Beschwerden über den Pauschalurlaub: Von Kakerlaken und Wurstscheiben
Von: s.m.
Kakerlaken im Hotelzimmer, ein schimmeliges Bad oder schmutzige Betten – der Alptraum all derer, die sich 11 Monate im Jahr auf den wohlverdienten Urlaub freuten. Viele enttäuschte Urlauber nehmen bei den Reiseveranstaltern ihr gutes Recht wahr, Mängel und falsche Versprechungen zu reklamieren.
Bei manchen der jährlich 63.000 Beschwerden, mit denen die zuständige Sachbearbeiterin bei TUI, Europas Nummer 1 in Sachen Pauschaltourismus, zu tun bekommt, entsteht jedoch der Eindruck, das Meckern nach der Rückkehr gehöre zum Urlaub wie das Kofferpacken vorher. Da werden schon mal die Wurstscheiben am Frühstücksbuffet gezählt oder der Saft auf seinen Fruchtanteil hin analysiert.
Deutsche Touristen sind gut informiert und finden in den überzogenen Darstellungen von Klatschpresse und Privatsendern ausreichend Vorlagen und Beispiele dafür, wie sie ihre eigene Kritik effektiv vorbringen.
Im Gegensatz vielleicht zu anderen Nationen werden Beschwerden von Urlaubern aus Deutschland so gut wie nie unmittelbar am Urlaubsort geäußert. Manche größeren Tourismuskonzerne haben eigens vor Ort dafür zuständige Stellen geschaffen. So könnten viele der vermeintlichen Mängel vielleicht mit wenig Aufwand und an Ort und Stelle behoben werden. Doch erst mit dem Abstand von zwei bis vier Wochen flattern die meisten Reklamationen dem zuständigen Reiseveranstalter ins Haus. Hier kann es dann gelegentlich durchaus dramatisch und vehement zugehen, was für die Mitarbeiter von TUI und Co. nicht immer angenehm ist. Da treffen schon mal Pakete mit lebenden Küchenschaben, dreckiger Wäsche oder kaputten Fliesen ein, oder es wird gar das Büro belagert.
Die Mitarbeiter der Reisekonzerne, insbesondere diejenigen, die in der Beschwerdestelle tätig sind, bringen jedoch in der Regel viel Geduld und Verständnis für aufgebrachte und äußerst verärgerte Urlauber mit.
Doch, wer öffnet schon gern ein Paket voll mit Dreckwäsche oder Kakerlaken?
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