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Das Reiseziel Kanada


Indianer in Kanada
Indianer in Kanada

Naturerlebnis und Abenteuer

Kanada gilt als Inbegriff unberührter Natur, Einsamkeit und Wildnisabenteuer. Weite Gebiete im Westen und Norden des riesigen Landes und nicht zuletzt in Alaska entsprechen auch tatsächlich diesem Bild: Unendliche Wälder, glasklare Bäche und Seen, reißende Flüsse, schneebedeckte Berge und mächtige Gletscher warten auf den Reisenden. Begegnungen mit Bären und Elchen sind keine Seltenheit, Gewässer voller Forellen und Lachse der Traum eines jeden Anglers. Ob per Wohnmobil, mit dem Zelt, zwischendurch vielleicht auch mal auf Schusters Rappen, auf dem Pferderücken oder im Kanu, in Canada gehören Naturerlebnis und Lagerfeuerromantik zu den selbstverständlichen »Zutaten « jeder Reise, ja machen ihren besonderen Reiz aus. In den Nationalparks der Rocky Mountains, am Trans Canada Highway in British Columbia, am Lake Superior in Ontario und auf dem Alaska Highway mit seinen Nebenstrecken – um nur die touristisch populärsten Bereiche zu nennen – wird jeder Reisende sein »typisches« Canada finden.



Großstädte

Aber durchaus nicht überall stehen zivilisationsferne Attraktionen im Vordergrund. Ebenfalls Besuchermagneten sind Canadas Großstädte. Die Lage Vancouvers zwischen Meer und Küstengebirge mit Badestränden in Zentrumsnähe, Resten von Regenwald in seinen Parks und Skipisten unweit der nördlichen Vororte wird von keiner anderen Großstadt Nordamerikas übertroffen.

Die Präriezentren Edmonton, als Sitz der Provinzregierung und Tor zum Norden, und Calgary als Ölhauptstadt Albertas und Heimat der Calgary Stampede, der größten Rodeo Show Amerikas, besitzen beide den Vorzug einer kurzen Distanz zu den Rocky Mountains.

Klimatische "Überaschungen"

Kaum bekannt ist, dass die südlichsten Zipfel Canadas auf derselben Breite wie Nordkalifornien oder Rom liegen. Während in der subarktischen Tundra die Vegetation gegen Dauerfrost kämpft, gedeihen im südeuropäisch anmutenden Sommerklima Ontarios Weintrauben und Pfirsiche. Im südlichen Alberta und Saskatchewan, wo im Juli und August Tagestemperaturen von 25°-30°C überwiegen, ist es sogar noch wärmer.

Ausgedörrte Badlands erinnern dort an Landschaften im Südwesten der USA. Eine Art kanadisches Oberitalien und warme Badeseen, Weinterrassen, Obst in Hülle und Fülle und sogar Kakteenbestände findet man im Okanagan Valley in British Columbia. Nur wenige hundert Kilometer westlich davon stehen auf Vancouver Island dichte Regenwälder entlang einer niederschlagsreichen, eher unwirtlichen, aber nichtsdestoweniger reizvollen Küste.
Im Südosten der Insel ziehen dagegen flache Sandstrände und eine warme Meeresströmung Badegäste an. Weiter im Norden an der noch kaum erschlossenen Pazifikküste passieren die Alaskafähren durch die Inside Passage rauhe Gebirgszüge und kalbende Gletscherfelder.



"Lebende Museen"

Fast wie ein Teil der Landschaft wirken die originalgetreuen Rekonstruktionen historischer Dörfer und Befestigungsanlagen (Barkerville und Fort Steele in BC, Fort Walsh in den Cypress Hills/Saskatchewan oder Old Fort William bei Thunder Bay/ Ontario), die als »lebende« Museen zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Canadas zählen. Ein Höhepunkt jeder Fahrt in den Norden ist das heute zum historischen nationalen Denkmal erklärte Dawson City, Kapitale des Klondike-Goldrausches im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Pioniergeist

Wer auf eigene Faust durch Canada reist und sich vielleicht vom Frontier Spirit, dem alten Pioniergeist, anstecken lässt, wird noch manches Unerwartete mehr entdecken. Sprachlich kommt man leichter »durch« als beim Nachbarn USA, benötigt aber doch eine einigermaßen gefüllte Brieftasche. Denn leider hat der kanadische Dollar in den letzten Jahren den Wechselkursabstieg des US-Dollar kaum bis gar nicht mitgemacht, nachdem sich beide Währungen früher stets im »Gleichschritt« bewegten. Mit anderen Worten: aus der Sich von Eurobesitzern blieb Canada ein teures Reiseland, während sich die Kosten für viele Produkte und (touristische) Dienstleistungen in den USA dank des günstigeren Dollarkurses auch 2007 wieder deutlich verbilligten. Nichtsdestoweniger ist eine Canadareise auch bei knappem Budget realisierbar, sofern man campt oder konsequent in preiswerteren Quartieren übernachtet.