Mallorca Wandern mit Hindernissen: "Prohibido el paso"
Von: st.e.
Wanderer auf Mallorca treffen häufig auf gesperrte Wege. Rund 50 Pfade und kleinere Straßen in Mallorcas Wanderparadies, der Gebirgskette Tramuntana, sind auf Grund des ewigen Wegestreits nicht mehr frei zugänglich.
Das Gebirge auf Mallorca befindet sich überwiegend in privater Hand und „jedes Jahr sperren die Grundstücksbesitzer weitere Wege,“ sagt Joan Miquel von der Bürgerbewegung „Camins Publics i Oberts“, die sich für die Öffnung der ehemaligen Wanderwege einsetzt.
Neue Gründstücksinhaber würden häufiger ihr Terrain dichtmachen als alteingesessene. Doch auch Familien, die seit Generationen in Besitz von Fincas in den Bergen sind, versperren alte Pfade.
Früher waren Besucher willkommen: Bevor Mallorca vom Tourismus lebte, kreuzten nur wenige Fußgänger die Grundstücke im Gebirge. Heute wandern „1000 Mal mehr Menschen hier durch als vor 60 Jahren“, schätzt Fernando Fortuny, Fincabesitzer in der Tramuntana.
Fortuny hat den Weg, der über sein Grundstück führt, gesperrt, aus Sicherheitsgründen und weil sich die Wanderer oft nicht respektvoll benehmen, ihren Müll in der Natur entsorgen und Hunde frei laufen lassen.
Beim Wegestreit landen die Kontrahenten oft vor Gericht: Nur selten kommt es zu einer Einigung; so haben einige Wege am Sonntag geöffnet, bei anderen wird ein Wegezoll von zwei oder drei Euro erhoben. Manche Fincabesitzer öffnen ihre Wege nach Anmeldung.
Weil das Tramuntana-Gebirge ab 2011 als Weltkulturerbe unter Unesco-Schutz stehen könnte, glauben die einen, dass alle Wege bald wieder offen sind. Die anderen, die Grundstücksbesitzer, haben einen Verein, die Asociación de Propietarios de Fincas Rústicas de Baleares, ins Leben gerufen.
Fernando Fortuny ist deren Vorsitzende und er hofft, sich dank des Vereins besser gegen die Öffnung der Wege schützen zu können.
Tipp für Wanderer: Erkundigen Sie sich bei der jeweiligen Verwaltung, ob die Wege, über die Sie wandern möchten, tatsächlich frei zugänglich sind. Das erspart unnötige Enttäuschungen.
Eine wirklich befriedigende Lösung des Problems ist allerdings nicht in Sicht.
www.ab-in-den-urlaub.de
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