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Feste (Festes, Fiestas) feiern auf Mallorca



Fiestas in Alaro © by David de Mallorca - flickr.com
Fiestas in Alaro, "Fire Night" © by David de Mallorca - flickr.com

Kinder feiern auf Mallorca immer mit. Egal wie lange sie dauern. Und egal, um welches Fest es sich handelt.

Dorffeste

Fast in jedem Dorf, wie klein es auch sein mag, findet immer zur selben Zeit im Jahr ein großes Fest statt. Oft dauert es mehrere Tage: Jung und Alt essen Melonen um die Wette, es gibt Tiershows, Konzerte und  ein Quiz, bei dem das Gewicht eines Ferkels erraten wird. Ausserdem: „Ball de Bot“, mallorquinscher Volkstanz. Anders als in Deutschland nehmen auch die Älteren an späten Rockkonzerten teil. Was aber noch auffälliger ist: Programmpunkte, die ausdrücklich für Kinder sind, beginnen oft erst gegen 22.00 Uhr, wenn manch Kleiner auf Papas oder Mamas Schoß längst eingeschlafen ist.     

Einladungen zum Essen

Spanier essen spät zu Abend, auch auf Mallorca. Eine Einladung zum Abendessen um 21.30 Uhr wäre die perfekte Gelegenheit, die schon schlafenden Kinder unter der Obhut eines Babysitters zu Hause zu lassen, um endlich einmal wieder als Paar etwas zu unternehmen. Die Mallorquiner denken anders: „Wenn wir spät ins Bett kommen, müssen wir am nächsten Morgen ausschlafen. Da ist es besser, wenn die Kinder zum Essen mitkommen und spät schlafen gehen, dann wachen sie auch später auf.“ Eine Rechnung, die vielleicht bei mallorquinischen Kindern aufgehen mag.     

Erstkommunion auf Mallorca

Selbstverständlich sind bei diesem Fest Kinder mit dabei, schließlich steht ja auch ein Kind im Mittelpunkt. Dass die Erstkommunion aber mehr einem Kinderfest gleicht, ist für deutsche Geschmäcker ungewöhnlich. Auf den Dörfern und in kleineren Städten ist es üblich, die ganze Schulklasse einzuladen, und oft kommen die Kinder in Begleitung der Geschwister und beider Elternteile. Zählt man dann noch alle Onkel, Tanten und Cousins hinzu, ergibt sich leicht die schwindelerregende Zahl von 300 Gästen. Und alle wollen unterhalten werden. Ein teuer eingekauftes Unterhaltungsprogramm, z.B. Clowns halten die Kinder bei Laune, während die Erwachsenen ungestört ihren Gaumen verwöhnen.
Inwiefern der Tag für die Kinder eine wichtige religiöse Etappe markiert, ist schwer zu sagen, dass  er für die Erwachsenen ein großes Prestige hat, ist augenscheinlich. Manche Familien nehmen es hin, sich  zu verschulden, weil bei der Erstkommunion vor allen Dingen eine Regel heilig ist: Nichts ist uns zu teuer!



Kindergeburtstag auf Mallorca

Auch bei diesem Fest, natürlich, dreht sich alles um die Kinder. Und um wie viele Kinder! Wieder ist es üblich, die gesamte Schulklasse einzuladen, dann Nachbarskinder, die Kinder der Freunde der Eltern und die Eltern der Freunde der Kinder. Auf Topfschlagen, „blinde Kuh“ oder die „Reise nach Jerusalem“ wird man vergebens warten. Eine Hüpfburg oder Ponys gehören zum Standard. Wer keinen Garten hat, geht mit den Kindern in ein Freizeitzentrum oder auf einen Indoor-Spielplatz (und das bei d e m Wetter!). Die typische Verpflegung besteht aus einem Drei-Gänge-Menü: Als Vorspeise Chips, dann Weissbrot mit Nutella und als Nachtisch eine Marshmallowtorte.     

Weihnachten auf Mallorca

„Heilige Drei Könige“ ist für Kinder der wohl wichtigste Tag in der Weihnachtszeit, denn erst dann gibt es die Geschenke, so will es zumindest die Tradition. Die reich bepackten Könige kommen per Boot nach Mallorca. Sie steuern gleich mehrere Häfen der Insel an- jedesmal ein Spektakel, das Kinderaugen glänzen lässt, schon vor dem Anblick der Pakete.
Doch in den letzten Jahren hat auch der Weihnachtsmann den Weg zur Insel gefunden, so dass es bereits an Heilig Abend die ersten Geschenke gibt.



Ostern auf Mallorca

Ostern ist in Spanien ein lautes und langes Fest, das schon eine Woche vor Ostern, an Palmsonntag beginnt und erst eine Woche nach Ostern, an Kleinostern endet. In der Karwoche finden in den Städten zahlreiche Prozessionen statt, bei denen Erwachsene barfuß durch die Straßen ziehen. Manche schultern sogar ein Kreuz oder setzen sich eine Dornenkrone auf. Auch Kinder sind dabei: Als Engel verkleidet schweben sie von einem Gerüst herab und dürfen einer Frau, die die Mutter Gottes darstellt, den schwarzen Schleier lüften.
An Ostersonntag selbst wird im Kreis der Familie üppig gegessen. Zusätzlich ziehen auf den Dörfern die Kinder von Haus zu Haus, spielen uralte Rhythmen mit Geige, Akkordeon, Gitarre und Flöte und singen dazu. Die Texte werden jedes Jahr neu gedichtet, doch immer dreht es sich um die Bitte um Eier, denn in Spanien gibt es keinen Osterhasen, der Schokoladeneier versteckt. Vielmehr sind die mallorquinischen “Ostereier” rohe Hühnereier, die Erwachsene den musizierenden Kindern schenken. Und diese machen dann jede Menge Tortilla daraus. Und weil die Kinder nicht nur Eier, sondern auch allerlei österliches Gebäck wie Empanadas und Bonbons geschenkt bekommen, teilen sie ihre Leckereien sogar manchmal mit Erwachsenen bei einem traditionellen feierlichen Picknick an den Tagen nach Ostern.
Am Sonntag nach Ostern, an “Kleinostern” werden in vielen Orten Feste veranstaltet, auf denen selbstverständlich “Ball de Bot” getanzt wird.