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Früchte auf Mallorca - Die Früchte der Huerta


Für seine Orangen berühmt ist das Tal von Sóller, das deshalb auch das Goldene Tal genannt wird. Da es frühe und späte Apfelsinensorten gibt, sind auf der Insel vom Herbst bis ins Frühjahr hinein frische Orangen zu haben. Es hat übrigens wenig Zweck, in Parkanlagen Orangen zu stibitzen. Was dort an den Bäumen hängt, sind meist Bitter-Orangen. Die schmecken erst als (eben deshalb ziemlich bittere) Orangenmarmelade.

Außerdem findet man auf Mallorca noch einige uns weniger bekannte Obstsorten. Sie sind nur kurze Zeit haltbar und können deshalb nicht exportiert werden. Die wichtigsten sind:

Khakifrüchte

Diese rötlich leuchtenden, etwa pfirsichgroßen Früchte reifen im Spätherbst, wenn die Bäume bereits ihre Blätter abgeworfen haben. Sie schmecken erst, wenn sie überreif und weich sind und werden dann ausgelöffelt. Khakis soll man bald nach dem Kauf verzehren, weil sie sehr schnell verderben. Die eigentlich nach ihrer Farbe benannten Khakihemden sind viel heller und bräunlicher als die namensgebende Frucht.

Frische Feigen

Feigenbäume müssen nicht bewässert werden und wachsen deshalb auch noch in trockenem Terrassengelände. Es gibt blaue und grüne Feigen sowie frühe und späte Sorten. Erstere werden schon im August reif, späte Sorten kann man noch im November ernten; die Früchte eines Baumes reifen nicht gleichzeitig. Erst wenn sie sich weich anfühlen, schmecken die Feigen richtig. Feigenbäume tragen große Blätter – wie eine Hand mit breiten Fingern. Die Mallorquiner trocknen die birnenförmigen Früchte und stellen aus ihnen süßes Feigenbrot mit Mandeln her. Eine weitere Köstlichkeit ist Feigenkompott. Dazu kocht man Feigen mit Zitronenschale, Stangenzimt, Gewürznelken und Zucker an und fügt zum Schluß den Saft der Zitrone hinzu. Eine richtiggehende Schlemmerspeise ist Feigenkompott mit Vanilleeis! Da die Früchte sehr kalorienreich sind, kann man damit eine volle Mahlzeit ersetzen!

Mit Feigen werden auf Mallorca sogar Schweine gemästet. Die in Deutschland erhältlichen Trockenfeigen kommen allerdings kaum von Mallorca, sondern meistens aus der Türkei.


Kaktusfeigen

Kolumbus soll den Feigenkaktus (Chumbera) von Mexiko nach Spanien gebracht haben. Die Früchte schmecken nicht schlecht und sind so saftig, dass man in den wasserlosen Wüsten Mexikos mit ihrer Hilfe überleben kann! Wege  ihrer stacheligen Widerborstigkeit heißen die Kaktusfeigen in Amerika Prickle Pears und bei den Spaniern Higos de Moros, also Maurenfeigen. Die Araber nennen sie ihrerseits Christenfeigen. So fest sitzen noch die überkommenen Feindbilder!

Feigenkakteen wachsen auf Mallorca hinter alten Bauernhäusern und auf trockenem Ödland. Sie dienen oft als lebender Zaun am Straßenrand, denn ein Kaktusgebüsch ist undurchdringlich. Vorsicht vor den Stacheln!!! Die Mallorquiner pflücken die Kaktusfeigen mit Geräten, die großen Holzscheren ähneln, und fassen sie nie mit bloßen Händen an. Bei der Zubereitung hält man sie mit einer Gabel auf dem Teller fest und trennt zunächst mit dem Messer die Kappen auf beiden Seiten ab. Dann schneidet man die stachelige Schale an der Seite so auf, dass man die Frucht mit Messer und Gabel herausschälen kann.

Granatäpfel

Die rotbraunen Granatäpfel ähneln in Größe und Form normalen Äpfeln, besitzen aber eine außergewöhnlich feste, dünne Schale. Sie reifen im Herbst und leuchten noch an den Bäumen, wenn diese bereits ihre Blätter verloren haben. Um einen Granatapfel zu essen, schneidet man ihn rundum auf. In den einzelnen Fächern der Frucht befinden sich zahllose Kerne in einem roten Glibber. Nur diese glitschige Masse ist eßbar! Ihr Geschmack wird von den meisten Menschen aber nicht sonderlich geschätzt.