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21.11.2010

UNESCO schützt ein Mallorca Kirchenlied

Kategorie: Mallorca News
Von: st.e.

Am 16. November 2010 hat die UNESCO ein mallorquinisches Kirchenlied als Weltkulturerbe ausgezeichnet: La Sibilla heißt der Gesang, in dem die Prophetin Sybille das Ende der Welt voraussagt.

Kloster Lluc Mallorca

Kloster Lluc, Mallorcas religiöses Zentrum mit langer Chor-Tradition

Das nun offiziell geschützte mallorquinische Lied "Cant de la Sibil.la" trägt traditionell ein Kind vor, und zwar a capella vor großem Publikum, denn la Sibilla ist fester Bestandteil jeder Christmette auf Mallorca.

Der Gesang ist arabischen Ursprungs und schon seit dem 13. Jahrhundert in Spanien heimisch. Doch nur auf Mallorca ließen sich die Sänger den Mund nicht verbieten: Die Bischöfe der Insel hatten mit ihrem Versuch, das Lied aus der Kirche zu drängen, keinen Erfolg, während ihre Amtskollegen anderswo ihr Ziel erreichten.

Warum sollte la Sibilla abgeschafft werden? Obwohl der Gesang nur in der Kirche vorgetragen wird, ist das Lied nicht kirchlichen Ursprungs. Der Vortrag wird wie ein Auftritt im Theater inszeniert: Die Sänger sind verkleidet und halten ein blankes Schwert in den Händen, was den Kirchenmännern des 16. Jahrhunderts missfiel. “Die katholische Kirche setzte Schauspieler mit Prostituierten gleich, weswegen auch die Darstellung des Sybillengesangs als anzüglich galt.” So erklärt Ricard Terradas, Chorleiter im Kloster Lluc, das Verbot.

Das Kloster Lluc ist das religiöse Zentrum der Insel und ein Internat mit einem renommierten Chor: Els Blauets, die Blauen, werden die Mädchen und Jungen genannt, wegen der Farbe ihrer Sotane.

Hier erklingt an Heilig Abend die schwierigste Version des Sybillengesangs- sie hat besonders viele Noten. Es ist die Version, die auch in Ludwig Salvators Standardwerk “Die Balearen” nachzulesen ist.

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