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Zur Insel Vilm mit dem Schiff

Vilm ©  by Jelly - wikipedia.org
Die Insel Vilm

Alles über die Insel Vilm und die Besuchsmöglichkeiten

Vor der Küste von Lauterbach bei Putbus liegt in Sichtweite die kleine Insel Vilm im Rügischen Bodden. Auf Karten ist sie mit der Anmerkung "NSG: Anlegen und Betreten Verboten" versehen. Seit Jahrzehnten schon ist das Eiland völlig gesperrt.

Die düstere Vergangenheit Vilms

Bis vor einigen Jahren spielte sich häufig folgendes ab: Schwarze, abgedunkelte Limousinen fuhren mit hoher Geschwindigkeit in den dann für die Einwohner gesperrten Lauterbacher Hafen ein und setzten sofort mit dem bereitliegenden Schiff zum Vilm über. Diese lichtscheuen Herren waren die Mitglieder des DDR-Ministerrats.

Der Vilm war bis zur Wende Privatinsel von Honecker und Co., die man als Naturschutzgebiet tarnte. Niemand durfte sich dem Eiland nähern. Selbst die Putbuser Offiziellen, deren Verwaltung die Insel eigentlich unterstand, durften sie nicht betreten. Nur einem Verwalter und dem Servicepersonal wie Gärtnern, Köchen und Putzfrauen war der Zugang gestattet.

Eine derartige Totalabschottung ist natürlich enorm phantasieanregend. So war es nicht verwunderlich, dass gleich nach dem Sturz der Herren eine wahre Völkerwanderung zum Vilm einsetzte. Jeder wollte das Allerheiligste und die darin vermuteten Schätze mit eigenen Augen sehen, einmal auf dem Strand stehen, in dem Erich, der insgesamt nur fünf Tage auf Vilm weilte, seinen Bauch in die Sonne gestreckt hatte.

Naturschutz auf Vilm

Aber diese Öffnung war nur von kurzer Dauer. Das NSG Vilm bleibt weiterhin nicht frei zugänglich. Es kann nur nach vorheriger Anmeldung und mit Führung betreten werden. Der heutige Grund: die Natur des Vilms ist tatsächlich von so einzigartiger Schönheit und Ursprünglichkeit, dass sie bei einem unkontrollierten Zugang schlicht totgetrampelt würde. Keine Privilegien oder Böswilligkeiten stecken also hinter dem Verbot, sondern verantwortliches Handeln für den Erhalt dieses zauberhaften kleinen Paradieses. Auch wenn es schwerfällt, die Reglementierung zu akzeptieren, man sollte Verständnis und Einsicht haben. Wer den Vilm einmal mit eigenen Augen gesehen hat, wird es verstehen.

Landschaft auf Vilm

Die Insel ist nur knapp 100 ha groß und besteht aus dem Großen und dem Kleinen Vilm. Die beiden Moränenhügel sind durch einen schmalen Streifen Schwemmland verbunden. Die Hügel sind bewaldet, ihre Hochufer fallen steil ins Meer ab. Das Material, das das Meer an den Kliffen abnagt, wird am Großen und Kleinen Haken angelandet und lässt diese ständig wachsen.

Das kleine Eiland besitzt einfach alles, was sich an Landschafts- und Küstenformen in der Ostseeregion finden lässt. Wie bei einem Modell, an dem der Schöpfer alle denkbaren Möglichkeiten en miniature ausprobiert hat, sind hier auf engstem Raum die verschiedensten Naturausprägungen auf das Harmonischste vereint.

Es ist unmöglich, die urwüchsige Natur auch nur annähernd zu beschreiben. Damit dieses Paradies, das die Jahrhunderte unbeschadet überstanden hat, auch weiterhin erhalten werden kann, sind die strengen Schutzregelungen für den Vilm unbedingt nötig.

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