USA und Kanada Ein Kostenvergleich: Camper vs. PKW-Zelt/Motel
Ein Vergleich über 3 Wochen
In Anbetracht der hohen Kosten, insbesondere in der Hochsaison, wird manch einer trotz Campmobilpriorität vielleicht die Alternativen Miet-Pkw mit Zelt und/oder Motel/Hotel in Betracht ziehen. Tatsächlich ergeben sich im Vergleich interessante, für eine Entscheidung hilfreiche Kostendifferenzen:

Unterwegs mit einem Camper
Hochsaison Camping & Pkw/Zelt
Ausgangspunkt einer Vergleichsrechnung sei ein 3-Wochen-Urlaub im Juli/August ab Toronto*). Dabei mögen 18 Tage Campermiete anfallen und 3 Wochenmieten für einen Pkw.
Der Einfachheit halber sei ein fiktiver, aber der Realität ungefähr entsprechender Preis inkl. aller Nebenkosten und Meilen für einen 19/20-Fuß-Van in Höhe von €3.200 angenommen. Der Camper verbrauche 20 l/100 km; Liter kosten ca. €0,70 in Schnitt bei Fahrt durch beide Länder. Ein Pkw mittlerer Größe koste inkl. Vollkasko, Saisonzuschlag, lokalen Steuern und Haftpflichtaufstockung auf €1 Mio. bei den großen Veranstaltern €250/Woche. Der Verbrauch betrage in Anbetracht der Tempobegrenzungen etwa 10 l/ 100 km. Beide Wagen fahren 3.000 mi/4.800 km:
Camperkosten
19 Tage Miete und Nebenkosten: €3.200
Benzinkosten: €672
Gesamtkosten Camper: €3.872
Pkw-Kosten
3 Wochen Miete x 250: €750
Benzinkosten: €336
Gesamtkosten Pkw: €1.068
Hohe Differenz
Die Differenz beträgt fast €2.800. Auch beim preiswertesten Campmobil-Angebot (Altfahrzeug) würde sie kaum unter €1.700 fallen. Von dieser Summe kann man leicht die mitgebrachte Campingausrüstung ergänzen oder ganz neu kaufen, bei schlechtem Wetter im Motel übernachten und noch einiges übrigbehalten.
Andere Fahrzeuge
Vergleicht man einen größeren Camper mit der Kombination Minivan/ Zeltübernachtung (z.B. für eine 4-köpfige Familie), ergibt sich eine ähnliche Differenz.
Nebensaison
Der Abstand zwischen beiden Alternativen vermindert sich zwar im Juni und September und erst recht früher bzw. später im Jahr, aber auch dann fällt er kaum unter €1.000. Es sei denn, man bringt über Frühbucherrabatt und/oder zeitweise laufende Sonderaktionen die Mietkosten von Camper- und Motorhomes extrem
unter den Normalstandard.

Camping
Vergleich Camper & Pkw/Motel
Aufschlußreich ist auch der Vergleich zwischen Camper und Pkw/Motel. Dabei müssen die oben nicht berücksichtigten Übernachtungskosten für die Campervariante mitgerechnet werden (sie sind etwas höher als beim Zeltcamping, spielen aber fürs Vergleichsergebnis links keine wesentliche Rolle). Unterstellt man nun im Schnitt Motelkosten von $120 pro Nacht (Sommertarife!), hohe $35 Campinggebühren und eine erste und letzte Nacht im Stadthotel für je $200, dann ergibt sich bei einem unterstellten Kurswert von $1,00 = €0,72:
Camperkosten in Euro
Fahrzeugkosten: €3.872
Campingkosten 18 Nächte ca.: €454
Hotelkosten 2 Nächte: €288
Kosten inkl. Übernachtung: €4.614
Pkw- plus Motelkosten
Fahrzeugkosten: €1.068
Übernachtungen (18+2Nächte): €1.843
Kosten inkl. Übernachtung: €2.929
Interpretation
Den hier um fast €1.700 geringeren Kosten im Pkw stehen höhere Kosten für Mahlzeiten gegenüber, da bei der Kombination Pkw/Motel die Selbstverpflegung schwerer fällt. Die hier errechneten €1.685 schrumpfen damit noch, aber man müsste schon heftig zuschlagen, um diese Differenz »aufzufuttern«. Obwohl man im Schnitt auch billiger als zu $120 unterkommen kann, darf nicht vergessen werden, dass speziell in diesem Teil Nordamerikas die Saison die Preise erheblich treibt. Oft sind preiswerte Motels ausgebucht, und für $120 gibt`s dann mal gerade untere Mittelklasse. Wer auf gute Unterkünfte Wert legt, kann in der Saison spielend im Schnitt weit über $120/Nacht ausgeben, ohne gleich im Luxus
zu schwelgen. Dennoch: würde man die ganze Differenz (immerhin fast €2.800 in 3 Wochen, siehe links) für bessere Quartiere und Restaurants ausgeben, stünde dem Camper bei fast gleichen Kosten eine sicher recht komfortable Hotelreise gegenüber.
Nebensaison
In der Nebensaison liegen zwar die Motel-/Hotelpreise teilweise weit unter ihrem Höchsttarif, aber auch die Campertarife fallen erheblich, nur die Campinggebühren bleiben mehr oder weniger konstant. Der Abstand zwischen den beiden Alternativen wird dadurch – bei Unterstellung gleicher Hotelwahl – nicht besonders stark vermindert. Immerhin man hat in der Nebensaison keine Probleme, gut unterzukommen und keinen »Suchstress«.
Fazit
Zwischen Mai und Oktober kostet eine Reise (für 2 Personen!) im Miet-Campmobil in Nordamerika heute mehr als andere Alternativen, ist also – rein ökonomisch gesehen – eigentlich zu teuer. Eine andere Frage ist die der Bewertung der spezifischen Vorteile des Campers samt Naturnähe gegen über dem täglichen Ein- und Ausziehen in/aus »sterilen« Hotel-/Motelzimmer(n).
Das Buch zum Artikel:
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8. Auflage 2010
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