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Campen in den USA

In den Bergen, Nationalparks und riesigen Wäldern des Westens genießen die Amerikaner ihre Great Outdoors, Camping und Freizeitaktivitäten draußen in der Natur. Daran teilzuhaben, gehört zu den besten Erfahrungen jeder Amerikareise. Im überbevölkerten Mitteleuropa gibt es nichts Vergleichbares.

 

Amerika hat es besser - was Camping anbelangt

Die USA bieten dem Camper alles, was das Herz begehrt, sei es nun Komfortcamping im Wohnmobil oder eher ein Campieren unter einfachsten Bedingungen weitab jeder Zivilisation. Platz ist in den Weststaaten genug, und so sind die meisten Campingplätze großzügig angelegt. Der Stellplatz fürs Campmobil oder Zelt beschränkt sich nicht auf wenige Quadratmeter Wiese oder Heidelandschaft, sondern umfaßt ein eigenes kleines Areal mit Picknicktisch, Feuerstelle und Grillrost. Auf vielen staatlichen Plätzen (siehe weiter unten) geraten die Nachbarn mitunter regelrecht aus dem Blickfeld. Nur Feuerschein und der Duft gegrillter Steaks künden dann von der Anwesenheit der Mitcamper. Zwar bieten nicht alle Campgrounds derart viel Platz, und das Brennholz ist oft knapp und teuer, aber Lagerfeuer und Barbecue gehören zu den unverzichtbaren Zutaten amerikanischer Campingtradition.

Bevor man auf Camping-Tour geht, ist die Beschaffung eines Campingführers sinnvoll, selbst wenn einem der Campervermieter schon KOA-Atlas (siehe unten) und Broschüren privater Campground-Betreiber zugesteckt haben sollte.

Die Campbooks des AAA - obwohl keineswegs komplett und geographisch oft unklar - sind die übersichtlichsten und handlichsten Verzeichnisse und auch für Mitglieder europäischer Klubs gratis. Sie sind regional nach Staatengruppen aufgebaut (vier heftartige AAA-Campbooks für alle Weststaaten). Für eine Urlaubsreise bis zu sechs Wochen reichen sie zusammen mit den Hinweisen in diesem Buch völlig aus.

Verbreitet ist das telefonbuchdicke und -formatige Woodall's Campground Directory (Far Western und Frontier West Edition ca. je $ 10; Gesamtverzeichnis North America 2007 $ 21; www.woodalls.com), ein stark auf privat betriebene Plätze ausgerichteter Führer voller Werbung. Sein alphabetischer Aufbau macht die Benutzung oft mühsam; viele staatliche Plätze -insbesondere in National Forests, des Corps of Engineers und BLM, siehe folgenden Abschnitt - bleiben unerwähnt.

In gutsortierten Buchläden und in Outdoor/Camping Shops findet man Bücher wie Don Wright`s Guide to free Camping oder Camping on a Shoestring (ca. $ 15-$ 17; auch bei www.amazon.com) für preiswertes und kostenfreies Camping.

Fee Area

Fee Area

Auf allen staatlichen Camping-Plätzen gilt eine pauschale Einheitsgebühr (fee) pro Stellplatz unabhängig von der Personenzahl (Obergrenze 4-9 Personen und oft 2 Fahrzeuge). Die Gebühren werden mehr und mehr im Self-Registering Verfahren erhoben. D.h., die Camper stecken Bargeld nach Eintragung ihrer Daten in einen bereitliegenden Umschlag und werfen diesen in eine gesicherte Deposit Box, die einmal täglich geleert wird.

Wenn ein Platz voll belegt ist, hat man bei Self Service immer noch Chancen unterzukommen: man fragt einfach einen anderen Camper mit größerem Areal, ob er ein Dazustellen gestattet und bietet an, die Gebühren voll zu tragen. Häufig klappt's.

Auf privaten Plätzen überwiegt eine Basisgebühr für 2 Personen plus Aufschlag für jeden zusätzlichen Gast.

Besitzer von Campfahrzeugen können ihren eingebauten Kom-fort nur dann voll nutzen, wenn auf dem Campingplatz Wasseranschluß, Abflußrohr und Steckdose vorhanden sind.

Die meisten kommerziellen Campgrounds und viele State Parks verfügen daher über sog. Hook-ups, Steckdosen, Wasserhahn und Abwasserloch an den Stellplätzen. Häufig sind auch Sites, die nur Electricity and Water bieten. Sind alle drei Anschlüsse vorhanden, spricht man von einem Full Hook-up. Oft gibt es obendrein noch die TV-Buchse für die zentrale Satellitenschüssel oder das Kabelnetz. Naturgemäß kosten Stellplätze mit Anschlüssen mehr als andere.

Mit weitsichtiger Disposition kommen RV-Fahrer aber ganz gut ohnedem aus. Denn auf manchen Rastplätzen und Campgrounds ohne Hook-up-Einrichtung sowie in National- und State Parks befinden sich sog. Dump-/Dumping- oder Sewage- Stations, wo - oft gegen Sondergebühr - Schmutzwasser abgelassen und Trinkwasser aufgefüllt werden kann.

Auch Tankstellen und Truck Stops haben bisweilen eine Dump Station als Service. Strom benötigt man im Camper an sich nur zum Betreiben der Dachklimaanlage bei großer Hitze oder für Mikrowelle, Fernseher und Haartrockner. Fürs Licht genügt die Kapazität der bei allen Mietfahrzeugen vorhandenen zweiten Batterie (sie wird automatisch neben der Motorbatterie mit aufgeladen), sofern man keine längeren als 2-tägige Standzeiten ohne Motorlauf hat.

Genaugenommen ist der besondere Clou moderner Campingfahrzeuge, daß sie ohne zeitgleiche äußere Versorgung jeden Komfort bieten. Gerade mit ihnen ist also ein bequemes Camping abseits der allzu perfekten Zivilisation möglich. Die Realität zeigt indessen, daß gerade Motorhomefahrer den Vollanschluß besonders suchen. Verständlich immer dann, wenn mehrere Tage oder länger Verweilzeiten eingeplant sind und die 2. Batterie nicht reicht, bei täglichem Ortswechsel aber eher unnötig.

Ein Problem in vielen Städten, aber auch auf Campingplätzen weitab großer Siedlungen ist die Wasserqualität. Amerikanisches Leitungswasser wird im allgemeinen stärker als bei uns mit Chemikalien behandelt, um auch noch den letzten eventuell gesundheitsschädlichen Keim abzutöten. Man riecht und schmeckt es. Für Kaffee und Tee, oft auch zum Kochen empfiehlt sich, das Leitungswasser zu meiden und Drinking Water aus dem Supermarkt zu benutzen. Es wird überall in 1- und 2-Gallonen-Behältern ab $ 0,70/Gallon verkauft.

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