America the Beautiful Annual Pass

American the Beautiful Annual Pass
Warum man auf Reisen durch die USA ohne America the Beautiful Annual Pass kaum noch auskommt
Zwar sind zahlreiche Einrichtungen des US-amerikanischen Nationalparksystems eintrittsfrei, darunter auch ein vielbesuchter Park wie Great Smoky Mountains in North Carolina. Aber etwa 150 der bekannteren National Parks, National Monument und National Historic Sites etc. kosten Eintritt, und zwar in den meisten Fällen $3-$10 für die private (!) Wagenladung (Pkw bis Kleinbus). Besonders spektakuläre große Parks wie Grand oder Bryce Canyon und Yellowstone erheben $20 pro Fahrzeug. Radfahrer, Wanderer oder Busreisende müssen $1-$10 pro Person entrichten. Üblicherweise gilt dieser Eintritt in Landschaftsparks, in denen eine Aufenthalt für mehrere Tage in Frage kommt, für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen.
Wer im Rahmen seiner Reise plant, Nationalparks und weitere Einrichtungen des Systems mit Pkw, Campmobil oder Motorrad zu besuchen, ist mit einem Jahrespass oft besser bedient, als jedes Mal einzeln Eintritt zu bezahlen. Dabei gab es, wie vielen Lesern dieser Zeilen aus eigener Erfahrung bekannt sein dürfte, zwei Stufen
- den National Parks Pass für $50; der durch einen Sticker für $15 extra
- zum Golden Eagle Pass aufgewertet wurde.

USA Big Bend National Park
Bereits der „einfache“ Jahrespass für $50 berechtigte ab Ausstellungsmonat für 12 Monate (nicht nur bis Ende des Kalenderjahrs) die Insassen eines privaten Fahrzeugs zum freien Eintritt in alle Parks, für die normalerweise eine Geühr erhoben wird. Bei personenbezogenen Eintrittsgeldern ( typisch etwa für historische Gebäude) entfällt für den Passinhaber, dessen Eltern, Frau und Kinder das Eintrittsgeld. Man kann sich leicht ausrechnen, dass sich auf Rundreisen in den USA die kleine Investition rasch bezahlt machte. Früher war der National Parks Pass für touristische Besucher aus dem Ausland in den meisten Fällen die erste Wahl, da der Nutzen des Golden Eagle Sticker sich auf begrenzte zusätzliche Vorteile bezog. Schon 2006 wurde das anders. Denn der National Forest Service, der die riesigen Nationalforste Amerikas verwaltet, das Bureau of Land Management, eine für viele andere Ländereien (speziell Wüstengebiete) verantwortliche Organisation, und weitere Bundesbehörden erheben mittlerweile Gebühren auf den von ihnen betreuten Arealen.
Wer also im National Forest wandern oder zu heißen Quellen laufen, wer einen Picknickplatz benutzen, sein Schlauchboot zu Wasser lassen oder mit dem Quad (ATV=All Terrain Vehicle) durch die Wüste brausen möchte, wird nun allerorten zur Kasse gebeten. Schon mangels Nähe zur Zivilisation stehen aber keine Minitresore zum Einwurf von Bargeldumschlägen mehr in der Wildnis (das nur an Campgrounds), sondern an in Frage kommenden Parkplätzen/Ausgangspunkten für Wanderungen etc. unübersehbare Gebührentafeln mit Hinweisen, wo entsprechende Parkausweise zu erstehen sind (selten unter $5/Tag bzw. Einmalnutzung und oft genug meilenweit weit weg) samt Strafandrohung für Gebührenpreller (Rangerkontrollen). Früher teilweise existierende Zahlautomaten an frequentierten Stellen wurden – soweit ersichtlich – durchweg abgeschafft.
Die Problematik „woher den jeweils benötigten Parkausweis fürs Armaturenbrett kriegen?“ erledigte sich für alle, die den National Parks Pass mit Golden Eagle Sticker besaßen. Wo immer in den USA der National Forest Service, das Bureau of Land Management etc. gebührenpflichtige Plätzchen einrichteten, hatte der Golden Eagle-Inhaber seinen Freiparkschein schon dabei. Da inzwischen viele tausend Anlaufpunkte in der Wüste, an den Küsten, Seen und Flüssen wie auch in spektakulären Landschaften außerhalb der Nationalparks entsprechend ausgewiesen wurden, brauchte, wer in den USA außerhalb der Cities unterwegs war, diesen Pass 2006 schon aus praktischen und Kosten-Erwägungen.
War 2006 zunächst so eine Art Anlaufphase zur Einbeziehung aller irgendwie mit Freizeit, Erholung und Tourismus in der Natur verbundenen Gebiete und Einrichtungen unter ein Dach, wurde das gesamte Jahrespass-System verschiedener Organisationen für 2007 endgültig neu geordnet. Ausländische Touristen, die ab 2007 in den USA eine begrenzte Zeit auf Reisen unterwegs sind, müssen nun folgendes wissen:
Die seit vielen Jahren etablierten oben genannten Jahrespässe des National Park Service werden ersetzt durch einen einzigen America the Beautiful Annual Pass, faktisch dem Nachfolger des Golden Eagle Pass, der für alle Einrichtungen des Nationalparksystems und alle Federal Recreational Lands gilt, die vom Forest Service, Fish and Wildlife Service, Bureau of Land Management and Reclamation, dem Army Corps of Engineers (Pioniere der US-Armee) and der Tennessee Valley Authority verwaltet werden. Ohne diesen (auch so bezeichneten) „Interagency“ Annual Pass im Scheckkartenformat sollte nun niemand mehr unterwegs sein, der mehr als nur ein paar Tage seiner Reise den Naturschönheiten der USA widmet; denn der Pass macht sich garantiert rasch bezahlt und erspart ggf. Ärger. Er kostet nunmehr $80 und ist wie gehabt ein Jahr lang vom Monat der Ausstellung an gültig. Man kann ihn in allen Einrichtungen des Systems kaufen, am besten beim ersten Besuch eines Nationalparks oder ein einem Büro der anderen „Agencies“, die man unweigerlich irgendwo passiert. Der Pass kann (in Zukunft) auch im Internet erworben werden. Mit der Karte erhält man einen sog. Hangtag, der am Innenspiegel des Autos befestigt wird, wenn man eine nicht personell besetzte Einrichtung nutzt (vor allem Picknick- und Parkplätze von Freizeiteinrichtungen).
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