der Buchungstage pro Besucher in diesem Jahr auf 3-4. Noch vor zehn Jahren waren es 7-8 Tage gewesen. Man kann mutmaßen, dass für diese Entwicklung vor allem die drastisch gestiegenen Preise verantwortlich sind. 

Klar spiegelt sich in den ansteigenden Besucherzahlen auch die Beliebtheit der Insel als Urlaubziel wider. Positiv ist darüber hinaus zu vermerken, dass in Folge des Booms wieder mehr Arbeitsplätze auf Mallorca geschaffen werden und somit die bedrohlich hohen Arbeitslosenzahlen dort endlich etwas sinken.

Es zeigt sich aber auch, dass die Menge der Besucher allein kein hinreichendes Indiz für nachhaltigen Erfolg im Tourismus ist. Und was passiert mit Mallorca, wenn Nordafrika wieder zur Ruhe kommt?

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