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Dollarkurs: aktuelle Situation Frühjahr 2010

Währungsrechner





1 EUR = 1.3765 USD
Basiswährung: EUR
Letzte Aktualisierung: 12.03.10  18:00

Stand: Frühjahr 2010

(Hans-R. Grundmann)

Als dieser Artikel geschrieben wurde, schwankte der Eurokurs bezogen auf den US-Dollar (schon seit längerem) bei $1,45-$1,50. In der Zwischenzeit ergab sich die sog. Griechenland-Krise und die Befürchtung, weitere EU-Länder wie Portugal, Spanien und Italien könnten sich mit ihrer Schuldenlast und ausufernden Budgets ebenfalls überhoben haben. Infolgedessen sank der Euro auf $1,36 bzw. um bis zu 9% in ein paar Wochen. Vielleicht sinkt er auch noch weiter.

Trotz der tatsächlich prekären Situation einiger EU-Staaten ist dies eine absurde Überreaktion des Marktes, wie so häufig. Denn Griechenland trägt nicht einmal 3% zum gesamten Sozialprodukt der EU bei. Seine Probleme sollten für die Bewertung des Euro eigentlich "Peanuts" sein. Und auch wenn man annimmt, dass weiteren Ländern finanziell das Wasser bis zum Hals steht und manche von ihnen ebenfalls sehr großzügig mit ihren volkswirtschaftlichen Statistiken umgehen, leuchtet nicht ein, dass gegenüber dem Euro ausgerechnet der Kurs der Währung eines Landes steigt, in dem das Staatsbudget von $3.600 Mrd. in diesem Fiskaljahr zu fast 45% schuldenfinanziert werden muss (siehe Zahlen unten) und die Gesamtverschuldung des Staates damit auf über $12.000 Mrd., d.h., auf ca. 85% des Bruttosozialprodukts eines Jahres steigt. Griechische Verhältnisse (Verschuldungsgrad über 100% des BSP, Deutschland um die 70%) sind in den USA in Anbetracht der aktuellen Beschleunigung nicht mehr fern.Was den Staatshaushalt der USA und einiger US-Staaten angeht, ist die Situation weit beängstigender als irgendwo im Euroland. Selbst bei der kreativen Berechnung von Defiziten, Inflationsraten und anderen wirtschaftlich bedeutsamen Kennzahlen machen die Griechen den Amerikanern nichts vor, siehe unten.

Kurz:

Rational betrachtet sollte der Eurokurs sich mittelfristig wieder erholen, was nicht ausschließt, dass es kurzfristig weiter bergab geht.

Die folgenden Aussagen zu den Reisekosten müssen in Abhängigkeit vom jeweiligen Euro-/Dollarkurs hier und dort ein wenig relativiert werden. Wenn es z.B. heißt, dass der Supermarkteinkauf  (bei €1,00=$1,45) ggf. ein bisschen billiger als bei uns kommt, dann kann beim Kurs von $1,36 für den Euro davon keine Rede mehr sein. Und die hohen Restaurantkosten und Eintrittspreise werden dadurch in Euro noch teurer. Bei anderen Aussagen spielen kleinere Wechselkursschwankungen keine besondere Rolle.

USA Dollarkurs und Canada Dollarkurs aktuell

Die entscheidende Rolle für den Abstieg des Dollarkurses in den letzten Jahren spielte das nahezu unglaubliche jährliche Außenhandelsdefizit der USA. Die USA liehen sich jahrelang im Ausland tagtäglich fast $2 Mrd, um ihren das Volkseinkommen übersteigenden Konsum zu finanzieren.

Mit der wirtschaftlichen Abschwächung sank der Importüberschuss seither zwar auf „nur noch“ ca. $1 Mrd. täglich (Ende 2009), aber aufs Jahr gerechnet fahren die Amerikaner damit immer noch ein Handelsbilanzdefizit zwischen $300 Mrd. und $400 Mrd. ein. Die Gesamtauslandsverschuldung der USA betrugt Ende 2009 – festhalten! – weit über $12.000 Mrd und steigt und steigt. Allein China hält Dollarreserven bzw. auf US-Dollar lautende Staatspapiere in Höhe von über $2.000 Mrd.

Aber das ist noch nicht alles: das Defizit des Bundeshaushalts betrug bereits strukturell bedingt (Irak- und Afghanistankrieg!) und zusätzlich wegen der Stützungsprogramme im Zuge der Finanzkrise im Fiskaljahr 2008/09 (bis 30.09.2009) über $ 1.500 Mrd. Die Gesamtschulden des Bundes stiegen damit innerhalb eines Jahres von rund $10.500 auf rund $12.000 Mrd. Und im Dezember 2009 musste der Kongress die Verschuldungshöchstgrenze um weite $300 Mrd. heraufsetzen, um eine Zahlungsunfähigkeit der Regierung zum Jahresende 2009 zu vermeiden.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass derartige Defizite auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben können. Denn wer finanziert die eigentlich, wenn die Bevölkerung lieber mehr ausgibt als sie einnimmt? (Die Sparquote der privaten US-Haushalte war bis 2008 negativ und lag bestenfalls bei Null, erst in der Krise stieg sie auf einstellige Prozentsätze. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt die Sparquote ca. 10%-12% der Einkommen).  Faktisch setzt die amerikanische Zentralbank für das Gros der Neuverschuldung die Notenpresse in Gang. Denn die gering verzinsten Staatspapiere lassen sich am Markt nicht mehr in vollem Umfang absetzen. Für die frisch gedruckten Dollars übernimmt die Bank die (eigentlich wertlosen) Schuldverschreibungen der Regierung. Die Folge ist bereits seit Jahren eine in den USA spürbar höhere Inflationsrate als in Europa, die aber in der offiziellen Statistik kaum ihren Niederschlag findet, die man - die tatsächlichen Verhältnisse verschleiernd (vor allem bei den täglichen Ausgaben: Supermarkt, Fast Food u.a.m.) - „zusammenbastelt, wie es politisch beliebt“ (so die Financial Times Deutschland am 16. April 2009).

ONE HUNDRED DOLLARS copyright by Todd Kravos - flickr.com

US-Dollar bills

Auf diese Weise bezahlt jeder US-Bürger indirekt und zusätzlich zu seinen Steuern (und natürlich auch jeder Tourist in den USA) die Folgelasten des Irakkriegs und der noch lange nicht ausgestandenen Wirtschaftskrise. Die Höhe der dafür in den Geldkreislauf gepumpten zusätzlichen Milliarden, denen kein zusätzlicher Wert an Gütern und Dienstleistungen gegenübersteht, wird in den USA über kurz oder lang zu einer weiteren Erhöhung der Inflationsrate führen.

Und damit zu den Reisekosten:

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