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Das von den Briten schon früh entdeckte Port de Pollença, das sich nur langsam von Fischerdorf und Sommerfrische für Einheimische zum Urlaubsziel für (seinerzeit!) gehobene touristische Ansprüche entwickelt hatte, ist eine gute Basis für aktive Mallorcaferien, auch für Urlaub mit Kindern eine erwägenswerte Wahl. Zwar verschwand das einstige Gentleman-Flair, aber die Atmosphäre ist nach wie vor angenehm. 

Dafür sorgten u.a. Verschönerungsmaßnahmen in der zentralen Strand- und Uferzone, der Ausbau der Anleger und die Vermeidung störender Betonpaläste im Ortsbereich. Nur zwei kleinere Hotels an der zentralen Promenade verfügen über mehr als 4 Stockwerke. Ein einziger Hotelklotz (Pollença Park) liegt relativ unauffällig abseits der Küste.



Es gibt drei voneinander zu unterscheidende Ortsbereiche:

• Ein breit aufgespülter Sandstrand zieht sich vom südlichen Ortseingang bis zu den ausgedehnten Anlagen des Yacht- und Fischerhafens. Hinter Strand und Promenade verläuft die seit dem Bau einer Umgehungsstraße nicht mehr so stark frequentierte ehemalige Haupstraße nach Alcúdia. Dort logierende Urlauber müssen für den Strandbesuch erst diese Straße überqueren. Eine Verkehrsberuhigung ist geplant.

• Der alte Ortskern mit der baumbestandenen Hauptplaça gruppiert sich hinter dem Hafen und dem verkehrsfreien breiten Passeig Anglada Camarasa. Die Tische der Gastronomie stehen auf diesen wichtigsten 250 m des Ortes dicht an dicht.

• Der Clou Port de Pollenças aber ist der Passeig Vora Mar mit der Verlängerung Carrer Colón. Dieser Fuß- und Radweg unter alten Bäumen führt 1.500 m an kleinen schattigen Strandabschnitten entlang, vorbei an alten Villen und neueren Apartmenthäusern. Ganz am Ende steht mit dem Illa d’Or das am schönsten gelegene (und teuerste) Hotel des Ortes.

Port de Pollenca Segeln © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Segeln in Port de Pollenca © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag

Hafenbereich und Boote nach Formentor

Nach Einfahrt in Port de Pollença – gleich ob aus Richtung Pollença oder von Alcúdia aus auf der Straße Ma-2220 an der Bucht entlang – gerät man immer an den zentralen Kreisverkehr vor der Mole des Club Nautico. Südlich davon befinden sich Slipanlagen für die Yachtüberholung und große Parkplätze. Dort kommen aber nur besonders Glückliche unter - es ist immer alles voll.
An der Südseite des Hafens mit dem Strand im Blick legen ab April die Boote nach Formentor - vor allem mit den Passagieren zahlreicher Ausflugsbusse - ab (täglich 10-15 Uhr stündlich, €10 retour; aktuelle Auskunft unter Tel. 971 864014). Man kann an der Mole auch Motorboote mieten.

Segeltrips

Eine tolle Angelegenheit sind die Tagestouren mit dem nostalgischen 2-Mast-Oldtimer Tudor Dawn. Einzelheiten und Fotos unter www.tudordawnyachtcharters.com.

Restaurants

Die Plätze an der Nordmole beherbergen viele Gastlieger und Miet-Segelyachten; an deren Ende sitzt man in der Cantina del Moll Nou gemütlich vor der Mastenkulisse mit Blick auf den Ort.

Gleich südlich dieser Mole beginnt der breite Strand mit Segel- und Windsurfschule. Einen weiteren Surfboard- und Katamaranverleih gibt`s am Strandende 500 m weiter. Eine lange Promenade trennt den Strand und (stark befahrene) Straße nach Alcúdia.

Auch auf der (nur zu Fuß öffentlich zugänglichen) Yachthafenmole des Club Nautico lässt man rasch den Massentourismus hinter sich. Unübersehbar ist noch vor dem Schlagbaum das Gebäude des Restaurants La Llonja (1. Stock. Spezialität Fischgerichte, gehobenes Preisniveau) mit Aussichtsterrasse.

Dahinter liegt das Gebäude des Club Nautico mit öffentlicher Bar/Cafeteria. Dort kann man sich mit Blick auf die Boote im inneren Hafenbecken in aller Ruhe einen Drink und/oder kleine Mahlzeiten gönnen und darf sogar den Club-Pool benutzen.



Passeig Vora Mar/Carrer Colón

Nördlich des Yachthafens beginnt der attraktive, mit Restaurants und Läden dicht besetzte Fußgängerbereich Anglada Camarasa unter Palmen am Strand. Daran schließt sich mit Passeig Vora Mar/Carrer Colón ein herrlicher etwa 1,5 km langer Uferweg an, der an Villen und kleinen Stränden entlangläuft.

Bis zum Promenadenende (Hotel Illa d’Or) und zurück benötigt man mit Fotopausen maximal eine Stunde. Auf den Terrassen des Hostal Bahia (100 m) und mehrerer Lokale im Verlauf, am Ende des Carrer Colón, wiewohl reichlich teuer, des Illa d’Or, lässt sich gut eine Pause einlegen. Von letzterer überschaut man die ganze Bucht mit der Silhouette des Städtchens vor den Gipfeln der Serra Tramuntana. Besonders schön ist die Stimmung am Carrer Colón am frühen Abend, bevor die Sonne hinter dem Gebirge verschwindet.

Im Ort

Hinter der sog. 2. Linie ist in Port de Pollença nicht mehr viel zu entdecken, sieht man ab von der verkehrsfreien Plaça 200 m landeinwärts und den beiden parallelen Kneipengassen dorthin, die ca. 50 m entfernt vom Kreisverkehr am Hafen beginnen.

Restaurants

In der Fußgängerzeile am Wasser gibt es ein Lokal neben dem anderen, es dominieren Foto-Speisekarten. Positive Ausnahme ist das La Balada del Agua del Mar mit seiner schattigen Terrasse; etwas teurer zwar, aber gut, am besten die gegrillten Garnelen. Ein Gran Café Cappuccino residiert im Erdgeschoss des Hotels Sis Pins. Scharf gewürzte indische Gerichte und große Portionen gibt`s im Restaurant Kashmir an der Plaça.

Nicht viel verkehrt macht mit dem authentisch renovierten Celler Sa Parra an der Straße nach Pollenca kurz vorm Supermarkt Caprabo, mallorquinische Küche bei moderatem Preisniveau. Zu empfehlen ist die Paella; Tel. 971 86504.

Mit Fastfood ist Port de Pollença nicht zuletzt dank der britischen Dominanz recht gut gesegnet. Die gesunde Variante der schnellen Verpflegung gibt's im "Para Llevar al Fresco" ("Zum frisch Mitnehmen") in der Carrer Mendez Nunez (ca. 100 m vom Strand auf Höhe des Restaurants Corb Mari).

Umfeld

An der Straße nach Alcudia passiert man einen guten Kilometer außerhalb des Ortes den Celler Sa Vostra mit internationaler Küche und Blick aufs Meer, im Souterrain altes Weinkeller- Ambiente. Gehobene Preise.

Wandern zur Cala Boquer

Eine zu Recht beliebte Wanderung führt hinunter zur nördlichen von hohen Felswänden flankierten Cala Boquer. Der Einstieg liegt jenseits der Stadtumgehung beim 3. Kreisverkehr (gezählt ab Kreisverkehr vorm Ortseingang beim Supermarkt Caprabo). Über den Hof der Finca Boquer (die Verbotsschilder am Tor beziehen sich nicht auf Wanderer, die passieren dürfen) erreicht man den dann unverfehlbaren Weg durch ein herrliche Felslandschaft. Bis zur steinigen Bucht ist man mindesten 45 min unterwegs. Der Rückweg mit einem langen Aufstieg durch das ziemlich schroffe Gelände dauert kaum unter einer Stunde. Unten kann man im Sommer im glasklaren Wasser prima baden. Das lokale Touristenbüro hat ein Merkblatt zu dieser Wanderung. Man kann den Weg indessen selbst ohne Karte nicht verfehlen.

Grundmann RKH Mallorca