Als Selbstfahrer in Südafrika unterwegs
Die Übernahme der Fahrzeuge erfolgt meist am Flughafen. Die großen Autovermietungen haben Schalter an jedem größeren Flughafen. Hat man einen kleineren Anbieter oder eine Privatperson als Fahrzeugvermieter gewählt, sollte man eine Beschreibung des Abholortes besitzen. Besser ist es, auf Abholung vom Flughafen zu bestehen.
Besonders beachten
Das Auto sollte vor der Fahrt kontrolliert werden z.B. auf Existenz und Zustand (Luftdruck!) des Reserverades und des Bordwerkzeugs. Sind alle Scheiben ohne Sprünge, hat die Karosserie Dellen? Zu einer korrekten Ausstattung eines Fahrzeugs gehören ein Wagenheber, Radkreuz und ein Verbandskasten. Ein Abschleppseil ist ratsam. Begibt man sich in Gebiete, in denen man mit sehr schlechten Straßenverhältnissen rechnen muss, sollte man ein zweites Ersatzrad dabei haben.
Am besten fragt man den Autovermieter, ob er rät, beim Befahren von Schotterpisten (was allerdings nicht mit allen Fahrzeugen erlaubt ist) den Reifendruck herabzusenken – und wenn ja, um wie viel. Reserve-Kanister für Treibstoff und Wasser (Kühler!) sind wichtig. Eine Proberunde drehen (vierradbetriebene Fahrzeuge sollten ausführlich erklärt werden). Bei Campmobilen sofort die Funktion der Betten, der Küche, der Toilette etc. prüfen.
Finden sich im Handschuhfach alle wichtigen Papiere wie Bedienungsanleitung, Rufnummern des Autovermieters, Notrufnummern und Pannenhilfen?
Tankstellen in Südafrika
Die Tankstellendichte in Großstädten, größeren Orten und an den meisten Hauptverbindungsstraßen ist gut. Fast alle haben Toiletten und man kann etwas zu essen kaufen. Größere haben 24 Stunden geöffnet, die übliche Öffnungszeit ist von 6–18 Uhr. In dieser Zeit steht, wenn angeschlossen, auch ein Werkstatt-Service („Garage“) zur Verfügung.
In ländlichen Gebieten sind Tankstellen sonntags geschlossen. Selbstbedienung ist nicht üblich! Wenn doch, so erkennt man das an großen „Self Service“-Schildern. Die Abgabe des Benzins erfolgt in Litern. Nur wenige Tankstellen akzeptieren die gängigen Kreditkarten!
Straßen in Südafrika
Die meisten der größeren Straßen sind in sehr gutem Zustand. Die Nationalstraßen, die Hauptverkehrsadern des Landes, erkennt man an dem Buchstaben „N“ (National) mit einer zugeordneten Nummer, z.B. N1 (National Road von Kapstadt – Johannesburg – Pretoria bis zur Grenze nach Zimbabwe; Haupt-Süd-Nord-Route). Einige Abschnitte der Nationalstraßen sind gebührenpflichtig und werden als „Toll route“ angezeigt (z.B. N2 bei Port Shepstone und zwischen Durban und Richards Bay, sowie N3 zwischen Durban und Johannesburg).
Größere Nebenstraßen, vergleichbar mit unseren Bundesstraßen, sind mit einem „R“ (Regional) bezeichnet. Sie sind meist asphaltiert. Landstraßen, häufig Schotterpisten, tragen ein „S“ (Sand) oder „D“ (Dirt) und eine dazugehörige dreistellige Nummer. Schnellstraßen in Stadtbereichen werden mit „M“ (Motorway) klassifiziert. Sie besitzen gleichfalls Nummern und werden oft mit Richtungsweisern versehen: S, W, N, E – Süden, Westen, Norden, Osten. Wichtig ist eine aktuelle Straßenkarte. Einige Straßennummerierungen wurden in den letzten Jahren verändert.
„Parkwächter“ und Autowäscher in Südafrika
Man muss damit rechnen, dass beim Abstellen des Autos oft selbsternannte „Parkwächter“ Gebühren kassieren. Die allermeisten haben dazu keine Befugnis, geschweige haften sie! Dennoch erscheint es sinnvoll, einen kleinen Obulus zu bezahlen. Ebenso werden häufig Autos während der eigenen Abwesenheit gewaschen. Es liegt im persönlichen Ermessen, darauf mit einer Bezahlung zu reagieren. Wer es nicht mag: Vielleicht hilft ein gut sichtbares Schild hinter der Windschutzscheibe: „Please no car wash“.
Wichtige Verkehrsregeln
In Südafrika herrscht Linksverkehr. Dies ist eine Herausforderung an die Konzentration. Es bedeutet für den Autofahrer nicht nur auf der linken Fahrbahn zu fahren, er sitzt auch plötzlich rechts und muss mit der linken Hand schalten. Die Ausfahrten von den Schnellstraßen sind links. Prinzipiell wird auf der linken Fahrspur gefahren und auf der rechten überholt. Besonders aufpassen muss man beim Losfahren, bei Ein- und Ausfahrten und beim Abbiegen, damit man da nicht unbewusst nach rechts steuert!
Auf Landstraßen zu fahren ist einfacher. Aber alle Autovermietungen liegen in der Regel mitten in der Stadt oder am Flughafen mit Schnellstraßenverbindung. Man sollte sich anfangs so vorsichtig wie möglich an die neue Verkehrssituation herantasten. Auch als Fußgänger muss man sich umstellen, weil man beim Überqueren einer Straße zur Beobachtung herannahender Autos den Kopf nun zuerst nach rechts und in der Straßenmitte nach links wenden muss! Wichtiger Hinweis: Es ist allgemein üblich, auf Schnell- und Landstraßen auf den linken Seitenstreifen rauszufahren, um andere trotz Gegenverkehr überholen zu lassen. Als Dank dafür schaltet der Überholende kurz die Warnblinkanlage ein, der Überholte meldet sich evtl. mit einem kurzen Aufblinken der Lichthupe.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt, wenn nicht anders ausgeschildert, auf Schnellstraßen 120 km/h, auf Landstraßen 100 km/h und in Ortschaften 60 km/h.
Ein Halteverbotsschild erkennt man an einem durchgestrichenen „S“, ein Parkverbotsschild an einem durchgestrichenen „P“. An folgenden auf der Fahrbahn markierten Zonen darf man weder halten noch parken: „B“ bedeutet „Halten nur für Busse erlaubt“, „L“ grenzt eine Ladezone ab.
Ein Stoppschild, das mit 4-way gekennzeichnet ist, weist darauf hin, dass keine Einmündung Vorfahrt hat! Dasjenige Fahrzeug darf als erstes fahren, das die Kreuzung als erstes erreicht hat. Dann geht es der Reihe nach weiter. Vorsicht: Ist das Stoppschild nicht mit dem Zusatz 4-way versehen, muss man auf jeden Fall anhalten und warten, bis alle Fahrzeuge der Vorfahrtsstraße vorbeigefahren sind.
Die Verkehrszeichen ähneln den europäischen Zeichen und sind in der Regel unmißverständlich. Eine „Robot“ ist eine Verkehrsampel. Zusätzlich gibt es noch die sogenannten „touristischen Schilder“, die auf Tankstellen, Picknickplätze und Sehenswürdigkeiten hinweisen.
Das Buch zum Artikel:
Südafrika
840 Seiten, mehr als 250 Abbildungen und s/w-Fotos,
über 100 detaillierte Stadtpläne und Karten, farbige Übersichtskarten im Umschlag, Glossar, ausführliches Register, strapazierfähige PUR-Bindung
8. Auflage 2010
25.00 Euro
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