Als Selbstfahrer in Südafrika unterwegs, Teil II
Schwierige Strecken und Pannen in Südafrika
Fahren auf Dirt Roads
Das Befahren von Schotterpisten ist eine Kunst für sich. Die ideale Geschwindigkeit liegt zwischen 60 und 100 km/h, je nach Fahrzeugtyp. Fährt man zu langsam, wird man zu sehr durchgeschüttelt, fährt man zu schnell, verliert man leicht die Kontrolle. Hohe Schleudergefahr! Kommt es dazu, darf nicht abrupt auf die Bremse gestiegen werden!
Spurrinnen: Sofern es die Bodenfreiheit erlaubt, sollte man in den Spuren fahren. Das ist zunächst ein etwas komisches Gefühl. Am besten man legt beide Hände unverkrampft ans Lenkrad und versucht nicht gegenzulenken.
Sand auf der Fahrbahn: Auf einigen Strecken muss man mit Sandwehen auf der Piste rechnen. Vorausschauend fahren und notfalls anhalten, um die Tiefe des Sandes zu kontrollieren, dann u.U. mit Schwung hindurchfahren. Sollte man steckenbleiben – sofort vom Gas gehen. Die durchdrehenden Räder graben sich sonst noch tiefer ein. Die Räder, soweit es geht, vom Sand befreien und versuchen, eine griffige Fläche, z.B. eine Fußmatte, unterzulegen. Mit wenig Gas anfahren.
Reifenpannen: Auf Schotterpisten ist die Gefahr einer Reifenpanne besonders groß. Obwohl Schotterstraßen selten befahren werden, sollte man zur eigenen Sicherheit das Fahrzeug so weit wie möglich links an der Straße abstellen und mit einem Warndreieck auf sich aufmerksam machen. Dann den Reifen wechseln.
Kühlerschaden: Bei einem Kühlerschaden unbedingt den Motor abkühlen lassen, bevor der Deckel für das Kühlwasser geöffnet wird. Es besteht sonst erhebliche Verbrühungsgefahr, ebenso kann der Motor durch den großen Temperaturunterschied reißen! Mit ausreichend Wasser im Wagen kann man sich zur Not durch Nachfüllen des Kühlsystems bis zur nächsten Werkstatt retten.
Verkehr in Südafrika
Leider bietet die Verkehrsstatistik Südafrikas traurige Zahlen: Über 11.000 Verkehrstote sind alljährlich zu beklagen. Verantwortlich für diese hohe Rate ist zu schnelles Fahren und Überholen an unübersichtlichen Stellen. An zweiter Stelle folgt Alkohol am Steuer. Besonders gefährdete Zeiten sind der Freitag- und der Samstagabend.
Sicherheit an erster Stelle
Grundsätzlich ist Südafrika ein freundliches Land mit sympathischen und ehrlichen Menschen. Doch gibt es auch Schattenseiten. Besorgniserregend ansteigend ist die Zahl der Überfälle auf „offener Strecke“: Ziel ist der Diebstahl der Autos oder des Inhalts. Nur in den wenigsten Fällen hat man es auf die Personen im Auto abgesehen. Allerdings kann es in gefährlichen Regionen auch zur Beschießung der Autos oder zu Steinwürfen kommen. Wichtig: Auf keinen Fall nachts fahren! Deshalb vor Fahrtantritt den Zeitbedarf für die anvisierte Etappe realistisch kalkulieren.
Grundregeln in ernsten Situationen
Die Grundregeln der Sicherheit sollte man sich einprägen:
● Bei Schwierigkeiten mit dem Auto ist es ratsam noch den nächsten Ort oder die nächste Tankstelle zu erreichen. Unnötiges Anhalten am Straßenrand ist zu vermeiden (generell bezieht sich das auf sehr gefährliche Straßen, z.B. um Großstädte, auf abgelegene Routen u. Nebenstraßen).
● Bei einer Fahrzeugpanne versuchen, das nächste Auto sofort anzuhalten. Es gibt so gut wie keine Berichte darüber, dass Überfälle auf mehr als ein Fahrzeug verübt werden.
● Wird man von einem anderen Fahrzeug von der Straße auf den Seitenstreifen abgedrängt in den 1. Gang schalten. Um anzugreifen, müssen die Überfallenden aus ihrem Fahrzeug heraus. Diese Situation nutzen und sofort anfahren, wenn die anderen ihren Wagen verlassen.
● Im Wagen befindet man sich immer in größerer Sicherheit als außerhalb. Türen verriegeln und Fenster nur einen Spaltbreit öffnen, wenn jemand Auskunft will. In Südafrika sind Feuerwaffen sehr teuer – Messerattacken kann man so entgehen.
● Kommt es zu einem Überfall, alle Anweisungen des Angreifers befolgen. Heldentum wird nicht belohnt. Arme über den Kopf halten, wenn man das Fahrzeug verlässt. Sofort niederknien und den Kopf unter den Armen verbergen. Keine Bewegung machen.
● Hat man einen Unfall beobachtet, muss Erste Hilfe geleistet werden. Erscheint ein Unfallort suspekt, ohne anzuhalten zur nächsten Polizeistation, Tankstelle oder zum nächsten Haus fahren um Hilfe zu holen.
● Ist man selbst in einen Unfall verwickelt nicht weiterfahren, selbst in gefährlichen Regionen. Es sei denn, man sieht das eigene Leben dadurch in Gefahr. Dann unverzüglich zur nächsten Polizeistation oder dem nächsten Telefon fahren, um den Unfall zu melden. Unfallflucht wird in Südafrika streng geahndet!
● Bei Straßensperren durch Polizei und Militär muss unverzüglich angehalten werden. Woran erkennt man eine „echte“ Straßensperre? Captain Burger Van Rooyen von der südafrikanischen Polizei: „Eine polizeiliche Straßensperre unterliegt folgenden strikten Gesetzen: Aufgestellte Straßenschilder, die weithin sichtbar sind, warnen Autofahrer, dass sich vor Ihnen eine Straßensperre befindet. Und deutlich als Polizeiwagen zu identifizierende Fahrzeuge stoppen Autofahrer mit blinkenden Lichtern.”
Welche Straßen meiden?
● Alle Ausfallstraßen größerer Städte sind gefährlich!
● Desgleichen alle Straßen durch ehemalige schwarze „Homelands“. Dort befinden sich die ärmsten Gebiete Südafrikas mit höherer Kriminalitätsrate.
● Nachts sind alle Straßen gefährlich!
Notfall in Südafrika
Ausländischen Besuchern bietet Automobile Association of South Africa (AA), ein Verein wie bei uns der ADAC, die Mitgliedschaft an. Erkundigen Sie sich vor Fahrtantritt bei folgender Adresse: AA-House, 66 Korte St, Braamfontein 2001 (Tel. 011-403-5700). Ratsam ist, dies bereits von Deutschland aus zu erledigen. In manchen Automietverträgen, wie z.B. beim ADAC, ist eine Mitgliedschaft in der südafrikanischen Organisation bereits inbegriffen.
Der AA bietet einen 24-Stunden-Service. Die kostenlose Notrufnummer ist Tel. 0800-010101. In den meisten Fällen wird auch ohne Mitgliedschaft mit Rat geholfen. Sollte man selber Mitglied im ADAC oder einem anderen internationalen Automobilclub sein, Mitgliedsausweis mitnehmen. Dies berechtigt zur Nutzung vieler Serviceleistungen. Der Autovermieter gibt in der Regel ebenfalls Notrufnummern aus. Sie sind bei den Papieren. Pannenhilfen bieten die meisten Tankstellen. Für Touristen wurde das Travelphone unter Tel. 83-9011011 eingerichtet.
Das Buch zum Artikel:
Südafrika
840 Seiten, mehr als 250 Abbildungen und s/w-Fotos,
über 100 detaillierte Stadtpläne und Karten, farbige Übersichtskarten im Umschlag, Glossar, ausführliches Register, strapazierfähige PUR-Bindung
8. Auflage 2010
25.00 Euro
www.ab-in-den-urlaub.de
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