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Der Euro auf Mallorca und Preisentwicklung


Das aktuelle Preisniveau auf Mallorca

Die Peseta ist auch im 17. Jahr nach Einführung des Euro in Spanien nicht völlig vergessen. Es gibt immer noch Geschäfte, die ihre Waren nicht nur in Euro, sondern nach wie vor zusätzlich in Peseten auszeichnen, wenngleich nicht gerade in Touristenorten und bei Gütern des täglichen Bedarfs. Ausgesprochen üblich ist die Angabe bei manchen Immobilien, für die man einen eher spanischen Interessentenkreis unterstellt. Dabei ergeben sich in Peseten beim heutigen Haus- und Wohnungspreisniveau erschreckend hohe Zahlen.

Tatsächlich war die Einführung des Euro auf Mallorca der Startschuss für eine Preisrallye, die diesbezügliche Erfahrungen bei uns locker in den Schatten stellte. Der offizielle Kurs war mit €0,60 für 100 Pesetas festgelegt, man hätte also alle Preise mit 0,006 multiplizieren müssen. Viele machten es sich da leichter und strichen kurzerhand zwei Nullen, und schon kostete der Espresso nicht mehr 100 ptas (=1,18 DM), sondern €1,00 (=1,96 DM), ein Plus von 66%!

Derartige Aufschläge betrafen insbesondere Dienstleistungen (Restaurants, Kneipen, Strandliegen, Bootsausflüge etc.), aber ebenso – wenn auch milder – viele Preise im normalen Supermarkt. Da nicht alle bei diesem Spiel mitmachten, kam es zu grotesken Preis-/Leistungsverzerrungen, wenn z. B. der simple Salatteller in der Strandkneipe mit Plastikstühlen nun soviel kostete wie ein fein angemachter Salat in der Cafeteria eines sauber umrechnenden ****Hotels.


Als die Kundschaft wegblieb, ruderte zwar manch einer wieder zurück, aber viele deutlich erhöhte »Eckpreise« hatten Bestand, so etwa für das traditionell preiswerte 3-Gang-Menü mit dem Glas Wein oder Wasser zu Mittag (»menu del dia«). Früher war es oft genug schon um die 800 ptas zu haben (ca. 10 DM bzw. €5), heute ein akzeptables Mittagsmenu für unter €10 zu finden, ist – außer bei starker Konkurrenz oder in Lokalen mit ungünstigen Standorten – schwer.



Mittlerweile hat der Markt übertriebene Preisausschläge weitgehend korrigiert. Die Tarife im Dienstleistungsbereich haben sich neu eingependelt, wenn auch – wie bei uns – auf höherem Niveau als vor der Euroeinführung. Dabei sind die Abstände in der Gastronomie geschrumpft mit der Folge, dass man oft für einen relativ kleinen Aufschlag auf den Durchschnitt Getränke wie qualitativ hochwertigere Küche in unvergleichlich besserem Ambiente genießen kann. Anders: die gastronomische Mittelklassse kostet heute ebensoviel oder mehr als bei uns bei oft »na, ja«-Leistung, wohingegen sich das Preis-/Leistungsniveau im gehobenen Sektor unter Berücksichtigung der Lokalität meist sehen lassen kann.