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07.06.2010

Naturgefährdung durch Ölkatastrophe vor der Küste Louisianas

Kategorie: USA News
Von: ek

Der Staatsvogel Louisianas, der Braune Pelikan ist besonders bedroht. Sein Brutgebiet sind die Sandinseln vor den Küstengebieten. Als Tauchvögel werden die Pelikane schnell mit einer Ölschicht überzogen. Die Mitarbeiter der 4 bereits bestehenden Pelikan-Hilfsstationen stehen der Katastrophe hilflos gegenüber. Um das Gefieder eines Pelikans vom Öl zu befreien, braucht man viel reines Wasser, milde Reinigungsmittel und etwa eine Dreiviertel Stunde Zeit. Doch um den Vögeln zu helfen, muss man sie erst einmal haben. Für viele gibt es keine Rettung mehr. Hunderte toter Seevögel, Schildkröten und Meeressäuger sind bereits angeschwemmt worden.

Ölverschmutzte Braune Pelikane / © Flickr-International Bird Rescue Research Center

Ölverschmutzte Braune Pelikane / © Flickr-International Bird Rescue Research Center

Das Ministerium für Natur und Fischerei in Louisiana zieht eine traurige Bilanz.
Der Ölteppich bedroht unmittelbar

  • 445 Fischarten
  • 32 Amphibien- und Reptilienarten, darunter Alligatoren, deren Nahrung wiederum Fische sind, sowie Schildkröten, die gerade mit der Eiablage an den Stränden beginnen
  • 45 Säugetierarten, darunter Meeressäugetiere wie Tümmler und Pottwale
  • 134 Vogelarten

Mehr als 5 Millionen Zugvögel machen in den Sumpfgebieten Louisianas Station. Ein Vogel, dessen Gefieder mit Öl in Verbindung gekommen ist, kann durch seine verklebten Flügel weder Wasser abweisen noch Luft aufnehmen. Ihre Körpertemperatur kann nicht mehr ausgeglichen werden und unterkühlt.

Die Mangrovenwälder, die sich an der gesamten Golfküste entlang ziehen, reagieren sehr empfindlich auf Verschmutzungen durch Öl. Wenn ihre Luftöffnungen verstopft werden, sterben sie ab. Da Mangroven beim Küstenschutz eine wichtige Rolle spielen und sie nur sehr langsam nachwachsen, ist die Ölverschmutzung eine doppelte Bedrohung für die Küste.

In den Bayous, dem landschaftsprägenden Marsch- und Sumpfland von Louisiana und an langsam fließenden Flüssen und Bächen ist die Katastrophe bereits seit Wochen greifbar. Hier werden enorme Mengen Schweröl an Land gespült, und es ist noch kein Ende abzusehen. An manchen Stellen ist die braune klebrige Masse bereits mehrere Zentimeter dick.
In dem teilweise sehr schwer zugänglichen Sumpfland ist die Beseitigung der Verschmutzung äußerst schwierig und kann Jahre oder Jahrzehnte dauern. Die Folgen für das Ökosystem sind unabsehbar.

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