Konkurrenz zur Bahn: Freigabe der Fernbusse beschlossen
Von: e.pf.
Reisende sollen bald die Möglichkeit haben, zwischen deutschen Städten bundesweit mit Fernbussen zu fahren. Für Bahn, Billigflieger und Pkw bedeutet das natürlich eine neue Konkurrenz – vor allem die Bahn fürchtet die weitgehende Freigabe der Fernbusse durch die Regierung.
Das Bundeskabinett hat kürzlich beschlossen, den innerdeutschen Buslinienverkehr freizugeben – die von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) entwickelte Gesetzesnovelle soll 2012 in Kraft treten. Reisende können dann zwischen Pkw, Billigfliegern, Bahn und Bus wählen, welches Verkehrsmittel sie zu ihrem Reiseziel innerhalb Deutschlands befördern soll.
DVor allem die Deutsche Bahn fürchtet jedoch die Offensive des Verkehrsministers für Fernbusse – gab es doch jahrzehntelang Beschränkungen für nationale Fernbuslinien, um den Aufbau der Bahn zu schützen. Bisher wurde nämlich die Genehmigung für einen Fernbuslinie in der Regel nicht erteilt, wenn parallel eine Bahnverbindung bestand. Fernbuslinien müssen natürlich auch weiterhin bei der jeweiligen Landesbehörden beantragt werden, sie sind allerdings grundsätzlich genehmigungsfähig.
In Zukunft fällt nämlich der Konkurrenzschutz – nicht nur gegenüber der Bahn, sondern auch gegenüber anderen Busunternehmen, auch Anbieter aus der EU sollen eine Chance bekommen. Reisenden soll es damit ermöglicht werden, auch längere Strecken günstig und umweltfreundlich mit dem Bus zu bewältigen, anstatt auf den Pkw angewiesen zu sein. Laut Ramsauer gehe es darum, den Verkehr auf der Straße zu bündeln, jedoch nicht der Bahn Kunden abzujagen.
Um den Fernbusverkehr anzukurbeln, soll laut Ministerium jedoch keine Mautpflicht für Omnibusse vor. Der staatlich geförderte Öffentliche Personennahverkehr mit seinen Bahnen sowie Bussen soll jedoch weiterhin geschützt werden: Die Haltestellen der Fernbussen müssen daher mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt sein.
Reisende können sich jedenfalls ab 2012 darüber freuen, dass sie eine neue Möglichkeit haben, um zwischen deutschen Städten zu verkehren. Übrigens handelt es sich bei dem von Verkehrsminister Peter Ramsauer vorgelegten Konzept um ein ähnliches wie das der Greyhound-Fernbusse in den USA: Das Logo des springenden Windhundes kennt wohl fast jeder.
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