Suche innerhalb von reisebuch.de

Klöster auf Mallorca



Mallorcas Klöster – perfekt für eine Auszeit als Eremit

Die Inselregierung und das Tourismusamt wollen ihren Gästen schon seit Längerem auch das „andere Mallorca“ nahebringen. Aus diesem Grund haben sie neun verschiedene Routen zusammengestellt, bei denen es sich nicht nur um (Sonnen-)Baden und Party dreht – eine davon ist die „Route der Klöster“. Die meisten Mallorca-Reisenden kennen nämlich nur den Klosterkomplex von Valldemossa, den jährlich mehr als 300 000 Touristen aufsuchen. Dabei hat die Insel noch wirkliche Orte der Ruhe und unbekanntere zu Herbergen umfunktionierte Klöster zu bieten.

So waren es früher vornehmlich die sogenannten Eremiten und Mönche, die sich in die Einsamkeit der Berge auf Mallorca begaben. Heute hat ein Umdenken stattgefunden und viele suchen bewusst Stille, Ruhe und Einsamkeit, um sich selbst und ihre Mitte zu finden – oder um einfach für eine gewisse Zeit vom Alltagsstress auszusteigen. Ist man übrigens erst einmal in einem Kloster auf Mallorca angelangt, kann man kaum glauben, dass auf derselben Insel Jubel, Trubel, Ballermann und Co. ihre Heimat haben – dementsprechend auch die Lage der Klöster.



Das Kloster auf dem 330 Meter hohen Puig de Maria bei Pollença ist zum Beispiel so gelegen, dass es nur über eine immer enger werdende, steile Serpentinenstraße zu erreichen ist: Das letzte Stück ist nur per Fußmarsch zu bewältigen. Die beschwerliche Anreise sorgt dafür, dass die Massen fernbleiben – und lohnt sich: Bereits der Anblick des aus massiven Steinmauern im 14. Jahrhundert gebauten Klosters mit seinem Wehrturm, der mit Efeu umrankte Eingang und die kleine Kapelle wirken beruhigend.

Sowohl die Kapelle als auch das Refektorium, der Turm sowie die Mauern können größtenteils dem gotischen Stil zugeordnet werden. Beim Refektorium selbst handelt es sich um eine der bemerkenswertesten Bauten Mallorcas. So findet man in der einschiffigen Kirche die überaus verehrte Statue der Jungfrau. Im Laufe der Jahrhunderte waren hier verschiedene Nonnen- und Mönchsorden untergebracht. Beeindruckend ist auch der Ausblick über die nördlichen Ausläufer des Tramuntana-Gebirges sowie die Sicht über die Bucht von Pollença mit dem Cap de Formentor – viele Besucher geben an, dass alleine dieser Ausblick den mühevollen Weg nach oben entschädigt.

Seit 1988 leitet ein Ehepaar im Auftrag der Kirche das Kloster als eine besondere Art von Hotel. Die einzelnen Zimmer bzw. Klosterzellen sind naturgemäß sehr klein und nur mit dem Nötigsten eingerichtet, Gemeinschaftsbäder finden sich am Gang, um Handtücher muss man sich selbst kümmern. Telefon, Fernseher und Zimmerservice wird man hier selbstverständlich vergeblich suchen; beliebt ist jedoch die vom Hausherrn zubereitete Paella: www.mallorcaweb.net/puigdemaria



Früher auch nicht gerade einfach – heute jedoch per PKW – mit einigem Gekurve erreichbar, ist das Santuari Sant Salvador bei Felanitx. Dieses ehemalige Kloster wurde im 14. Jahrhundert erbaut und hat seinen Sitz hoch oben auf einem Felsen: Die fünf Kilometer lange Serpentinenstrecke ist mit ihrer fast siebenprozentigen Steigung vor allem auch für anspruchsvolle Radsportler eine besondere Herausforderung. Auf dem 510 Meter hohen Berg angekommen, heißt ein riesiger 37 Meter hoher Turm mit einer sieben Meter hohen Christusstatue ihre Besucher willkommen. Die Klosteranlage selbst wirkt eher schlicht und verfügt über einen Festungscharakter, die Kirche ist jedoch durchaus als prunkvoll zu bezeichnen: Der barocke, aus dem 15. Jahrhundert stammende Hochaltar im Hauptschiff wurde vom Bildhauer Pere Coronero verziert, außerdem finden sich eine Nachbildung des Abendmahls von der Puerta del Mirador der Kathedrale La Seu in Palma sowie eine Marienstatue aus dem 13. Jahrhundert in der Kirche.

Die 2002 renovierten Zimmer und Appartements verfügen hier über eine moderne Einrichtung, die nur wenig mit den ehemaligen Mönchszellen zu tun hat – der traumhafte Ausblick auf die Südostküste ist jedoch derselbe wie früher und wer Ruhe sucht, kommt nach wie vor – auch der Meinung vieler Besucher nach – voll auf seine Kosten: www.santsalvadorhotel.com/de

Modern sind auch die 31 Zimmer und vier Appartements im Kloster Nostra Senyora de Cura auf dem 548 Meter hohen Tafelberg von Randa. Sie verfügen alle über ein eigenes Badezimmer, Internetanschluss sowie einen Fernseher. Der Ursprung des Klosters liegt im Jahre 1229, als hier Einsiedeleien entstanden sind. In der Klosteranlage befinden sich heute außerdem eine kleine Kirche mit einer besonders schönen Madonnenstatue und ein Klostergarten, wo sich die stille Atmosphäre besonders gut genießen lässt. Im „Sala de Gramática“ wurde zu Ehren Ramón Llulls (ca. 1236 –1316) ein Museum eingerichtet: Dieser berühmte Mönch, Wissenschaftler, Philosoph und Dichter verbrachte zehn Jahre auf dem Berg von Randa.

In dieser Anlage ist es außerdem noch möglich, am Ordensleben teilzunehmen – so leben hier einige Franziskaner-Mönche, die offen sind und sich gerne mit Gästen unterhalten. Bis vor wenigen Jahren kümmerten sie sich auch noch alleine um den Beherbergungsbetrieb, heute stehen die Herberge und das Restaurant unter der Leitung eines Hoteliers der Insel. Die Mönche betreiben hier den Souvenirshop, wo es übrigens den nach einem Geheimrezept hergestellten Randa-Likör zu kaufen gibt, und führen durch das Klostermuseum: www.mallorcaweb.net/santdecura/index.html

Beim Koster Lluc bei Escorca handelt es sich wohl um das bekannteste Kloster Mallorca, entsprechend herrscht hier auch weniger Stille als in den anderen Klostern: Wer auch während seiner ruhigen Auszeit auf Souvenirgeschäfte, Restaurants, eine Apotheke und einen Geldautomaten nicht verzichten möchte, dem sei der Besuch in diesem Kloster empfohlen. Passend gibt es in den Zimmern, auf die die Bezeichnung Mönchszelle nicht  mehr wirklich zutrifft, Bad und Fernseher.

Die Gründung des Klosters lässt sich bis ins Jahr 1230 zurückverfolgen, damals fand ein Hirtenjunge namens Lluc (Lukas) hier eine schwarze Madonnenstatue, dreimal brachte man sie in eine nahe gelegene Kirche, immer wieder fand man sie an der Stelle des heutigen Klosters, das dann auch hier errichtet wurde. Der Wallfahrtsort ist bis heute aufgrund seines Bildnis der schwarzen Jungfrau Sommer für Sommer Anziehungspunkt für täglich mehrere Tausende Besucher. Nach Abfahrt der letzten Touristenbusse kann man allerdings auch hier die Stille und Ruhe genießen, durch die Klostergänge wandern und sich über Steinstufen hinweg zum Mysterienkreuz begeben. www.lluc.net

Im Südwesten der Tramuntana-Gebirgskette finden Urlauber, die etwas exklusiver zur Ruhe kommen möchten, eine Unterkunft. Zwischen Sóller und Deiàs befindet sich das ehemalige Kloster Son Bleda, das im 11. Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert zum heutigen Gutshaus ausgebaut wurde. Zwei Kölner erwarben es in den 90er-Jahren, nachdem es fast 40 Jahre lang leer stand und gestalteten es in ein ansprechendes, außergewöhnliches Landhotel mit besonderem Flair und luxuriösem Ambiente um. So gibt es im Sommer auf der großen Terrasse abends bei Kerzenschein klassische Livemusik und Gedichte von Rainer Maria Rilke. Entspannen kann man auch im Pool oder im schönen Klostergarten: www.sonbleda.com

Genauso exklusiv ist das Convent de la Missio, allerdings geht es hier in der Umgebung um einiges turbulenter zu: Schließlich befindet sich das Klostergebäude im Zentrum von Palma de Mallorca, in der Altstadt. So wurde das Kloster der Mission aus dem 17. Jahrhundert, das an die gleichnamige Klosterkirche grenzt, in ein puristisch eingerichtetes Designer-Hotel umgewandelt. Nächtigen kann man in einer der drei Suiten, vier Junior Suiten oder sieben Doppelzimmern. Ruhe kann man hier allerdings noch immer finden, wenn auch unter anderen Bedingungen als früher: Im Speisesaal ist eine Kunstgalerie untergebracht, die Kapelle wurde zu einem Konferenzsaal umfunktioniert und in der Küche schwingt der Sternekoch Marc Fosh den Löffel: www.conventdelamissio.com

Von Puig de Maria aus kann man in der Ferne die Halbinsel von Alcúdia erkennen; hier befindet sich ein weiteres mögliches Ziel für den Stille und Einsamkeit Suchenden: die Ermita de la Victoria, ein von Pinien umgebenes Kloster, in einer unberührten, idyllischen Berglandschaft gelegen. Über viele Jahrhunderte hinweg fanden sich hier allerdings auch weniger ruhige Zeitgenossen ein, die Kirche mit ihrer gotischen Marienstatue wurde häufig von Piraten heimgesucht – heute finden sich jedoch lediglich Wanderer und die Einsamkeit suchende Urlauber hier ein, die bestätigen können, dass man hier wirklich Zeit in einfacher, aber komfortabler Abgeschiedenheit verbringen kann.

Die kleine Einsiedelei Victoria, die ursprünglich aus dem Jahre 1694 stammte, wurde umgebaut und so gibt es auf zwei Etagen über der Kapelle zwölf kleine, allerdings durchaus komfortable Zimmer. Auch ein Restaurant mit Terrasse und beeindruckendem Meeresblick auf die Bucht von Pollença befindet sich auf dem Gelände: www.lavictoriahotel.com

Von der Ermita de la Victoria kann man übrigens auch zum 400 Meter hohen Gipfel Talaja d’Alcúdia wandern, von dort aus kann man seine Blicke bis zu den Steilklippen von Formentor und nach Menorca schweifen lassen. Auf einem anderen anspruchsvollen Wanderweg kann man zum einsamen Strand Platjes des Coll Baix kommen, zu dem man ansonsten nur per Boot gelangen kann.



http://www.conventdelamissio.com/Wer doch etwas mehr Bescheidenheit bevorzugt, der sollte sich zur Einsiedlerei Castell d’Alaró begeben: Ein Restaurant ist hier zwar auch vorhanden, jedoch kann man lediglich zu Fuß hierher gelangen. Der schwitzende Besucher aber wird  auf 822 Metern Höhe mit besonderen Panorama-Blicken bis nach Palma belohnt. Schließlich hat die Festungsruine ihren Sitz am Rande des Tramuntana-Gebirges auf dem Puig de Alaró: Die Festung gilt bis heute als einer der Symbolorte Mallorcas und zählt zu einem der ursprünglichsten Wanderziele der Insel. (Tel.: 0034/971/18 21 12)

  • Puig de María (Tel. von Deutschland: 0034/971/18 41 32, Mail: hostatgeriapuig@yahoo.es, www.mallorcaweb.net/puigdemaria). Schlichte Doppelzimmer; Preise: DZ – EUR 22,-
  • Hostatgeria Ermita de la Victòria, Alcúdia (Tel.: 0034/971/54 99 12, www.lavictoriahotel.com, www.lavictoriahotel.com). 12 Zimmer mit Bad/Zentralheizung; Preise: DZ – EUR 70,-, EZ – EUR 48,-, Frühstück/Person – EUR 8,-
  • Kloster Sant Salvador, Felanitx (Tel.: 0034/971/51 52 60, www.santsalvadorhotel.com/web_alemany/gindex2.htm). Zimmer mit WC/Dusche. DZ – EUR 68,-, EZ – EUR 45,-, Appartement/6 Pers. – EUR 112,-, Appartement/6 Pers. m. Terrasse – EUR 140,-, Frühstücksbuffet/Person – EUR 8,-
  • Santuari Nostra Senyora de Cura, Randa (Informationen zu Zimmerpreisen: Tel.: 0034/971/12 02 60, www.santuariodecura.com,  www.mallorcaweb.net/santdecura/index.html )
  • Kloster Lluc, Escorca (Tel.: 0034/971/87 15 25, www.lluc.net). Zimmer mit Bad/Zentralheizung (Mindestaufenthalt: 3 Nächte), Preise: EZ – EUR 36,-, DZ – EUR 44,-, Drei-Bett-Zimmer – EUR 38,-, Appartement/2 Pers. – EUR 50,- (Küchenausstattung/Tag: EUR 4,- + Kaution: EUR 30,-).
  • Son Bleda, Sòller (Tel.: 0034/971/63 34 68, www.sonbleda.com). Suiten für 2 Personen inkl. Frühstück ab EUR 160,-
  • Convent de la Missio, Palma de Mallorca (Tel.: 0034/971/22 73 47, www.conventdelamissio.com). DZ inkl. Frühstück ab EUR 195,-
    Castell d'Alaró (Tel.: 0034/971/18 21 12)

Mehr unter:

"Übernachten in Eremitas und Santuarios" auf reisebuch.de