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Flora und Fauna auf Ibiza

Johannisbrotbäume copyright by Werner Schmidt RKH-Verlag
Johannisbrotbaum - Früchte

Historische Entwicklung

Während der verschiedenen historischen Perioden gelangten unterschiedlichste Pflanzen auf die Inseln. Die Phönizier brachten Granatapfel- und Johannisbrotbäume, die Römer pflanzten Ölbäume (Oliven), und die Araber hinterließen Datteln und Feigen. Agaven und Kakteen kamen erst in spanischer Zeit hinzu, in jüngerer Zeit Kakibäume und Aloë Vera.

Jahreszeiten

Bereits ab Februar beginnt auf den Pityusen der Vorfrühling, dann taucht die berühmte Mandelblüte vor allem den Nordwesten Ibizas in ein weißes Blütenmeer. Ab März folgt dann die Pfirsichblüte, anschließend die Orangen- und Zitronenernte. Zwischen Januar und Ende Mai wachsen allerorten die schönsten Blumen, u.a. über zwanzig Orchideenarten, und die Wiesen stehen dann in einem satten Grün. Mit dem Juni beginnt die Trockenheit, die Farbvielfalt verschwindet und das Braun und Rot der Erde dominiert.

Aber auch im Sommer blühen noch das wilde Rosmarin und Thymian.Erst ab Ende September kehrt durch den langsam einsetzenden Regen das Grün als vorherrschende Farbe zurück.

Küstenregionen

In den Küstenregionen des Nordens von Ibiza und auf Formenteras Halbinsel La Mola stehen noch viele Aleppokiefern, aber insgesamt sind beide Inseln waldarm, denn im Laufe der Jahrhunderte wurden die Bäume für den Schiffsbau abgeholzt. Dafür bescheren nun Heide, Mastix, Ginster und wilder Rosmarin den Küstenabschnitten im Juni einen aromatischen Duft.

In mehreren Regionen gedeihen der typische Zedern-Wacholder und Sabinas, die auch »Phönizischer Wacholder« genannt werden. Auf Formentera nannte man sogar den Hafen nach ihnen. </p/>

In Küstennähe wachsen dornige Kapernsträucher, deren Knospen gerne in der ibizenkischen Küche verwendet werden. An den Sandbuchten findet man vor allem Strandhafer und -flieder sowie Disteln. Um die Salinen beider Inseln herum gedeihen nur Schilf, Binsen und so genannte Halophyten, Salz liebende Pflanzen.

In Feuchtgebieten finden sich oft leuchtend blühende und duftende Oleandersträuche. Aber Vorsicht, Oleander ist gift



Trockene und Bergregionen

Abseits der Küsten herrschen wilde Oliven- und Johannisbrotbäume, Rosmarin und Heidekraut vor. Etwas seltener kann man noch vereinzelte Pinien und die fürs Mittelmeer typischen immergrünen Steineichen finden. Vor allem im Nordwesten und Norden Ibizas liegen die Mandelbaumplantagen. Im hügeligen Südwesten und in der Serra de la Mala Costa sind Aleppokiefern weit verbreitet. In den Tälern bestimmt Macchia das Bild. Diese buschartige, durch die Einwirkung des Menschen und Ziegenfraß verkümmerte Vegetation kommt im gesamten Mittelmeerraum vor. Dort wachsen ganzjährig Lavendel, Thymian, Rosmarin und Lorbeer.

Auf den felsigen Böden einiger Regionen im Inselinneren findet man Garrigue, eine heidekrautähnliche hartlaubige Strauchart, Zwergsträucher und Polstergewächse. Besonders typisch ist dort der Ginster, eine auf Ibiza dornige Art, die wie bei uns im Frühjahr gelb blüht. Interessant sind die kleinen, im Frühling rosafarben blühenden Zistrosen, die als Busch wachsen und unbestelltes Kulturland in kürzester Zeit in Beschlag nehmen.

Agaven

Die bis zu zwei Meter hohen Agaven erkennt man an den dicken, fleischigen Blättern, die große Mengen an Wasser speichern. Interessant an diesen Pflanzen ist, dass sie im Laufe ihres etwa 20-jährigen Lebens nur einmal blühen. Die Blüte wächst dabei als ein bis zu zehn Meter hoher Stamm aus dem Pflanzeninneren heraus. Kurz nach der Blüte stirbt die Agave ab.

Früchte

Vor allem Zitrusfrüchte, aber auch ausgefallenere Arten wie Kakis, Granatäpfel oder die von den Arabern kultivierten Feigen wachsen auf Ibiza bzw. Formentera. Bei den Feigen gibt es bis zu drei Ernten jährlich. Datteln wachsen an einer eigenen Palmenart, die man oft an zentralen Plätzen der Städte und Dörfer findet.

Das Johannesbrot erkennt man an den langen schwarzen oder braunen Schoten, die deutlich sichtbar von den Bäumen hängen. Sie sind durchaus auch für menschlichen Verzehr geeignet, werden aber vor allem als Viehfutter verwendet.

Ölbäume

Oliven wachsen bekanntlich auf den typischen knorrigen Ölbäumen, aber nur ein Teil davon wird noch auf den Inseln abgeerntet; die meisten Oliven – auch auf den Märkten – sind heute importiert.

Wein

Vom Weinabbau vor allem auf den ebenen Feldern Nordwesten bei Sant Mateu war bereits mehrfach die Rede. Auf dem Weg zur Cala d’Albarca passiert man vernachlässigte Felder, die im Herbst dicke Trauben wohlschmeckender Wegzaehrung liefern.

Information

Mehr Informationen zur Flora der Pityusen (allerdings nur auf Spanisch) vermittelt die Universität der Balearen auf www.uib.es/depart/dba/botanica/herbari/index.html