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Cala San Vicente © by Markus Wache - RKH-Verlag
Cala San Vicente; © by Markus Wache - RKH-Verlag Grundmann GmbH

Anfahrt

Dorf und Cala

Von Sant Joan nach Cala Sant Vicent im äußersten Nordosten der Insel sind es ca. 10 km auf kurvenreicher wunderschöner Route durch die Berge der Serra Grossa (Straße PM-811). Nach rund 6 km passiert die Straße das Dorf Sant Vicent und erreicht das Tal des Torrent de Sa Cala. In nun ebenem Verlauf führt sie zum kaum als solchen identifizierbaren Dorf Cala Sant Vicent mit nur wenigen Häusern und einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert an der Einmündung der Straße PM 810 von Sant Carles bzw. Santa Eulària und weiter zur gleichnamigen Bucht.

Abstecher

Von Sant Vicent 4 km landeinwärts läuft eine enge Serpentinenstraße (ca. 4 km) nach Norden zur Bucht Port de ses Caletes unterhalb der Cala d’en Serra. Am idyllischen, nur 40 m breiten Kieselstrand gibt es nichts außer Bootsschuppen. Der Küste pittoresk vorgelagert sind einige Felseilande. 

Kennzeichnung

Lage und Situation

Die von bewaldeten Steilküsten flankierte Cala Sant Vicent hat über die volle Breite der Bucht einen rund 400 m langen und recht tiefen Sandstrand mit den üblichen Wassersportangeboten. Dahinter stehen dicht nebeneinander einige große Hotelkomplexe, nicht gerade eine Zierde der Landschaft, aber komfortabel und mit Zimmern, von deren Terrassen bzw. Balkons man mehrheitlich über die Bucht blickt. Zwischen Hotels und Strand verläuft eine palmengesäumte Promenade, gleich dahinter liegen die Hotelpools. Alles macht einen gepflegten, fast schon sterilen Eindruck und ist im allgemeinen nicht überlaufen. Da die Zufahrt zu den Hotels an deren Rückseiten verläuft (Straße weiter zur Punta Grossa, der Nordostspitze Ibizas) gibt es hier zwischen Hotels und Strand keinen Verkehr, was zur Attraktivität der Cala San Vicent erheblich beiträgt und sie besonders bei Familien mit Kindern beliebt macht. Abends ist kaum noch etwas los, sieht man ab von hoteleigenen Programmangeboten. Vom Nachtleben in Eivissa oder Sant Antoni sind Urlauber hier weiter entfernt als in irgendeinem anderen Ort Ibizas.

Beurteilung

Cala de Sant Vicent eignet sich – ähnlich wie Port Sant Miquel – aber durchaus nicht nur für Familien, sondern auch für alle, die den Norden und Osten erkunden und/oder auch mal wandern wollen und ein Standquartier am Strand bevorzugen.

Transport, Gastronomie und Unterkunft

Transport

Ein Bus verbindet Cala Sant Vicent zwar mehrmals am Tag mit Santa Eulària/Eivissa via Sant Carles, aber für andere Strecken und individuellere Routen benötigt man ein Mietfahrzeug.

Gastronomie

Das gastronomische Angebot ausserhalb der Hotels ist begrenzt:

On the Beach am südlichen Ende des Strandes ist ein einfaches Strandlokal mit kleinen Mahlzeiten für den Hunger zwischendurch;

Tel. 971 320115, täglich 10-23 Uhr.

Am nördlichen Ende der Promenade steht das Restaurant Can Gat, Tel. 971 320123, ein häufig gelobtes Fisch- und Paellalokal der mittleren Preisklasse.

Hotels

Empfehlenswerte Unterkünfte in Cala San Vincent sind die Grupotels Cala Sant Vicent**** und Imperio Playa*** Tel. 971 333055, im Winter geschlossen

Diese beiden großen Hotelkomplexe liegen nebeneinander. Das komfortablere und insgesamt vorzuziehende Cala Sant Vicent hat fast ausschließlich Zimmer mit Terrassen zur Bucht hin. In beiden Häusern liegen die Poolgärten unmittelbar an der Promenadeund damit nur wenige Schritte von Strand und Meer entfernt. Dazu gibt es eine Tauchschule, Tennisplätze, Spielgeräte
für Kinder, Babysitter-Service. In beiden Fällen sollte man unbedingt nur meerseitige Zimmer buchen.

Umgebung

Punta Grossa

Hinter den Hotels führt die Straße scharf rechts steil den Berg hinauf durch ein Villenviertel zum nordöstlichsten Punkt der Insel (Achtung: nicht versehentlich nach links abbiegen. Diese Auffahrt endet an einer von deutschsprachigen Veranstaltern nicht angebotenen großen Clubanlage hoch über der Küste).

Die Punta Grossa liegt 174 m über dem Meer. Vom Parkplatz am höchsten Punkt der Straße führt ein rauer Kammlinienpfad zu Aussichtspunkten. Man hat von dort weite atemberaubende Ausblicke auf die Steilküsten dieser Ecke und – in einigen Kilometern Entfernung – die vorgelagerte Insel Tagomago. Den kleinen
Abstecher (30 min alles in allem) dorthin sollte man trotz der etwas mühsamen Auffahrt auf keinen Fall auslassen.

Cova Culleram

Ein wenig landeinwärts in Richtung Sant Joan passiert man einen kleinen Parkplatz. Von dort führt ein Fußpfad bis zum Eingang der Höhle Cova Culleram (ca. 20 min). An der nächsten Abzweigung steht ein Hinweisschild, dem auch Autofahrer rund 1 km auf rauer werdender Straße bergauf folgen können. Auf einem – für die ersten ca. 100 m betonierten – schmalen Fahrweg geht es nach rechts, so weit man sich – je nach Fahrzeug – traut. Der Weg ist markiert und per pedes in 10-20 min zu schaffen. Zunächst geht es langsam weiter bergauf und ab einer Wegerweiterung auf einem Treppenpfad steil bergab.

Opferstätte

In der Höhle wurden 1907 die Reste einer phönizischen Opferstätte gefunden. Von hier stammen die Terrakottafiguren der Fruchtbarkeitsgöttin Tanit, die heute im Museu Monográfico del Puig des Molins in Eivissa zu besichtigen sind. Archäologen vermuten, dass in Es Culleram Tieropfer gebracht wurden. Seit den 1970er-Jahren dient die Höhle als Treffpunkt für spirituelle Feste und Rituale. Die Höhle kann (theoretisch) Di-Sa 9.30-13.30 Uhr – auf eigene Gefahr – betreten werden. Oft findet man sie auch dann verschlossen. Im rund 100 m2 großen, bis 5 m hohen »Saal« der Höhle steht eine Art Altar.