Suche innerhalb von reisebuch.de
Beim Schild "privado" ist Schluss mit Wandern! pixabay CC0


Generelle Situation

Ibiza und Formentera sind für die meisten Urlauber keine Ziele, in denen Wanderungen im Vordergrund stehen, obwohl man auch auf Ibiza seit einigen Jahren durchaus organisierten Wanderurlaub buchen kann. Tatsächlich gibt es auf Ibiza eine – in Anbetracht ihrer geringen Größe – erstaunliche Zahl von reizvollen Wegen zu Zielen, die teilweise nur per pedes zu erreichen sind, aber auch sehr schöne Verbindungen zwischen bekannten Orten und Buchten. Die meisten dieser Wanderwege weisen keinen besonderen Schwierigkeitsgrad auf.

In den Touristeninformationsbüros findet man Karten- und Infomaterial. Daraus ist aber nur schwer zu entnehmen, welche Wanderrouten auf Ibiza besonders lohnenswert sind und welche weniger.

Wanderrouten auf Ibiza

Die im folgenden beschriebenen Wandervorschläge beziehen sich auf etwas längere ausgewählte Routen (4-6 Stunden retour) in den Küstenbereichen. Sie verlaufen alle auf öffentlichen Wegen oder über Grundstücke, deren Eigentümer gegen Wanderer nichts haben, sofern sie gewisse Regeln einhalten:



  • Tore, durch die der Weg führt, immer so hinterlassen, wie man sie vorfindet: verschlossen oder geöffnet, ggf. mit einem Stein zur Sicherung (zum Durchgang für freilaufende Tiere).
  • Obst am Wege nicht pflücken, es sei denn, mit ausdrücklicher Erlaubnis des zufällig angetroffenen Grundbesitzers.
  • Abfälle nicht achtlos wegwerfen oder irgendwo eingraben, sondern aufbewahren und mit zurücknehmen.
  • Die Natur belassen wie sie ist, auch die hübscheste Blume. Viele Pflanzen stehen unter Naturschutz.
  • Schilder wie Prohibido el Paso oder Camino Particular (Durchgang verboten - Privatweg) respektieren.

Mit diesen paar Regeln im Sinn kann nicht mehr viel passieren, was die Wanderfreude trübt, wenn auch die Vorbereitung stimmt.

Wege und Schuhwerk

Die Karrenwege und Wanderpfade Ibizas sind oft sehr steinig und geröllhaltig. Mit leichten Wanderschuhen, so vorhanden, läuft es sich auf ihnen am besten. Ausreichenden Halt geben aber auch feste Sportschuhe mit Profilsohle. Auf keinen Fall sollte man Sandalen oder anderes zu leichtes Schuhwerk wählen.

Kompass

Auf einer kleinen Insel wie Ibiza, sollte man meinen, gibt es keine nennenswerten Orientierungsprobleme. Aber speziell an bewölkten Tagen, wenn der Sonnenstand keine Hilfstellung leistet, können durchaus Situationen auftreten, bei denen zum Beispiel die Entscheidung »welchen der drei Pfade nehmen?« schwer fällt. Ein Kompass ist da manchmal hilfreich.

Sonnenschutz und Durst

Wer sich an heißen Sonnentagen auf den Weg macht, muß bedenken, daß die meisten Pfade zumindest abschnittsweise an Hängen entlang oder über freies Gelände ohne schattigen Baumbestand führen. Eine Kopfbedeckung als Sonnenschutz ist ab Mai bis September unverzichtbar, Sonnenöl mit einem hohen Lichtschutzfaktor empfehlenswert.

Genügend zu trinken sollte man ebenfalls im Wandergepäck haben und bedenken, dass nicht an jeder Bucht eine Strandbar wartet, zumal nicht von Oktober bis Mai.

Kleidung

In Frühjahr, Herbst und Winter sollte man neben einem warmen Pullover unbedingt einen Regenschutz dabeihaben; am besten geeignet sind Regencapes oder Windjacken aus wasserdichtem Goretex, Sympatex o.ä. Zur Not tut es auch ein Schirm. Selbst an Sonnentagen kann das Wetter schon mal rasch eintrüben.

Wichtiger Tipp

Sollte unterwegs »weitab vom Schuß« Unvorhergesehenes passieren, ist ein (aufgeladenes) Handy nicht zu verachten: die Notfallrufnummer auch auf den Pityusen ist 112.

Routenvorschläge

Selbst auf der Badeinsel Formentera gibt es als solche ausgewiesene und markierte Wanderwege; in Anbetracht ihrer Kürze und des überwiegend ebenen Verlaufs sind aber viele eher Spazierwege. Die Touristeninformation hat ein kostenloses Heftchen mit dem Titel Circuitos Verdes mit Routen und Kartenskizzen für Fußgänger und Radfahrer herausgegeben.
Sieht man ab vom schon beschriebenen historischen Camí Romà von Es Caló auf die Hochebene La Mola (ca. 1,5 km) sind die anderen Wege insgesamt weniger attraktiv mit vielleicht zwei Ausnahmen:


• Der Camí des Estany (ca. 2,7 km) führt ab Sant Francesc an den südlichen Teil des Naturschutzgebietes um den Estany Pudent. Dort gibt es seltene Pflanzen und zahlreiche Vogelarten.


• Der Camí des Torrent Fondo (ca. 2,5 km) beginnt in El Pilar de la Mola (kurz nach der Kirche rechts) und führt an die südliche Steilküste. Am Ende kann man zu den Fischerhütten von Estufador hinuntersteigen, von denen einige in den Felsen geschlagen wurden. Der größte Teil der Strecke ist bis auf einige hundert Meter am Ende auch mit Fahrzeug machbar.