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fischer im hafen / © Sven Weber - fotolia
Ein Fischer im Hafen © Sven Weber - fotolia

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So fangt Ihr Fische am Meeresufer

Diese und andere Fische erreichen eine Größe, die sie durchaus angelbar macht. Wer sein Glück versuchen möchte, kann das mit einer sehr einfachen Angel tun, die aus einem Bambusstab (caña de pescar), Angelschnur (sedal), Schwimmer (flotador veleta), etwas Blei (plomo) und einem kleinen Angelhaken (anzuelo) besteht.

Angelzubehör kauft man auf Mallorca in Eisenwaren-Handlungen. Die heißen auf Spanisch Ferretería und werden so ausgesprochen, wie man sie schreibt, Betonung auf dem "i". Als Köder verwendet man Stücke von Tintenfischen (calamares, pulpos) oder altes Brot, das ihr am besten zu einem Teig knetet, damit es sich im Wasser nicht so schnell ablöst. Man kann die Fische auch mit aufgeweichtem Brot anlocken und beobachten, ob sie überhaupt Appetit auf Brot haben. Versprecht euch aber nicht zuviel, die Bißfreudigkeit schwankt sehr nach Wetter und Jahreszeit!



Die Mallorquiner haben noch viele andere Angelmethoden. Für euch kommt auch das Oberflächen-Angeln in Frage: Dazu müsst ihr vier oder fünf Drillingshaken (anzuelos triples) derart an der Schlinge einer Angelschnur befestigen, dass sie sich zusammenziehen lässt. Die Haken werden dann so in eine Scheibe von mallorquiner Weißbrot (barra) oder Brötchen (panecillo) gesteckt, daß man das Brot mit der Schlinge zusammenziehen kann.

Das Brot sollte möglichst schon drei Tage alt und gummiartig zäh sein. Altes Brot (zum Fischen = para pescar) könnt ihr in den Bäckerläden billig kaufen.

Ehe man das Brot mit den Drillingshaken auswirft, stippt man sie kurz ins Wasser, damit sie schwerer wird und sich weiter werfen läßt. Vielleicht habt ihr schon beim Baden oder Schnorcheln festgestellt, wo Fischschwärme stehen und wo ein guter Standplatz zum Angeln sein könnte. Angeln solltet ihr aber nur, wenn ihr den gefangenen Fisch nachher auch essen wollt! Dazu muß man ihn vom Haken lösen und durch einen Schlag mit einem Knüppel oder dem Messerrücken auf den Kopf oder durch einen Stich hinter die Kiemen schnell töten. Es ist Tierquälerei, geangelte Fische in einen Eimer mit Wasser zu werfen, in dem sie dann ersticken, weil ihnen der Sauerstoff ausgeht!

Wer Fische nicht töten mag, sollte nicht angeln! Ihr könnt aber auch Jagdfreuden erleben, wenn ihr Fische für das Aquarium fangt oder auch nur, um sie einmal genau betrachten zu können. Dazu besorgt ihr euch einen oder zwei möglichst große und transparente Plastikbeutel. Gut geeignet sind die Beutel, in denen man fünf Kilo Orangen kauft.

Aus so einem Plastikbeutel bastelt ihr euch eine Fischfalle, indem ihr ganz hinten einen Köder hineinsteckt. Aufgeschnittene Seeigel sind bessere Köder als Brot!



© Stefan Richter - fotolia
© Stefan Richter - fotolia

Die Falle wird im flachen Wasser aufgestellt und der Eingang mit Steinen oder Stöckchen offengehalten. Sobald ihr beobachtet, daß sich Fische in dem Plastikbeutel befinden, schwimmt ihr schnell hinzu und schließt den Beutel. Besser geht das noch, wenn sich der Beutel mit einer Schnur zuziehen lässt. Dann könnt ihr zum Beispiel auf einer Schwimmatratze über der Fischfalle lauern und den Beutel schließen, sobald ihr seht, daß Fische in die Falle gegangen sind.

Gut wäre es, wenn ihr über Maske und Schnorchel verfügt, denn dann seid ihr imstande, richtig ins Meer zu schauen wie in ein Aquarium. Lasst aber die gefangenen Fische möglichst bald wieder frei! Sie ersticken, falls sie nicht schnell in ein belüftetes Becken oder Meerwasser-Aquarium kommen. Sie sterben auch, wenn das Wasser zu warm wird. Um Meerestiere lebend und gesund nach Deutschland zu transportieren, bedarf es spezieller Kenntnisse und guter Vorbereitung. Sprecht vorher mit euren Eltern, falls ihr das vorhabt!*)

Vergeßt bitte nicht, Eure Plastikfalle wieder herauszunehmen, wenn ihr das Wasser verlasst. Sie darf auf keinen Fall einfach im Meer bleiben.