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Port de Soller
Port de Soller ©Edith Kölzer - Reisebuch.de

Port de Sóller liegt eigentlich brillant an einer fast kreisrunden Bucht unter beschützenden Felsen auf beiden Seiten der Durchfahrt zum Meer. Hinter dem schmalen Ortsstrand und einer Mauer verlief indessen die Hauptstraße samt Trasse der Straßenbahn.

Dort musste sich bislang der nicht schon weiter oben auf einem Parkplatz »abgefangene« Verkehr hinein- und herausquälen und die Passanten auf einen schmalen Fußweg entlang der landseitigen Restaurant- und Ladenzeile verdrängen. Heute ist das anders. Ein 1300 m langer Tunnel (gebührenfrei) leitet den Verkehr nun ins rückwärtige Port de Soller und verteilt ihn von dort über zwei Verkehrskreisel auf mehrere Parkplätze und ein neues Parkhaus (hinter den Hotels Eden und Aimia). Eine Fahrt per Auto bis an die Hafenmole, wo auch die Boote nach Sa Calobra festmachen und die Tranvia aus Sóller endet, ist nicht mehr möglich.

Darüber hinaus wurden die frühere Hauptstraße entlang der Bucht zur Fußgängerzone umgebaut und die Straßenbahntrasse verlegt. Port de Sóller kann nur noch über den Tunnel erreicht und verlassen werden. Der durch diese verkehrstechnische Maßnahme für den Ort realisierte Gewinn an Attraktivität ist unübersehbar.

Hafen von Port de Sóller

Das gilt ganz besonders für den öffentlichen Hafenbereich, der vor einigen Jahren um das Gros einer ehemals abgesperrten Militärzone erweitert wurde. Die klobigen alten Gebäude hat man abgerissen und zwischen dem Anleger der Sa Calobra-Boote und der verbliebenen kleinen Militärmole eine breite Promenade geschaffen mit ausgedehnten Flächen für die Terrassen alter und neuer Restaurants. Am hinteren Hafenbecken sind oft die blauen Fischernetze pittoresk zum Trocknen und Reparieren ausgelegt.

Fischanlandung

Jeden Nachmittag gegen ca. 17 Uhr landen dort Fischer den Fang des Tages an, auf Mallorca eine der besten Gelegenheiten, Meeresgetier aller Art – Haie, Gambas, Tintenfische, kurz: spätere Hauptgerichte – z.T. noch lebend aus der Nähe zu begutachten.

Aussichtspunkt

Oberhalb des Hafens steht in exponierter Lage auf einem Felsplateau das Oratori de Santa Catalina, ein auf das 13. Jahrhundert zurückgehendes Kloster mit Kapelle. Dorthin gelangt man von der Hafenmole, indem man der dahinterliegenden Straße bergauf folgt, deren Verlauf man am Ende über ein paar Treppen abkürzen kann. Man findet auch am Ende der Mole einen Treppenzug von ganz unten. Von der Aussichtsplattform zwischen Kapelle Santa Catalina und Museo de la Mar fällt der Blick über die Bucht von Sóller und auf Steilküste und das tief unten liegende Meer.

Museu de la Mar

Der Gebäudekomplex gegenüber der Kapelle wurde vor einigen Jahren für die Zwecke des Museu de la Mar umgestaltet, das vorher in einer Villa am Hafen residierte. Es thematisiert die maritime Orientierung des Tals von Sóller von der Piratenzeit bis zu den Orangentransporten nach Frankreich mit ein paar Ausstellungsstücken und vor allem mit einem sprunghaften Video (auch in deutscher Synchronisation) in einem Vorführraum mit futuristischem Design. Bedingt sehenswert; im Sommer Mi-Sa 10-17 Uhr, So und feiertags 10-14 Uhr; November bis Ende Januar geschlossen. Eintritt €2.

Port de Soller, Westseite der Bucht, d'en Repic
Port de Soller, Westseite der Bucht mit d'en Repic ©Edith Kölzer Reisebuch.de

Gastronomie in Port de Sóller

Unten im Hafenbereich sind – eher abends – das Es Reco oder das Pirata eine gute Wahl. Tagsüber sitzt man auf der Terrasse der Bar Albatros an der breiten Promenade besser (mallorquinische Küche). Die Orange Sol Bar an der Promenade südlich des Hafens hat das prima Eis der Fabrica de Gelats. Ins Auge fallen an der Uferstraße zum Hafen einige hübsche Restaurants mit Garten. Empfehlung hier: Ran de Mar fast am Ende der Restaurantzeile schon ca. 200 m außerhalb der Fußgängerzone und darüber im 1. Stock das Restaurant Es Pagès mit mallorquinischen Gerichten. Von dessen Tischen auf dem großen Balkon hat man einen prima Blick über die Bucht. Wem es auch und/oder besonders auf die Aussicht ankommt, sei hier bereits auf die günstige Bar Nautilus und das teure Restaurant Es Faro (unter D’en Repic) hingewiesen.

Zum Küstenfelsen mit der Bar Nautilus

Folgt man von der Hauptmole unweit des Bahnhofs der Tranvia der Straße Carrer de Cingle geradeaus (von der Bucht weg), erreicht man über einige Kehren am Hotel Porto Sóller vorbei den Grat des Küstenfelsens 150 m über dem Meer. Dort wartet die Bar Nautilus auf Gäste, und rechts erhebt sich der riesige Komplex des nun endlich fertigen teuersten Hotels Mallorcas (ca. 10 Jahre Bauzeit incl. Stillstand über viele Jahre). Das sechssternige Superresort Jumeirah Port de Sóller wurde im Mai 2012 eröffnet und hat nur Zimmer mit Meerweitblick ab ca. €300 aufwärts.

Als ein ganz durchschnittliches, aber ein bisschen alternatives Lokal präsentiert sich äußerlich die Bar Nautilus. Das Pfund, mit dem sie wuchert, sind Panoramafenster und teilweise blumig grün überwachsene Holzterrasse. Von dort, aber auch bei kühler Witterung von drinnen, hat man eine grandiose Aussicht über das Meer. Schöner sitzt man in ganz Port de Soller nicht. Der Aufstieg ab Hafen auf die Höhe dauert je nach Kondition 10-15 min. Man kann natürlich auch mit dem Auto hochfahren.

Torre Picada

Zwischen der Bar und den "Ausläufern" des Jumeirah öffnet sich der Blick auf eine felsige Bucht tief unten. Ein Weg läuft unterhalb der burgartigen Mauern des Jumeirah nach Norden, endet aber in den bewaldeten Hängen unter dem Torre Picada, einem alten, nur über weite Pfade von der Ostseite zugänglichen Wachtturm.

Grundmann RKH Mallorca