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Kriminalität auf Mallorca



Vorweg sei gesagt: Mallorca ist im Großen und Ganzen eine sichere Insel. Trotzdem gibt es auch dort– wie überall auf der Welt – einige Risiken. Vor denen kann man sich mit etwas Umsicht aber schützen

Taschendiebe und Einbrecher

Auch auf Mallorca muss man mit Diebstählen am ehesten an Orten rechnen, wo viele Menschen sind. Da Polizei gegen Taschendiebe auf Wochenmärkten, am Flughafen oder am Strand ziemlich machtlos ist, empfiehlt sich dort erhöhte Wachsamkeit und eine adäquate Sicherung von Geld und Papieren.

Sollte man dennoch bestohlen werden, ist es stets ratsam, den Diebstahl anzuzeigen – auch wenn dadurch die Chance, gestohlenen Wertsachen zurückzubekommen, nicht unbedingt steigen: Das Protokoll der Anzeige dient zur späteren Vorlage bei Versicherungen, Kreditkartenunternehmen, Banken, Pass- und Führerscheinbehörden. Jede Polizeidienststelle auf Mallorca nimmt Diebstahlanzeigen entgegen. Über die Notrufnummer 902 102 112 auch telefonisch in deutscher Sprache.



Dass in leer stehende Häuser gelegentlich eingebrochen wird, liegt besonders auf Mallorca nahe. Kann man dort doch oft mit längerer Abwesenheit der Besitzer rechnen und daher mit nur verspäteter Entdeckung. Als Gegenmittel hilfreich ist, vorab geeignete Maßnahmen zu treffen. So sollte die Beleuchtung des unbewohnten Hauses in den Morgen- und Abendstunden über eine Zeitschaltuhr geregelt werden; zusätzliche Sicherheit bietet eine Alarmanlage mit Verbindung zu einem privaten Sicherheitsdienst. Vor längerer Abwesenheit sollte man außerdem Nachbarn bitten, hin und wieder nach dem Rechten zu schauen und den Briefkasten zu leeren. Laut Aussage der örtlichen Polizei sind gute nachbarschaftliche Beziehungen auf Mallorca ein guter Schutz gegen Einbrecher.



Risiken bei Jobsuche und Geschäftsübernahmen

Viele Deutsche, die nach Mallorca mit der Absicht kommen, dort auch beruflich tätig zu werden, sind schlecht vorbereitet. Die Suche nach dem leichten Leben unter der Sonne des Südens verführt offenbar dazu, leichtfertig auf Jobangebote einzugehen, ohne die Details der Tätigkeit und genaue Vertragskonditionen zu erfragen bzw. schriftlich zu fixieren.

Das größte Risiko für Neu-Residenten auf Mallorca ist also nur zu häufig die eigene Naivität. So kommt es immer wieder vor, dass manche(r) wochenlang ohne Vertrag – nur auf Grundlage einer mündlichen Vereinbarung – z. B. in einem Callcenter arbeitet und am Ende um den Lohn geprellt wird.

Selbst wer über seriöse Institutionen wie die deutsche Arbeitsagentur nach Mallorca vermittelt wird, kann durchaus Enttäuschungen erleben. Auch diese Behörde hat sicher nicht immer Hintergrundinformationen über die Bonität von Arbeitgebern auf Mallorca.

Die sind aber der einzige Schutz vor üblen Erfahrungen. Wer nach Mallorca geht, um dort sein Geld zu verdienen, muss sich vorab gut informieren und – sofern er die Sprache (noch) nicht beherrscht – bei Vertragsabschlüssen jeder Art einen Übersetzer oder Dolmetscher hinzuziehen. Wer von der Heimat aus einen Job auf der Insel gefunden hat, sollte auf einem schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen, noch bevor er/sie einen kompletten Umzug in die Wege leitet.

Auch bei beabsichtigter Selbständigkeit lauern Gefahren: Gewarnt sei hier speziell vor zwielichtigen Geschäftemachern, die Interessenten Geschäftslokale mit gefälschten Zahlen und unzutreffenden Informationen schmackhaft machen. So kommen schon mal ganze Familien nach Mallorca, um ein Restaurant zu übernehmen, nur um vor Ort feststellen zu müssen, dass sie mangels Gästen nur für den Eigenbedarf kochen.

Drogen

Spanien liegt EU-weit beim Drogenkonsum ziemlich weit vorn: in manchen Kneipen und Diskotheken braucht man keine besonders feine Nase, um den Geruch von Marihuana wahrzunehmen. Dann sind oft auch die Dealer für den »Stoff« nicht weit. Das Zentrum des Rauschgifthandels ist Son Banya. Die Siedlung liegt nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt und gilt als einer der kriminellsten Flecken Europas. Dort leben ganze Familien vom Rauschgift. Immer wieder beschlagnahmt die Polizei, die sich nur in Hundertschaften nach Son Banya wagt, Drogen, Bargeld, schmuck und Luxusautos – und verhaftet ein paar Verdächtige. Doch es scheint der Justiz fast unmöglich, den mafiaartigen Clans den Drogenhandel gerichtsfest nachzuweisen: Die Familien schützen sich gegenseitig, sagen falsch oder gar nicht aus. Und das Drogendorf, von den Mallorquinern ironisch »Supermercat« genannt, wuchert weiter.

»Kavaliersdelikt« Steuerhinterziehung

Selbst größere Rechnungen zahlt man auf Mallorca gerne in bar. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, aber allzu häufig wird am Fiskus vorbei gezahlt. Es gibt Leute, die beim Verkauf ihres Hauses oder Grundstücks nur einen Teil des dabei entstehenden Gewinns oder gar nichts versteuern, indem als Kaufpreis nur das angegeben wird, was per Überweisung auf dem Bankkonto eingeht. Die Differenz zum wirklichen Preis kassiert man in bar brutto für netto.

Auch die Mehrwertsteuer (IVA) fällt schon mal »unter den Tisch«. Bereits bei Rechnungen über ein paar hundert Euro im Pflanzencenter, beim Möbel- oder Gebrauchtwagenkauf kann es vorkommen, dass man gefragt wird: »Sin oder con IVA«? Mit oder ohne Mehrwertsteuer? – Das muss der Kunde auf Mallorca dann entscheiden. Den Staat zu hintergehen, fällt für viele Mallorquiner und Residenten in die Kategorie »Kavaliersdelikt«.

Auch der Schwarzmarkt mit Leih-, Fremd- und Gastarbeitern blüht, für die ggf. weder Steuern noch Sozialabgaben gezahlt werden.

Terroranschläge?

Im Sommer 2009 wurde Mallorca durch eine Anschlagserie erschüttert. Eine Bombe tötete zwei Polizisten, wenige Tage später explodierten drei weitere Sprengsätze. Die baskische Terrororganisation ETA wollte damit gezielt den Tourismus treffen.
Seitdem ist es auf der Insel aber ruhig geblieben. Die ETA hat zwischenzeitlich die Aufgabe von Gewaltakten verkündet.