reisebuch
31.03.2011

Atomkatastrophe Japan: Radioaktives Jod aus Fukushima demnächst überall

Rubrik: Travel News
Von: e.pf.

Verstrahltes Jod wurde kürzlich in den USA entdeckt – dass es aus Japan kommt, steht fest, schließlich kann sich Jod-131 auch über weite Distanzen verteilen. Gefährlich wird es, sobald es vom Körper aufgenommen wird: Dort wird es in der Schilddrüse gespeichert und kann zu Krebs führen.

Tokio Strahlen

Für Tokio ist die Gefahr einer radioaktiven Wolke eine reale Bedrohung

Nach dem Super-GAU in Japan wurden nun bereits in Südkorea sowie im Nordosten der USA erhöhte Spuren von Radioaktivität nachgewiesen – so zum Beispiel in Cleveland/Ohio, wo Forscher eine geringe Menge Jod-131 im Regenwasser auf dem Dach eines Universitätsgebäudes fanden; dass es aus Japan kommt, daran bestehen keine Zweifel.

Bei Jod handelt es sich um ein natürliches Element, das in stabiler Form keine schädigende Wirkungen hat – im Gegenteil: Für den menschlichen Organismus ist es unverzichtbar und wird in der Schilddrüse verarbeitet. Gefährlich ist allerdings die Umwandlung von Jod in die radioaktiv belasteten Isotope Jod-131 sowie -123, wie sie im Atomreaktor oder bei der Zündung von atomaren Waffen stattfindet. Sobald ein Reaktorkern bzw. dessen Sicherheitsmantel beschädigt wird, können die radioaktiven Isotope entweichen – so wie es in Fukushima der Fall ist. Dabei ist radioaktiv belastetes Jod weder riech- noch sichtbar, in erster Linie nehmen Menschen es über Lebensmittel sowie Trinkwasser auf oder die instabilen Jod-Isotope werden eingeatmet.

Da radioaktives Jod sehr flüchtig ist, kann es in der Luft über weite Strecken verteilt werden – daher ist es auch möglich, dass es nun über Kontinente und Ozeane hinweg in den USA sowie Südkorea nachgewiesen wurde. Vor allem Lebensmittel sind betroffen: Blattgemüse beispielsweise nimmt die radioaktiven Isotope direkt aus der Luft auf – Fleisch, Eier- sowie Milchprodukte sind verseucht, wenn Tiere verstrahltes Gras bzw. Futter fressen. Wasser kann ebenso verseucht werden und so Fischprodukte radioaktiv belasten. Das Problem ist, dass die entsprechenden Lebensmittel nicht entgiftet werden können.

Gelangt radioaktives Jod nun in den Organismus, lagert es sich in der Schilddrüse ab und kann Krebs auslösen – vor allem Kinder und Jugendliche sind eine Risikogruppe. Damit der Körper nicht mit radioaktiven Jod-Isotopen belastet wird, können Jod-Tabletten eingenommen werden, um die Schilddrüse mit genügend stabilem Jod zu versorgen.

In Deutschland ist es allerdings keinesfalls notwendig, diese hochdosierten Jod-Präparate vorbeugend einzunehmen – die Nebenwirkungen sind nämlich gefährlich und können mitunter zu Schilddrüsenerkrankungen führen.

Solange sich also keine radioaktiv verstrahlte Wolke über Deutschland befindet, raten Experten dringend davon ab, die entsprechenden Tabletten zu schlucken, zumal die Halbwertzeit der Isotope Jod-131 sowie -123 nur 8 Tage beträgt und die Partikel von Japan einige Wochen benötigen, um nach Europa zu gelangen und dann ihre Gefährlichkeit weitgehend verloren haben.

Suche innerhalb von reisebuch.de











 
Buchen Sie Ihren nächsten Urlaub doch einfach Lastminute auf
www.ab-in-den-urlaub.de

Anzeige

Unsere meistgelesenen News: