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Campen an Kanadas Atlantikküste

Kanadas raue Ostküste; CC0 pixabay

Allgemeine Hinweise

Die Atlantikprovinzen bieten wie ganz Kanada optimale Campingbedingungen, sei es für Komfortcamper im Wohnmobil oder für Zeltcamper auf der Suche nach Naturnähe. Die meisten Campgrounds sind erfreulicher angelegt als in Europa üblich. In allen Visitor Information Centres gibt es kostenlose Verzeichnisse der Campingplätze der jeweiligen Provinz. Teilweise sind sie (zusätzlich) in den Gratis-Besuchermagazinen der Provinzen (Travel Guides) als Unterrubrik der Unterkunftslisten mit aufgeführt. Brauchbar ist auch das (für Automobilclubmitglieder) Gratis- Campbook des CAA/AAA für ganz Eastern Canada, in dem das Gros der zur Verfügung stehenden Plätzen zu finden ist. Teure kommerzielle Campingplatzführer (z.B. Woodalls) anzuschaffen, lohnt für eine Reise allein in den Maritimes nicht.

Auf staatlichen Plätzen gilt eine pauschale Einheitsgebühr (fee) pro Stellplatz unabhängig von der Personenzahl (bis zu 4-9 Personen und oft 2 Fahrzeugen). Die Gebühren werden immer oder außerhalb der Hauptsaison im Self-Registering-Verfahren erhoben. Das heißt, die Camper stecken nach Eintragung einiger Daten Bardollars in einen Umschlag und werfen ihn in eine sog. Deposit Box. Auf privaten Plätzen überwiegt die Berechnung einer Basisgebühr für 2 Personen plus Aufschlag für jeden zusätzlichen Gast. Dort kann üblicherweise auch mit Kreditkarte bezahlt werden, auf staatlichen Plätzen nur in Ausnahmefällen außer bei Voraussreservierung.

Preise für einen Stellplatz/Nacht:

  • Staatliche Plätze ab ca. 10 $ bis ca. 25 $,
  • private je n. Standard ab ca. 15 $ bis 40 $ (& mehr).

Besitzer von Campfahrzeugen können ihren eingebauten Komfort nur nutzen, wenn der Campingplatz entsprechend ausgestattet ist. Die meisten kommerziell betriebenen Campgrounds und auch viele Provincial Parks verfügen über Hook-ups: Steckdosen, Wasserhahn und Abfluß an den Stellplätzen. Oft gibt es auch Sites, die nur Electricity und Water bieten. Sind alle Anschlüsse vorhanden, spricht man von einem Full Hook-up.

Zusätzlich bieten Komfortplätze teilweise auch Anschlüsse fürs Kabelfernsehen und – neuerdings – Wireless LAN. Naturgemäß muss man dafür auch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Mit weitsichtiger Disposition kommen RV-Fahrer aber ganz gut auch ohne Hook-ups aus. Denn auf manchen Rastplätzen und Campgrounds ohne Hook-up-Einrichtung sowie in National und Provincial Parks befinden sich zentrale sog. Dump- oder Sewage- Stations, wo – häufig gegen Gebühr – Schmutzwasser abgelassen und Trinkwasser aufgefüllt werden kann. Auch Tankstellen und Tourist Information Center bieten vereinzelt diesen Service.

Elektrizität

Strom aus dem Netz (110 V) braucht man im Camper nur zum Betreiben der Dachklimaanlage oder für Mikrowelle, Fernseher und Haartrockner. Fürs Licht genügt die Kapazität der immer vorhandenen 2. Batterie, sofern keine längeren als 2-3tägige Standzeiten ohne Motorlauf anliegen. Wohnmobile bieten daher ihren Komfort ohne zeitgleiche äußere Versorgung. Mit ihnen ist bequemes Camping gerade abseits der Zivilisation möglich. Dennoch suchen gerade Campmobilfahrer den Vollanschluß.

Die gute Wahl der Übernachtungsplätze, bei der der Reiseteil dieses Buches hilft, macht bereits den halben Erfolg einer Campingreise aus. Campingführer listen im wesentlichen Ausstattungsmerkmale und geben selten brauchbare Hinweise auf andere Qualitäten wie landschaftliche Einbettung, Größe der Stellplätze usw. Aufschlußreich in dieser Beziehung ist die Betreiberorganisation. Denn die staatlichen Campgrounds einerseits und die kommerziell geführten Plätze andererseits unterscheiden sich erheblich. Ein Stellplatz (Site) fürs Campmobil oder Zelt umfaßt auf allen staatlichen Plätzen ein eigenes Areal mit Picknicktisch, Feuerstelle und Grillrost. Auf ihnen geraten Nachbarn durch Büsche, Bäume und Distanz mitunter ganz aus dem Blickfeld. Das ist auch auf manchen kommerziell betriebenen Plätzen ähnlich, meist aber geht es dort enger und weniger naturnah zu.