Route 3: Durch den Yukon, Alaska und die kanadischen Rocky Mountains

von Hartmut Ihnenfeldt

Route 3 führt durch das Yukon-Territorium und Alaska bis zu den kanadischen Rocky Mountains. Die Strecke verbindet Goldgräberorte wie Dawson City mit Nationalparks (Kluane, Denali) und den Gebirgszügen der Rockies – eine der längsten Fernrouten Nordwestkanadas.

dawson city
Typisch Dawson City; Foto: brigachtal pixabay CC4

Diese große Rundreise durch den Westen und Norden Kanadas verbindet die Küstenmetropole Vancouver mit dem Alaska Highway, dem Yukon, einem kurzen Abschnitt durch Alaska, dem Stewart-Cassiar Highway und den Nationalparks der kanadischen Rocky Mountains. Je nach gewählter Variante kommen rund 6.000 bis 8.000 Kilometer zusammen. Damit gehört die Tour zu den anspruchsvollsten der auf Reisebuch.de vorgestellten Routen durch Kanada.

Wer weniger Zeit zur Verfügung hat, findet in der Rundreise durch das südliche British Columbia und die Alberta Rockies, der Kombination aus Vancouver Island und Rocky Mountain National Parks oder der kompakteren Alaska-Yukon-Rundreise überschaubarere Alternativen.

Das Wichtigste vorweg

  • Ausgangspunkt: Vancouver, Calgary oder Edmonton
  • Streckenlänge: je nach Variante etwa 6.000 bis 8.000 Kilometer
  • Zeitbedarf: mindestens vier, besser fünf bis sechs Wochen
  • Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Ende August
  • Straßen: überwiegend asphaltiert, aber längere Schotterabschnitte möglich
  • Fahrzeug: Mietvertrag auf die Freigabe abgelegener Highways und Gravel Roads prüfen
  • Reservierungen: Fähren und Unterkünfte an touristischen Engpässen rechtzeitig buchen

Die vollständige Strecke ist keine gewöhnliche Mietwagenrundfahrt. Sie führt durch einige der am dünnsten besiedelten Regionen Nordamerikas. Einen allgemeinen Eindruck von den Dimensionen des Landes vermittelt der Beitrag über Kanadas Geographie. Hinweise zur jahreszeitlichen Planung finden sich unter Optimale Reisezeiten für Kanada und im Überblick zum Klima Kanadas.

Die Route im Überblick

Vancouver – Whistler – Pemberton – Lillooet – Williams Lake – Quesnel – Barkerville – Prince George – Dawson Creek – Fort St. John – Alaska Highway – Watson Lake – Whitehorse – Skagway – Fähre nach Haines – Haines Junction – Beaver Creek – Tok – Chicken – Top of the World Highway – Dawson City – Carmacks – Robert Campbell Highway – Watson Lake – Stewart-Cassiar Highway – Dease Lake – Stewart und Hyder – Kitwanga – Prince George – Jasper – Icefields Parkway – Lake Louise – Banff – optional Calgary – Yoho National Park – Glacier National Park – Mount Revelstoke National Park – Vernon – Osoyoos – Hope – Vancouver.

Von Vancouver über Lillooet nach Prince George

Vor oder nach der Rundreise sollte wenigstens ein Tag für Vancouvers Sehenswürdigkeiten eingeplant werden. Anschließend führt die Route über den Sea to Sky Highway nach Whistler und weiter über Pemberton und die bergige Duffey Lake Road nach Lillooet.

Der Abschnitt gehört landschaftlich bereits zu den Höhepunkten der Reise. Die Straße steigt durch das Küstengebirge an, passiert Bergseen und erreicht schließlich das trockene Tal des Fraser River. Wer die Rocky Mountains und das südliche British Columbia ausführlicher kennenlernen möchte, findet diese Region auch in der Route durch British Columbia und die Alberta Rockies.

Über 100 Mile House und Williams Lake geht es nach Quesnel. Von dort lohnt der Abstecher nach Barkerville, einer historischen Goldgräbersiedlung am Rand der Cariboo Mountains. Danach führt die Strecke zurück nach Quesnel und weiter nach Prince George.

Reisende, die aus Zeitgründen auf Lillooet, Williams Lake und Barkerville verzichten, können von Vancouver zunächst den Trans-Canada Highway und anschließend eine direktere Verbindung nach Prince George wählen.

Zum Beginn des Alaska Highway

Von Prince George verläuft die Route nordöstlich über Dawson Creek nach Fort St. John. Dawson Creek gilt als historischer Ausgangspunkt des Alaska Highway. Der folgende Straßenabschnitt führt über Fort Nelson, den Muncho Lake und die Liard River Hot Springs nach Watson Lake.

Die Straße ist heute weitgehend asphaltiert. Dennoch bleiben Frostaufbrüche, Baustellen, Schotterpassagen und größere Abstände zwischen Tankstellen typisch. Vor der Abfahrt empfiehlt sich daher eine Beschäftigung mit den Verkehrsregeln in Kanada und den Besonderheiten einer Reise mit Mietwagen oder Campmobil.

Watson Lake ist für seinen sogenannten Sign Post Forest bekannt. Von hier führt der Alaska Highway weiter nach Whitehorse, dem wirtschaftlichen und touristischen Zentrum des Yukon.

Whitehorse, Skagway und Haines

Von Whitehorse zweigt der South Klondike Highway nach Süden ab. Die Straße führt über Carcross und den White Pass nach Skagway in Alaska. Schon die Fahrt durch die Berglandschaft erinnert an die Zeit des Klondike-Goldrauschs.

Zwischen Skagway und Haines verkehren Autofähren. Fahrplan und Verkehrstage können wechseln, weshalb die Verbindung frühzeitig in die Routenplanung einbezogen werden sollte. Eine ausführlichere Rundfahrt durch diese Region beschreibt Reisebuch.de unter Route 4: Alaska und Yukon.

Von Haines geht es auf dem Haines Highway wieder nach Kanada. Die Straße trifft bei Haines Junction auf den Alaska Highway. Anschließend führt die Route über Kluane Lake, Burwash Landing und Beaver Creek zur Grenze zwischen dem Yukon und Alaska.

Für Reisende, die Alaska zum ersten Mal besuchen, bietet der Beitrag Alaska für Anfänger eine allgemeine Einführung. Beim Grenzübertritt gelten neben den kanadischen Bestimmungen auch die abweichenden Verkehrsregeln der USA.

Von Tok über den Top of the World Highway nach Dawson City

Hinter der Grenze erreicht die Route zunächst Tok. Von dort führt der Taylor Highway nach Chicken, einer kleinen ehemaligen Goldgräbersiedlung. Danach beginnt der Top of the World Highway.

Die spektakuläre Höhenstraße verläuft über lange Abschnitte oberhalb der Baumgrenze. Teile der Strecke sind geschottert und können nach starkem Regen oder Straßenarbeiten deutlich langsamer zu befahren sein als es die Kilometerzahl vermuten lässt. Der Grenzübergang zwischen Alaska und dem Yukon ist nur saisonal geöffnet.

Kurz vor Dawson City setzt eine Fähre über den Yukon River. Auch sie verkehrt nur während der eisfreien Jahreszeit. Die Öffnung des Grenzübergangs, der Zustand des Top of the World Highway und der Fährbetrieb müssen deshalb unmittelbar vor der Fahrt geprüft werden.

Dawson City ist einer der wichtigsten Aufenthaltsorte der gesamten Rundreise. Die ehemalige Goldgräberstadt bewahrt zahlreiche historische Gebäude und vermittelt trotz touristischer Inszenierung noch immer eine Vorstellung von der kurzen, hektischen Blütezeit des Klondike-Goldrauschs.

Wer sich stärker auf Alaska und den Yukon konzentrieren möchte, kann ab Dawson City der kürzeren Alaska-Yukon-Route folgen und auf den späteren Bogen durch British Columbia und die Rocky Mountains verzichten.

Über den Robert Campbell Highway nach Watson Lake

Von Dawson City führt der Klondike Highway südwärts über Pelly Crossing nach Carmacks. Dort beginnt der Robert Campbell Highway nach Watson Lake.

Diese etwa 580 Kilometer lange Verbindung gehört zu den abgelegensten Abschnitten der Reise. Große Teile sind geschottert oder nur einfach ausgebaut. Tankstellen, Werkstätten und Einkaufsmöglichkeiten liegen weit auseinander. Faro und Ross River bieten eine begrenzte Infrastruktur, dürfen aber nicht mit größeren Versorgungsorten verwechselt werden.

Vor der Abfahrt sollten Kraftstoff, Trinkwasser und Lebensmittel ergänzt werden. Ein vollwertiges Ersatzrad, Werkzeug, Offlinekarten und eine Zeitreserve sind wichtiger als ein möglichst straffer Tagesplan.

Wer solche abgelegenen Strecken bewusst sucht, sollte auch die Route durch die Northwest Territories, über den Cassiar Highway und die Rocky Mountains prüfen. Sie setzt einen ähnlichen Schwerpunkt auf große Distanzen und dünn besiedelte Landschaften.

Auf dem Stewart-Cassiar Highway nach Süden

In Watson Lake beginnt der Rückweg nach British Columbia. Der Stewart-Cassiar Highway, offiziell Highway 37, führt durch eine weitgehend unbesiedelte Berg- und Waldlandschaft nach Süden.

Die Straße ist inzwischen größtenteils asphaltiert, bleibt aber eine ausgesprochene Fernroute. Tankstellen und Unterkünfte sollten nicht bis zum letzten Kilometer ausgereizt werden. Waldbrände, Rauch, Baustellen und vorübergehende Straßensperrungen können die Reiseplanung beeinflussen.

Bei Meziadin Junction zweigt die Highway 37A nach Stewart ab. Die Stichstraße führt durch ein enges Gebirgstal bis an die kanadische Pazifikküste. Gleich hinter der Grenze liegt Hyder in Alaska. Nach dem Abstecher geht es zurück nach Meziadin Junction und weiter nach Kitwanga.

Der Cassiar Highway bildet auch das Rückgrat der Route 5 durch Nordwestkanada und die Rocky Mountains.

Alternative über Prince Rupert und Vancouver Island

Von Kitwanga kann die Rundreise westwärts nach Prince Rupert fortgesetzt werden. Dort besteht eine Fährverbindung nach Port Hardy im Norden von Vancouver Island. Diese Variante ersetzt den Abschnitt über Prince George und einen Teil der Rocky Mountains.

Die Fährfahrt durch die Inside Passage gehört landschaftlich zu den eindrucksvollsten Verkehrswegen an Kanadas Westküste, ist jedoch teuer und reservierungspflichtig. Fahrzeugplätze können in der Hauptsaison lange im Voraus ausgebucht sein.

Der weitere Verlauf über Vancouver Island wird ausführlicher in der Route über Vancouver Island und die Rocky Mountain National Parks beschrieben.

Eine durchgehende Fähre von Skagway nach Prince Rupert sollte dagegen nicht fest eingeplant werden. Die Fahrpläne des Alaska Marine Highway verändern sich, und Prince Rupert wird nicht in jeder Saison oder von jeder Verbindung bedient.

Von Prince George nach Jasper

Die Hauptroute führt von Kitwanga über Smithers und den Yellowhead Highway zurück nach Prince George. Anschließend geht es über McBride, den Mount Robson Provincial Park und den Yellowhead Pass nach Jasper.

Der Übergang vom nördlichen British Columbia zu den Rocky Mountains ist markant. Aus den weiten Waldlandschaften wachsen zunehmend höhere, schroffere Bergketten heraus. Bei guter Sicht dominiert der Mount Robson, der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains, die Szenerie.

Der Abschnitt ist Teil mehrerer westkanadischer Routenvorschläge auf Reisebuch.de, darunter die Rundreise durch das südliche British Columbia und die Vancouver-Island-Rockies-Route.

Jasper und der Icefields Parkway

Von Jasper führt der Icefields Parkway auf rund 230 Kilometern nach Lake Louise. Die Strecke ist eine der bekanntesten Panoramastraßen Kanadas. Athabasca Falls, Sunwapta Falls, das Columbia Icefield, Bow Lake und Peyto Lake liegen unmittelbar an oder nahe der Straße.

Trotz der überschaubaren Distanz sollte mindestens ein voller Tag eingeplant werden. Wer Wanderungen, Aussichtspunkte und Abstecher unterbringen möchte, benötigt eher zwei oder drei Tage.

Die Höhenlage macht den Icefields Parkway wetteranfällig. Selbst im Frühsommer sind Schneefälle möglich; im September können bereits winterliche Straßenverhältnisse auftreten. Die Reisezeiten für Kanada sollten daher nicht nur nach Durchschnittstemperaturen, sondern auch nach Straßenbedingungen und saisonalen Öffnungen beurteilt werden.

Lake Louise, Banff und der optionale Abstecher nach Calgary bilden den touristisch am stärksten frequentierten Abschnitt der Rundreise. Wer Calgary nicht unbedingt besuchen möchte, kann von Lake Louise direkt über den Yoho National Park nach Westen weiterfahren.

Über Yoho, Glacier und Mount Revelstoke zurück

Westlich von Lake Louise folgt die Strecke dem Trans-Canada Highway durch den Yoho National Park nach Golden. Danach werden der kanadische Glacier National Park und der Mount Revelstoke National Park durchquert.

Die Rückfahrt über Revelstoke, Vernon und das Okanagan Valley zeigt noch einmal ein völlig anderes British Columbia. Die feuchten Bergwälder gehen in eine zunehmend trockene, im Hochsommer heiße Landschaft über.

Über Kelowna, Penticton und Osoyoos erreicht die Route den äußersten Süden der Provinz. Das Okanagan Valley eignet sich für einige ruhigere Tage an Seen, in kleineren Orten und auf Weingütern. Von Osoyoos geht es über den Crowsnest Highway, den Manning Provincial Park und Hope zurück nach Vancouver.

Ausgangspunkte und Zeitbedarf

Rundreise ab Vancouver

Die vollständige Route umfasst einschließlich der wichtigsten Abstecher etwa 8.000 Kilometer. Fünf Wochen sind das Minimum, sechs Wochen deutlich vernünftiger. Diese Variante verbindet den kanadischen Norden mit den Rocky Mountains und dem Süden British Columbias.

Rundreise ab Calgary

Ab Calgary ist mit etwa 6.500 bis 7.000 Kilometern zu rechnen. Die Anfahrt erfolgt zweckmäßig über Edmonton, Grande Prairie und Dawson Creek. Die Rückfahrt führt über Jasper, den Icefields Parkway und Banff.

Vier Wochen sind möglich, lassen aber wenig Spielraum. Fünf Wochen erlauben längere Aufenthalte in Whitehorse, Dawson City, Stewart und den Nationalparks.

Rundreise ab Edmonton

Ab Edmonton verkürzt sich die Gesamtstrecke auf ungefähr 6.000 bis 6.500 Kilometer. Die Anfahrt führt über Grande Prairie und Dawson Creek, die Rückfahrt von Jasper direkt nach Edmonton.

Diese Variante lässt Vancouver, das Okanagan Valley und den südlichen Teil British Columbias aus. Wer den gesamten Westen Kanadas kennenlernen möchte, findet außerdem Anregungen in der Transkontinentalroute von Toronto nach Vancouver.

Beste Reisezeit

Für die vollständige Rundfahrt empfiehlt sich ein Beginn zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Dann sind die saisonalen Straßen und Grenzübergänge normalerweise geöffnet, während für die Rückfahrt durch die Rocky Mountains noch genügend Zeit vor den ersten möglichen Wintereinbrüchen bleibt.

Ein Start Mitte August eignet sich nur für erheblich kürzere Varianten. Der Top of the World Highway und der dortige Grenzübergang schließen meist im September. Gleichzeitig werden die Nächte im Yukon bereits deutlich kälter.

Weitere Entscheidungshilfen bieten die Beiträge über die Hauptreisezeiten in Kanada, das Klima Kanadas und die Bedingungen für Alaska-Erstreisende.

Fahrzeug und Mietvertrag

Ein Geländewagen ist bei normalen Straßenverhältnissen nicht zwingend erforderlich. Wichtiger sind robuste Reifen, ein vollwertiges Ersatzrad, ausreichende Bodenfreiheit und eine sorgfältige Kontrolle des Mietvertrags.

Robert Campbell Highway, Top of the World Highway, Taylor Highway und andere Schotterstraßen müssen vom Vermieter ausdrücklich zugelassen sein. Eine technisch geeignete Fahrzeugklasse allein genügt nicht, wenn der Vertrag Fahrten auf Gravel Roads ausschließt.

Für die Vorbereitung lohnen die Beiträge:

Reisebuch-Tipp

Die Tour sollte nicht als möglichst schnell zu absolvierende Kilometersammlung geplant werden. Ihr Reiz liegt in den Gegensätzen zwischen Vancouver, dem Alaska Highway, den Goldgräberorten des Yukon, der Küste bei Stewart und den Nationalparks der Rocky Mountains.

Bei weniger als fünf Wochen ist eine gekürzte Variante meist befriedigender. Sinnvolle Kürzungen sind:

  • Rückfahrt von Kitwanga über Prince Rupert und Vancouver Island
  • Verzicht auf den Robert Campbell Highway
  • Auslassen von Calgary und dem südlichen British Columbia
  • Start und Ziel in Edmonton oder Calgary
  • Konzentration auf die Alaska-Yukon-Rundreise
  • Konzentration auf den Cassiar Highway und die Rocky Mountains

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