Die Wasserrutschen in "The Big One"
Für Männer und Frauen ohne Nerven
10 Uhr, nur wenige Besucher in "The Big One" Zeit genug also, einmal die hoch gelobte Attraktion "Banzai Boggan" in Ruhe und ungestört auszuprobieren. Was ist zu tun? Aha, man soll sich eines dieser "Surfbretter" nehmen und die spiralförmige Rampe erklimmen. Diese ist ziemlich rutschig, drei Schritte vor, zwei zurück – vor lauter Anstrengung kommt man gar nicht dazu, nach unten zu schauen. Vielleicht besser so, es wäre Schwindel erregend. Endlich ist der "Gipfel" erreicht. Schöne Aussicht hier oben, 25 Meter über dem Boden.
So, was nun? Ah, der freundliche Angestellte winkt, man solle das Brett auf die leicht erhöhte Rampe legen und sich darauf setzen. Ok., gebongt. Was denn nun, was macht der Kerl da? Die Rampe wird hinten angehoben, man kippt leicht nach vorne und wird, auf dem Brett kauernd, von einer Blockierung aufgehalten. Oh nein, jetzt ist alles klar! Die Rampe geht unmittelbar in eine stählerne Rutsche über, die 25 Meter beinahe senkrecht nach unten ins Wasserbecken führt. Man kann sich an den beiden kleinen Griffen auf dem Brett kaum festhalten. Es ist ja noch früh, noch kaum Besucher im Park, deshalb spielt der Angestellte noch ein bisschen mit den Knöpfen, hebt und senkt ruckartig die Rampe, während dem zusehends beunruhigten Fahrgast das Blut in den Adern gefriert.
Der Blick ist krampfhaft geradeaus gerichtet. Bizarrerweise drängt sich noch rasch die im Physikunterricht gelernte Formel vom freien Fall mit 9,81 Meter pro Sekunde im Quadrat auf, doch die Berechnung wird jäh unterbrochen. "Ready?", fragt der Angestellte gnadenlos zum fünften Mal – um den der Ohnmacht nahen Touristen endlich in die Röhre fallen zu lassen. Endlich?
Hier im Video ansehen : "Banzai Boggan"
Mitnichten: Im viel zitierten und selten erlebten Affenzahn saust das Brett mit dem verkniffenen, längst von etwaigen Toupés befreiten Reiter die Rutsche fast senkrecht hinunter. Schicksalsergeben erwartet man den knallharten Aufprall, doch die Stahlröhre knickt an der Wasseroberfläche waagerecht ab und entlässt den längst nicht mehr zu bremsenden Fahrgast in das 50-Meter-Becken, wo er je nach Geschick 20, 30 oder 40 Meter im Schnellboottempo zurücklegt. Die besten schaffen es bis auf den Kunstrasen am flachen gegenüberliegenden Beckenende, wo sich stets eine stattliche Zuschauerschar einfindet, die nicht schlecht staunt ob der (unfreiwilligen) Leistungen der "Banzai Boggans", der lebensmüden Reiter!
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4. Auflage 2011
19.50 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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