Sanierung Playa de Palma: K(l)eine Lösung ab Herbst 2012
Von: if
Von den hochtrabenden Plänen der balearischen Vorgängerregierung ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ab Oktober 2012 will die neue konservative Regionalregierung einge Teilbereiche der Bucht von Palma sanieren. El Arenal bleibt zunächst außen vor.
Die Playa de Palma gilt als die Urzelle des Massentourismus nicht nur auf Mallorca, sondern im gesamten Mittelmeeraum. Nach einer ersten grundlegenden Umgestaltung in den späten 80er und frühen 90er Jahren, bei der vor allem der Durchgangsverkehr aus der ersten Reihe ins Hinterland verlegt und eine schnurgerade, Palmen gesäumte Promenade als Flaniermeile eingerichtet wurde, wollte man nun den zweiten großen Wurf Richtung Qualitätstourismus und Ökologie landen.
Heruntergekommene Hotels aus den 60er- und 70er-Jahren sollten abgerissen werden, und auf deren Gelände wollte man Grünflächen anlegen. Die Hälfte der rund 40.000 Hotelbetten vor allem im unteren Segment sollte verschwinden und mit ihnen die alten Zwei-Sterne-Hotels. Drei-Sterne-Häuser sollten weiter zu Vier-Sterne Häusern hochrenoviert werden. Die Investitionen von mehreren Milliarden Euro sollten vor allem private Investoren und Hoteliers tätigen. Die Playa de Palma sollte in ein "mediterranes Erlebniszentrum" umgewandelt werden und Maßstäbe setzen für sanften Qualitätstourismus. Aber bereits an der Frage der Enteignungen scheiterte die alte sozialistische Regierung.
Jetzt hat man sich aus Kostengründen zunächst für die "kleine Lösung" im Umfang von gut 6 Millionen Euro entschieden, die von Oktober 2012 bis April 2013 für Can Pastilla und Las Maravillas ein Micro-Facelifting bringen soll. Das eigentliche Sorgenkind El Arenal bleibt aber außen vor und kann weiter vor sich hingammeln, obwohl in den Straßenschluchten der zweiten bis fünften Reihe der Handlungsbedarf ins Auge springt. Das ist sehr schade, weil es gerade Zonen wie diese sind, die das alte Voruteil vom schäbigen Billigtourismus auf Mallorca am Leben erhalten.
Am anderen Ende der Bucht von Palma soll die Melia-Gruppe im kommenden Jahr damit beginnen, das Gegenstück zu Arenal, Magaluf, vom Slum-Charme zu befreien und in einen Lounge-Park mit Vier- und Fünf-Sternehotels umwandeln. Das könnte auf eine Teilprivatisierung dieses öffentlichen Küstenabschnitts hinauslaufen, was hoffentlich kein Model für das weitere Vorgehen an der Playa de Palma sein wird. Aber Finanznot macht eben erfinderisch.
www.ab-in-den-urlaub.de
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