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Mallorca Feste und Fiestas

Alcudia Stadttor
Alcudia Altstadt; CC0

Feste feiern, Spiel und Spaß auf Mallorca

Wer auf Mallorca keinen Spaß hat, ist selbst schuld. Damit ist keinesfalls nur Ballermann-Saufvergnügen gemeint. Neben speziell für Touristen inszenierten schrillen Events gibt es anderes, was leiser daherkommt. Außerdem bilden landestypische Fiestas, die ihren festen Platz im Kalender haben, einen Reigen, der es möglich macht, viele Tage zu einem »Festtag« zu machen.

Lebensfreude pur vermitteln auf Mallorca vor allem lokale Fiestas. Sie zu besuchen, kostet nicht einmal Eintritt. Aus dem jährlichen Fiesta-Reigen seien nur beispielhaft einige herausgegriffen, deren Besuch sich besonders lohnt:



Winterfeste auf Mallorca

Im Winter feiert die Insel am schönsten. wenn Sie miterleben möchten, wie vergnüglich die Mallorquiner das neue Jahr beginnen, dann treffen Sie sich in der Silvesternacht mit Freunden kurz vor 24 Uhr am Rathaus an der Plaça Cort in Palma. Die zwölf Glockenschläge werden dann so verlangsamt, dass dabei jeder – zwischen erstem und letztem Schlag – seine traditionellen zwölf Trauben (uvas), die unbedingt dazugehören, essen kann. Sie verheißen Glück für das neue Jahr.

Am Abend des 5. Januar können Sie dabei sein, wenn in Palmas Hafen die Heiligen Drei Könige anlegen und in einer Art Karnevalsumzug, der aus vielen geschmückten Wagen besteht, durch die Stadt fahren. Aber passen Sie auf, dass Sie nicht von caramelos (Karamelbonbons) »erschlagen« werden.

Am 16./17. Januar findet die Festa de Sant Antoni, die besonders intensiv in Sa Pobla, Sant Joan und Artá mit Freudenfeuern (Foguerons) und Tänzen wie Umzügen in wüsten Verkleidungen und riesigen Masken gefeiert wird.

Kurz darauf ist der 19./20. Januar ein weiterer Höhepunkt des Jahres. Dann wird der Schutzpatron der Hauptstadt, San Sebastian, gefeiert. Um 20 Uhr gibt`s ein tolles Feuerwerk. Bis 2.00 Uhr morgens geht es in allen Orten und auf allen Plätzen Palmas hoch her. Man musiziert, tanzt und bruzzelt an offenen Feuerstellen. Jedermann ist eingeladen, mitzuessen und mitzutrinken.

Das gilt auch für den Karnevalsumzug Sa Rua im Februar. Vor allem die »Fußtruppen« beweisen dabei jedes Jahr bewundernswerten Einfallsreichtum und viel Originallität.

Ostern auf Mallorca

Dann naht Ostern, nicht nur das höchste kirchliche Fest in Spanien, sondern auf Mallorca besonders geadelt durch die traditionelle Anwesenheit des Königs. Osterprozessionen finden dann in vielen größeren Orten statt. Die Prozession in Palma zieht am Gründonnerstag stundenlang durch die Stadt. insgesamt 30 »Bruderschaften« (fraternidades) nehmen daran teil, jede in anderer Farbe, mit Büßergewand, große Kerzen in den Händen, meterhohen Spitzhüten mit Gesichtsmasken nach Art des Ku-Klux-Klans. Dumpfe Trommelwirbel verstärken den Eindruck des Unheimlichen.

Beeindruckend ist ein gewaltiges Marienmonument aus getriebenem Silber, das von 28 Männern – für den Zuschauer unsichtbar – getragen wird. Sie schwanken unter der tonnenschweren Last wie ein Wüstenschiff und schaffen jeweils nur 30 Meter, bis sie wieder absetzen müssen und abgelöst werden.

Nach Ostern feiern die Andalusier an sechs Tagen auf der Feria de Abril ihr Frühlingsfest. Zum Kirmesplatz im Poligono de Son Rossinyol (an der Straße nach Sóller nördlich der Autobahn) pilgern dann zahllose Besucher, die sich von Tanz, Gesang und Fröhlichkeit der Andalusier begeistern lassen.

Mauren gegen Christen

Der Kampf der Christen gegen die Mauren lebt im Mai in Soller und im Juli in Pollença wieder auf. In eindrucksvoll in Szene gesetzten Schaukämpfen wird dabei jahrhundertealte mallorquinische Geschichte lebendig. In beiden Orten beteiligen sich fast alle (jüngeren) Einwohner an den »Kämpfen«, die einen als verteidigende Christen, die anderen als angreifende Moros. Nach »erbitterter Schlacht«, bei der es durchaus auch schon mal ein paar Schrammen gibt, gewinnen – gemäß der historischen Vorgabe – natürlich immer die Christen. In Soller sind die Frauen die eigentlichen Helden bei der Vertreibung der Angreifer - auch getreu dem historischen Vorbild.



Dörfliche Fiestas

In der zweiten Jahreshälfte ziehen sich die Fiestas auf die Dörfer zurück. Überall gilt es, Heilige zu feiern mit Prozessionen, Wallfahrten, Paraden, Feuerwerk und Jahrmärkten. Bei allen Festen kann man nachvollziehen, wie stark die Position der katholischen Kirche nach wie vor im Volk ist. Vor jeder Fiesta ist der Kirchgang obligatorisch. Alle Feste auf Mallorca werden im Mallorca Magazin, in der Mallorca Zeitung und den spanischen Tageszeitungen angekündigt und in den meisten Fällen redaktionell gewürdigt.

Eine kalendarische Übersicht der regelmäßig wiederkehrenden Fiestas auf Mallorca findet man z.B. unter
reisebuch.de/mallorca/info/kunst_kultur/fiestas.html

Familienfeste

Beim Kindergeburtstag ist die Zahl der kleinen Gäste groß! Es ist üblich, die gesamte Schulklasse einzuladen, dann Nachbarkinder, die Kinder der Freunde der Eltern und die Eltern der Freunde der Kinder. Auf Topfschlagen, »Blinde Kuh« oder die »Reise nach Jerusalem« wird man vergebens warten. Die Miete einer Hüpfburg oder Ponys vom Reiterhof hingegen gehören zum Standard. Wer keinen Garten hat, geht mit den Kindern in ein Freizeitzentrum oder auf einen Indoor-Spielplatz – und sei das Wetter noch so schön.

Die typische Verpflegung auf solchen Geburtstagen besteht aus einem Drei-Gänge-Menü: Als Vorspeise Chips, dann Weißbrot mit Nutella und als Nachtisch am liebsten eine Marshmellowtorte.

»Heilige Drei Könige« ist für Kinder der wichtigste Tag in der Weihnachtszeit, denn erst dann gibt es die Geschenke, so will es die spanische Tradition. Die reich bepackten Könige kommen per Boot nach Mallorca. Sie steuern gleich mehrere Häfen der Insel an – jedes Mal ein Spektakel, das Kinderaugen schon vor dem Anblick der Pakete glänzen lässt.

Doch in den letzten Jahren hat zusätzlich der Weihnachtsmann den weg auf die Insel gefunden, so dass es heute in vielen Familien bereits an Heiligabend die ersten Geschenke gibt.