Ölpest im Yellowstone Nationalpark?
Von: e.k.
Nach dem Bruch einer Pipeline im US-Bundesstaat Montana sind etwa 160.000 Liter Rohöl in den Yellowstone River geflossen und haben seine Ufer verschmutzt. Für den südlich des Lecks gelegenen Yellowstone Nationalpark besteht keine Gefahr. Der Fluss fließt in die andere Richtung.
Am Abend des 1. Juli wurde der Schaden im Yellowstone River entdeckt. Aus einem defekten Rohr der von ExxonMobil betriebenen Silvertip Pipeline, der Hauptleitung aus dem nördlichen Wyoming zur Raffinerie in Billings, Montana, ist aus einem Leck Öl ausgetreten und hat einen der landschaftlich schönsten Flüsse im Nordwesten der USA auf einer Länge von bislang 250 km verschmutzt. Der Ölfluss konnte sofort gestoppt und die Pipeline geschlossen werden, so dass kein weiteres Öl mehr austreten kann. Die Raffinerie soll bis auf Weiteres per LKW oder Bahn beliefert werden.
Der Yellowstone Nationalpark liegt nur 50 km von der Unglücksstelle entfernt im Süden. Glücklicherweise fließt der Yellowstone River nach Nordwesten, so dass für das Unesco-Welterbe keine Gefahr besteht.
Die geborstene Stelle der Pipeline, die sich unter dem Yellowstone Fluss befindet, konnte bis jetzt noch nicht ausgemacht werden. Während ExxonMobil-Betreiber zusammen mit Ermittlern aus Staats- und Bundesbehörden die Ursache der Beschädigung herauszufinden versuchen, sind die Säuberungsarbeiten in vollem Gange, doch werden sie stark behindert durch Hochwasser und die derzeit schnelle Fließgeschwindigkeit des Flusses.
Spezialeinheiten mit mehr als 280 Personen beteiligen sich an der Säuberung. Sie raffen die klebrigen schwarzen Schlieren und Schwaden mitsamt den Steinen, Holz, Schutt und Gräsern, an denen sie kleben, in große, schwarze Mülltüten. Andere wischen auf allen Vieren dort, wo das Wasser sich zurückgezogen hat, das Öl aus den Grasbüscheln. An einigen Stellen ist es gelungen, das Öl abzusaugen und Schwimmbarrieren zu verlegen.
Mitglieder von Vogelschutzorganisationen sind vor Ort, ebenso Umwelt-Aktivisten, die Wasser-, Luft- und Bodenproben entnehmen.
Nach einem Bericht in der Billings Gazette http://billingsgazette.com/ für Wyoming und Montana hat das US- Department of Transportation, das die Pipelines überwacht, im vergangenen Jahr ExxonMobil verwarnt und auf sieben Sicherheits-Verstöße entlang der Pipeline Silvertip hingewiesen. Zwei dieser Warnhinweise erhielt das Unternehmen für sein mangelhaftes Notfallprogramm und die Wartung der Pipelines.
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