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E-Mail und Internet on the Road in den USA

Unterwegs mal im Internet zu surfen und Emails oder Bilder zu empfangen oder zu versenden, ist auf Reisen in Nordamerika relativ einfach.

Und so geht`s

Am besten legt man sich erst einmal einen kostenlosen E-Mail-Account im Web an. Damit kann man Mails von der eigenen Adresse abholen lassen und weltweit von jedem Internet-Computer aus bearbeiten. Vorzugsweise schreibt man sich gleich bei mehreren Anbietern ein, die können unterschiedliche Dinge gut:

arcor.de ist der beste Allrounder und bietet eine Handvoll Gratis-SMS und Faxe pro Monat, web.de hat die höchsten Sicherheitsstandards, gmx.de die ausgefeilteste Verwaltung und office.freenet.de am meisten Speicherplatz – 20 Megabyte für Mails plus 30 MB für beliebige Dateien. Nicht dumm: Hier kann man gescannte Reiseunterlagen ablegen, falls die Originale mal abhanden kommen.

Für Geld können diese Gratisdienste noch einiges mehr, und wer unterwegs gleich ein ganzes Büro braucht, bekommt eins bei www.space2go.de (ca. €20/ Jahr) oder daybyday.de (ca. €5/Monat).

Bloßes Mailen ist out, Unified Messaging Service (UMS) ist in. Man bekommt außer der Mailadresse auch eine Telefonnummer. Soll heißen: Sie mailen, faxen, smsen, voicen, wappen oder was auch immer, und Ihr Account wandelt die Nachricht in das für den Partner geeignetste Format um. Beispiel: arcor.de kann z.B. Mails vorlesen und sie auch am Telefon beantworten lassen. Dolle Sache – wobei ein Vorlesedienst für handgeschriebene Faxe sich am ehesten nach Klingonisch anhören dürfte. Aber wenn ein Headset zur Hand ist, gelingt sogar ein kostengünstiges Telefonat via Internet. Dazu muss der Gesprächspartner natürlich gleichzeitig online sein. Das lässt sich mit der Seite whoisup.de herausfinden. Ähnlich wie bei der Chat-Software ICQ, nur eben ohne extra Software, trägt man sich bei whoisup.de in eine »Buddy-Liste« ein. Beim Einloggen erfährt man, welcher der Buddies trotz anderer Zeitzone gerade im Netz hängt.

morning cup of internet © Kheng Guan Toh

Internet-Cafés

Zugangsmöglichkeiten

Abrufen und schreiben kann man Post unterwegs für meist $6-$8/Stunde aus Internet-Cafés (Adressen über die Suchmaschinen netcafeguide.com und netcafes.com am besten vor der Reise für die geplante Route ausgucken und notieren), in großstädtischen Hostels, Copy Centers wie Kinko´s, auf den Campussen von Colleges und Universitäten und bisweilen sogar gratis in öffentlichen Bibliotheken. Zum Zeit und Geld sparen empfiehlt sich nicht nur eine schwarze Liste gegen Spams, den unerwünschten Mail-Müll, sondern noch besser eine »White List«. Mit der legt man positiv fest, von wem man im Urlaub überhaupt nur Mails haben möchte. Hinweis: Vorsicht mit Passwörtern! An öffentl#ichen Zugängen außerdem die Liste der besuchten Internet-Seiten besser löschen, ebenso ggf. genutzte Speicher. Wer getrennte Systeme schätzt und gerne leicht reist, könnte durchaus auch mit einem Gratis-Mailprogramm kommunizieren, das auf eine Diskette paßt: ultrafunk.com/products/popcorn/. – Zunehmend stehen Scanner zur Verfügung, um die frischen Urlaubsfotos in Dateien zu verwandeln und an die Mail anzuhängen.

Mit Glück findet man auch schon Schnittstellen, über die man die Digitalkamera »entladen« und die Bilder an die eigene Mailbox zum Archivieren wie auch an Freunde und Bekannte schicken kann. Oder Sie nutzen Gratisdienste wie pixelnet.de mit unbegrenztem (!) Speicherplatz, Bildbearbeitungswerkzeug, Diashow für die Leute daheim und natürlich der Hoffnung, Ihnen einige Ausdrucke Ihrer Bilder liefern zu dürfen.

Mit Laptop auf Reisen

Elektronisch Post aus der Heimat abzuholen ist in Nordamerika auch ohne Internetcafé etc. technisch an sich kein Problem, wenn man seinen Laptop dabei hat, und ideal, um in Ruhe die eigenen Mails zu schreiben. Allerdings benötigt man dafür ein für den Gebrauch in den USA/Canada konfiguriertes analoges Modem (ISDN-Karten sind in Nordamerika höchstens in Hotels zu gebrauchen) und ein Kabel, das in amerikanische Telefondosen passt. Außerdem ein Netzkabel samt Adapter für die Steckdose, den man auf jeden Fall mitnehmen sollte. Üblicherweise weiß der Laptop von selbst mit der Spannung von 125 V umzugehen.

Immer mehr Hotels und Motels sind inzwischen auf die Wünsche von Geschäftsreisenden eingestellt. Ritz-Carlton und Interconti gönnen der Kundschaft sogar einen Cyber Butler. Ferner stehen viele öffentliche Telefone, speziell an Flughäfen, mit einer Steckdose (data-jack) auch für den Datenverkehr bereit.

Ohne Kabelsalat

Inzwischen ersparen Tausende von Hot Spots für den kabellosen Datenaustausch (wireless LAN, WLAN oder Wi-Fi) Steckerprobleme. Diesen Service bietet prominent T-Mobile bei der überall zu findenden Kaffeekette Starbucks und bei Borders Books. Was der Laptop dafür braucht und wo der nächste Shop ist, läßt sich unter locations.hotspot.t-mobile.com herausfinden.

Weitere Surfgelegenheiten zeigen wi-fihotspotlist.com und wi-fizone.org. An Kosten sollen 6$-18$ anfallen; dafür ist die Geschwindigkeit der Verbindung berauschend. Günstiger geht’s bei drahtlosen Gemeinschaften, die die Bandbreite teilen (Verzeichnis unter personaltelco.net/index.cgi/Wireless Communities#line 45) oder, vermutlich unerwünscht, bei modernen Gaunerzinken etwa an Firmengebäuden, die auf einen unfreiwilligen Hot Spot hinweisen (Genaueres über die Kreidezeichen bei warchalking.org). Onlinebanking ist allerdings über eine derartige Verbindung nicht zu empfehlen, Datensicherheit über Funk sowieso kaum gewährleistet.

Ohne WLAN müßte man sich per Handy einloggen, wenn kein Zugang zum Festnetz verfügbar ist. Ist auch schicker, wenn man statt mit einem Laptop per personal digital assistant (PDA) smart phone oder – nur für Mails, aber sehr komfortabel – per Blackberry (blackberry.com) online geht. Der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit macht das elektronische Nomadentum aber natürlich nicht einfacher. Zur Netzanbindung sind wegen des besonderen Mobilfunk-Standard in den USA nur Tri-Band-Handys geeignet, die mittlerweile auch bei uns in großer Auswahl zu haben sind.

Übrigens ist »Handy« ein deutsches Wort, die Amerikaner sagen cell(ular) oder mobile phone).

Und noch etwas Technisches: Handys funken Daten meist mit Hilfe des GPRS-Standards. Schneller und damit billiger wäre das HSCSD-System, was für die USA derzeit aber nur von Vodafone angeboten wird.

Für die Urlaubsreise könnte man ein US-taugliches Handy auch hier bei Mobilfunk-Anbietern mieten. Manchmal gehört es auch schon zum kostenlosen Service wie etwa bei www.usareisen.com – die Verbindungen sind aber leider nicht gratis. Prima wäre eine amerikanische Prepaid-Karte für das Handy (kann man sich nur von amerikanischen Freunden oder Bekannten kaufen lassen): gute Kostenkontrolle und keine internationalen Roaming-Gebühren. Nicht vergessen, die neue Handynummer auf den alten Anrufbeantworter zu sprechen.

Im dünn besiedelten Nordflorida oder mitten in den Everglades nützt das alles jedoch nichts: für wirkliches ubiquitous computing muss ein Satellitengerät her; z.B. zur Ausleihe bei www.hirefone.com. Damit kann man vielleicht in höchster Not noch ein paar Überlebenstricks herunterladen, wenn der Alligator schon am Kanu knabbert.

Kosten

Von den Verbindungsgebühren war bislang noch gar nicht die Rede. Die hängen von Ihrer Mobilfunkfirma, der Unterbringung (vor allem im Hotel vorher fragen!) und natürlich vom Internet-Provider ab und sind in Nordamerika ganz schön happig. Nur bei Compuserve oder AOL (bedingt für T-Online Kunden via ipass.com bzw. Voicestream) steht ein weltweites Einwahlnetz zum Ortstarif zur Verfügung. Generell gilt, dass man sich vor der Reise ausführlich über Einwahlknoten, die Prozedur des Verbindungsaufbaus und anfallende Kosten informieren sollte, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Sicher ist: der Urlaub wird dadurch nicht billiger.

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