Vila Real de Santo António
Stadtgeschichte von Vila Real de Santo António
Bei der durch Fähre und Autobahnbrücke mit Spanien verbundenen "Kunststadt" Vila Real (15.000 Einw.) handelt es sich nicht, wie der Begriff vielleicht vermuten ließe, um eine Hochburg der schönen Künste, sondern um einen künstlich auf ebenem Boden mit schnurgeraden, rechtwinklig angelegten Sträßchen errichteten politischen Kraftakt des einstigen königlichen Ministers Marquês de Pombal (Lissabon).
Mehrere Gründe sprachen für die Errichtung der Stadt: Zum einen existierte hier oder in unmittelbarer Nähe schon im 16. Jh. ein Fischerdorf namens Vila de Santo António (dieses wurde jedoch während des Erdbebens von 1755 nahezu vollständig zerstört).
Zum zweiten wollte man unter König José I. (1714–1777) den Spaniern jenseits des Grenzflusses mit einer mächtigen Stadt signalisieren, dass man für Übergriffe – bis 1763 herrschte quasi Kriegszustand – bestens gewappnet war. Und schließlich sollte der Warenhandel über den Grenzfluss Rio Guadiana gelenkt und staatlich kontrolliert werden. Zu diesem Zweck wurde im März 1774 mit dem Bau von Vila Real begonnen, wobei Funktionalität nach klassischen Vorbildern (etwa Griechenland, Valletta und auch die Baixa in Lissabon) im Vordergrund standen.
Gerade die vollkommene optische Andersartigkeit der Stadt im Vergleich zu den anderen Orten der Algarve macht Vila Real de Santo António zu einem lohnenswerten Ausflugsziel (etwa auf dem Weg nach Monte Gordo oder Castro Marim).
Sehenswertes in Vila Real de Santo António
Praça Marquês de Pombal
Sehenswert sind in Vila Real die gitterartig angelegten Sträßchen rund um den Praça Marquês de Pombal, benannt nach dem Initiatoren des Stadtneubaus. Seinen zentralen, zu Ehren des Gründungsregenten José I. aufgestellten Obelisken ziert die königliche Krone. Von hier aus laufen Bodenmosaiken strahlenförmig in alle Richtungen auseinander; Orangenbäume und Sitzbänke umrahmen den quadratischen Platz. An der Nordseite wurde die Hauptkirche Igreja Paroquial ab September 1774 als eines der ersten Bauwerke errichtet. Der Zentralaltar der einschiffigen Kirche birgt kein Kreuz, sondern einen Marienschrein mit Gralsmotiv.

- Der Marktplatz Praça Marquês de Pombal lädt zum Verweilen ein
Ebenfalls am Praça de Pombal kann man das Museu Manuel Cabanas besuchen Di–So 10–18 Uhr, Eintritt 1,50 Euro), welches hauptsächlich Holzschnitte des Regionalkünstlers Cabanas (1879–1969) zeigt, aber auch interessante Druckvorlagen für Konservendosen sowie Fotos und Gemälde von Persönlichkeiten aus Kunst und Politik beherbergt. Die Rua Dr. Teófilo Braga mit ihren Seitensträßchen bildet die Haupteinkaufszone mit zahlreichen Boutiquen, Andenkenhändlern und Cafés; sehenswert ist hier noch das große Kulturzentrum (Centro Cultural de Antonio Aleixo) im neomaurischen Stil. Spazieren gehen und das Treiben am Fluss beobachten kann man sehr hübsch an der neu angelegten Promenade entlang der Avenida da República.
Praia de Vila Real
Den Praia de Vila Real (auch Santo António genannt) erreicht man über die hoppelige Dammstraße zum Ponta da Areira, wo der Rio Guadiana in den Atlantik mündet. Er ist zwar nicht unbedingt der schönste Strand, hat aber dafür das wärmste Wasser weit und breit zu bieten. Vom südöstlichsten Punkt der Algarve, dem Ponta da Areira, hat man einen eindrucksvollen Blick über Monte Gordo und das spanische Ayamonte bis zur Autobahnbrücke.
Praktische Tipps für Vila Real de Santo António
An- und Weiterreise
- Bus: Anbindung mehrfach täglich (auch Express) zu den Hauptorten der Algarve bis Lagos; Regionalbus (ca. alle 2 Stunden) nach Castro Marim; zweimal täglich bis Alcoutim; 11–25-mal tgl. nach Monte Gordo; gegen 9 und 17 Uhr nach Huelva/Spanien
- Zug: 10–12 Züge tgl. bis Lagos bzw. Lissabon
- Fähre (nach Spanien): 8.20–19 Uhr alle 40 Minuten, 1 Euro, Kinder 50 Cent, Rad 50 Cent, Moped 2–3 Euro, PKW 3,50 Euro
Unterkünfte in Vila Real de Santo António
- Camping siehe Monte Gordo
- Pousada de Juventude, Rua Dr. Sousa Martins 40, Tel. 281 544 565; ca. 10 Euro/Pers.
- Pensão Pereira, Rua Dr. Sousa Martins 57, Tel. 281 543 325, 20 Euro/Zi., gut und originell
- Residencial Felix, Rua Dr. Manuel Arriaga 2, Tel. 281 543 791; angenehm und zentral gelegen
- Hotel Guadiana, Av. da República 94, Tel. 281 511 482, Fax 281 511 473; sehr empfehlenswert
Essen und Trinken
- Am Morgen hat nur das Café-Restaurante Curaçao de Cidade in der Rua Cândido dos Reis geöffnet.
- Am Praça de Pombal liegt das Café Cantinho do Marquês in toller Umgebung, es öffnet aber erst später am Vormittag.
- Für Mittags- und Abendgerichte empfiehlt sich das kleine Caves de Guadiana (neben dem Hotel) mit seinen Fleisch- und Fischspezialitäten.
- Günstige Kleinigkeiten sind in der Snackbar Mira und der Pastelaria Rally (beide nebeneinander in der Rua Princesa) zu haben.
- Die Cervejaria Pombalina (Rua Jose Barão) spricht mehr die mittlere und gehobene Klientel an, ist also keine "Bierhalle".
Nützliches
- Touristeninformation: am Centro Cultural, Rua Teófilo Braga, Tel. 281 510 050, Mo–Fr 10–13 und 16–19.30 Uhr; Sa nur vormittags
- Taxistand: am Fährpier/Busbahnhof
- Zeitschriftenkiosk: am Fährpier
- Intermarché-Supermarkt: in der Rua de Angola
- Apotheke und Geldautomaten: am Praça Marquês de Pombal
- Polizei: Rua Manuel Arriaga 19, Tel. 281 544 355
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