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Legenden auf Ibiza

In der Folklore der Pityusen finden sich Aberglauben und Legenden, die zum Teil auf frühere reale Ereignisse zurückgehen. Wichtig sind diese Traditionen beispielsweise in der Volksmedizin, die neben Heilkräutern und -pflanzen auch Gebete und mystische Behandlungsmethoden kennt. Neben Hexen spielen hier Geister und Kobolde eine wichtige Rolle. Man erzählte sich Geschichten über die Nacht vor dem Fest zu Ehren des Heiligen Sant Joan, wo sich die Geister am Waffenhof von Dalt Vila oder an der alten Brücke von Santa Eulària treffen.

Aberglaube auf Ibiza

Außerdem gibt es die els pastorells – Pastoren, die Namen der Heiligen schändeten, sich für immer unter den Lebenden bewegen müssen und sich nur von Katzen ernähren dürfen. Der wichtigste böse Geist der Insel ist es barruguet, ein kleiner, hässlicher Zwerg mit Vollbart, der allzeit bereit ist, die Menschen zu erschrecken, zu ängstigen und zu quälen. Wer sich es barruguet einfängt, wird keine ruhige Nacht mehr haben, lautet die Warnung. Er lebt angeblich am Puig des Molins, der alten karthagischen Nekropole.

Aber es gibt auch gute Geister wie beispielsweise es famelià, der vor allem zum Schutz von Häusern herbeigerufen wird, oder es follet, ein fliegender Geist, der Böses und Diabolisches bekämpfen soll.

Frau in Tracht © by Reise-Know-How-Verlag
Frau in izbekischer Tracht

Trachten der Frauen auf Ibiza

Überwiegend in kleinen Dörfern kann man ab und zu ältere Frauen in der alten ibizenkischen Tracht sehen. Diese Gewänder werden in Handarbeit aus Leinen, Baumwolle, Wolle und Seide hergestellt und spielen als repräsentatives Kostüm bei Festen eine Rolle. Im Alltag tragen die Frauen ein schlichtes, schwarzes Kleid mit weit geöffneten Ärmeln, darüber eine weiße Schürze und über den Schultern ein Tuch. Das Ganze wird vervollständigt durch ein Kopftuch und den darauf gesetzten Strohhut.

Daneben gibt es die gonella, das Festkleid, das aus einer langen schwarzen Robe besteht, die mit goldenen Knöpfen besetzt ist. Darüber trägt man ein großes, buntes Seidentuch, das kunstvoll über die Schultern gelegt wird. Unter der Robe befinden sich oft bis zu 15 Unterröcke. Als Kopfschutz trägt die Frau entweder einen cambuix, also ein besticktes, buntes Seidentuch, oder ein einfaches weißes aus Baumwolle. Ab und zu findet man auch noch einen weiten Seidenumhang, die mantellina, oder ein breites Tuch, das über Schultern und Arme geschlagen wird und sich abrigai nennt. Zu all diesen Gewändern gehört emprendrada: Schmuck und Ketten aus Silber oder Gold mit oft christlichen Motiven sowie Ringe an allen Fingern außer den Daumen.

Trachten Ibiza © by Reise-Know-How-Verlag
Traditionelle Trachten auf Ibiza

Trachten der Männer auf Ibiza

Die Tracht des Mannes besteht aus einem weißen Hemd mit weitem Kragen, über den er meist ein Tuch bindet. Darüber trägt er eine schwarze Seidenjacke mit einer zweireihigen Knopfleiste. Dazu eine einfache, lange Hose oder einen zaragüellos, eine besonders geschnittene Pumphosenart, die ihre orientalische Herkunft nicht leugnen kann. Dazu gehört eine rote Zipfelmütze oder – seltener – ein Strohhut. Um die Hüfte schlägt man außerdem ein breites Tuch, in dem früher das Messer versteckt wurde. Als Schuhwerk werden immer die geflochtenen, vorne offenen espardenyes getragen.