Suche innerhalb von reisebuch.de


Mallorca McDonalds © by Hans-R. Grundmann Reise-know-how - Verlag
McDonalds auf Mallorca © by Hans-R. Grundmann Reise-know-how - Verlag

<< Vorherige Seite

Wie in der Heimat

Die Deutschen werden in ihren Hochburgen am Nachmittag mit Jacobs-Kaffee und Torte, Erdbeeren und Eisbechern mit Schlagsahne, am Abend mit Linseneintopf und Schweinshaxe geködert. Alle gängigen heimischen Biersorten sind vertreten. Und wer das Frühstück im Hotel verpasst, findet »draußen« schnell Ersatz: die Engländer Tea, Bacon and Eggs, die Deutschen Kaffee mit Brötchen, Wurst und gekochtem Ei, und die Schweizer Müsli.

Verhalten im Restaurant

In einer solchen Umgebung ist es nicht verwunderlich, dass viele Gäste keinen Gedanken an ihr Verhalten in Restaurants und Kneipen verschwenden. Die Eigenheiten der Urlauber werden von den Mallorquinern ja auch – scheinbar – klaglos ertragen, schließlich sorgen sie in vielen Lokalen für das Gros des Umsatzes. Niemand belehrt daher den ausländischen Gast. Aber es gibt doch ein paar Punkte, die man wissen und beachten sollte:

• Beim Betreten eines (besseren) Restaurants wird man in aller Regel in Empfang genommen und an einen freien Tisch geleitet. Dabei ist es dem Gast unbenommen, Wünsche zu äußern. Er sollte aber keinesfalls schnurstracks auf einen »angepeilten«Tisch zusteuern, sondern zunächst auf den Kellner warten.
• Zumindest in auch von Spaniern besuchten Lokalen ist es unangebracht, sich mit »Ist hier noch frei?«auf die verbliebenen Plätze an einem bereits besetzten Tisch zu komplimentieren. Entweder man verlässt das volle Restaurant wieder oder wartet nach Rücksprache mit einem Ober, bis ein Tisch frei wird. Einen freiwerdenden Tisch schon vor dessen Abräumung rasch zu okkupieren, verstößt gegen die – wenn auch ungeschriebenen – Verhaltensregeln in spanischen Lokalen.
• Bei Restaurantbesuchen im Freundeskreis zahlt in Spanien immer nur eine Person. Das Auseinanderdividieren der Gesamtrechnung wird als kleinlich angesehen. Viele Lokale kennen diese Eigenheit der ausländischen Gäste mittlerweile und sind zur Einzelabrechnung bereit. Gelegentlich aber weigert sich auch schon mal ein Ober. Wie auch immer, man sollte sich intern einigen, statt eine separate Abrechnung zu fordern.
• In Spanien gibt man Trinkgeld niemals mit der Abrundung »Stimmt so!« Man lässt vielmehr zunächst abrechnen und hinterlässt dann den für angemessen gehaltenen Betrag (5%-10%) auf dem Wechselgeld-Tellerchen oder einfach auf dem Tisch.



Mallorca Restaurants © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how-Verlag
Einheimische Restaurants © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how-Verlag

Kneipen der Mallorquiner

Ein Mittelding zwischen Restaurant und Kneipe sind die an allen einigermaßen frequentierten Buchten (ab Mai bis Oktober) zu findenden Strandbars bzw. Chiringuitos mit kleiner Karte und kaltem Bier. Es gibt sie vom Häuschen mit befestigter Terrasse bis zu Kneipen gibt’s auf Mallorca wie Sand am Meer, und zwar nicht erst, seit der Tourismus Einzug auf der Insel gehalten hat. Wie auch auf dem Festland beginnt der »einheimische«Barbetrieb mit dem Espresso, in Spanien café solo genannt, und der copa, dem Gläschen Brandy (Cognac), gerne schon am Morgen. Die typisch ungemütliche Bar, der mit Abstand bevorzugteste Treffpunkt der mallorquinischen Männerwelt, besitzt neben der Theke einfachstes Mobiliar aus Plastik und Stahlrohr auf gefliestem Boden.

In der Bar wird zwar vor allem getrunken und kommuniziert, aber auch gegessen: außer den unverzichtbaren Oliven vorzugsweise Tapas, die in kleiner oder größerer Auswahl selten fehlen.

Derartige Bars findet man in Palmas Wohnvierteln an jeder Ecke und auch noch im abgelegensten Dorf. Tourist



Touristenkneipen

Auch in den Ferienorten gibt es die typisch einheimische Bar, wie beschrieben. Aber naturgemäß nur dort, wo ein nennenswerter Anteil spanischer Wohnbevölkerung vorhanden ist. Ansonsten hat man sich voll auf die ausländischen Besucher, ihre nationalen Eigenheiten und Vorlieben eingestellt.

Hochburgen

In deutschen Hochburgen sitzt der Gast, wenn er will, in Lokalen, deren Einrichtung sich von der seiner Eckkneipe zu Hause kaum unterscheidet. Und die Theke mit der bevorzugten heimischen Biersorte kann man sich auch noch aussuchen. Ebenso wie bei uns ist dabei der Übergang zur gutbürgerlichen Gaststätte mit kompletter Speisenkarte fließend.

In großer Zahl gibt es auch Kneipen mit mehr oder minder origineller Einrichtung und Open-Air-Terrassen, die sich einer klaren nationalen Einordnung entziehen. Wo der Gast also ganz nach Belieben nur dem Alkohol zusprechen kann/soll und bei Bedarf auch eine Kleinigkeit zu essen findet. Durchaus typisch für diese Kategorie sind die Strandbars.

Folklore

In keinem größeren Urlaubsort fehlen die Musikbars, in denen in der Saison Gitarre, Gesang und Sangría den Ton angeben. Dort sind zwar spanisches Liedgut und Ohrwürmer zum Mitsingen wie Palma, Palma de Mallorca und Viva España angesagt, als typisch für Mallorca oder Spanien können solche Lokale dennoch nicht gerade gelten. Sie wurden eigens für Touristen geschaffen.