Sant Elm – ruhiger Außenposten am Rand der Tramuntana

von Hartmut Ihnenfeldt

Sant Elm in der äußersten Südwestecke der Insel ist einer der attraktivsten Orte für Individualurlauber und Ausflügler. Die Ma-1030 läuft ab S’Arraco auf kurviger Route durch die Küstenberge.

Die Insel Dragonera von Sant Elm; Foto: pixabay, CC0
Die Insel Dragonera von Sant Elm; Foto: pixabay, CC0

In Sant Elm stößt man unmittelbar hinter dem Strand auf die entlang der Bucht verlaufende Küstenstraße. Gleich rechts davon befindet sich der zentrale, schattig gelegene Besucherparkplatz (Tagespauschale derzeit 6 €). Hier hält auch die Buslinie 121 von und nach Andratx, die Sant Elm ganzjährig, in der Hauptsaison deutlich häufiger, anbindet.

Der westlich anschließende, verkehrsfreie Abschnitt der Küstenstraße – die rund 300 m lange Avinguda Jaume I – bildet das infrastrukturelle Zentrum des Ortes. Hier konzentrieren sich die wenigen Geschäfte sowie mehrere Cafés und Restaurants. Abgesehen davon besteht Sant Elm überwiegend aus Sommerhäusern und den Residenzen der überschaubaren Zahl an Dauerbewohnern.

Zwischen Mai und Oktober füllt sich der Ort tagsüber – insbesondere in der Fußgängerzone, am Strand und rund um den Anleger der Dragonera-Boote. Abends kehrt rasch Ruhe ein. Außerhalb der Saison bleibt Sant Elm weitgehend sich selbst überlassen; dann trifft man vor allem Wanderer und Individualreisende.

Strand und Badeplätze

Der Strand von Sant Elm unterhalb des Hotels Universal Aquamarin gilt als besonders kinderfreundlich. Nennenswerte Brandung ist selten, da sowohl die Insel Dragonera als auch das vorgelagerte Inselchen Pantaleu die Bucht abschirmen.

An stark frequentierten Sommertagen empfiehlt sich als Alternative die felsige Cala Conills am südlichen Ortsende (links am Aquamarin vorbei bis zum Straßenende). Zwar fehlt hier ein Sandstrand, doch ermöglichen flache Felsplatten einen einfachen Einstieg ins Wasser. Die Sicht unter Wasser ist meist ausgezeichnet.

Einkehr und Restaurants

Angesichts seiner Randlage ist Sant Elm gastronomisch erstaunlich gut aufgestellt, ohne dabei kulinarische Höhenflüge zu versprechen. Die Qualität bewegt sich insgesamt auf solidem Küstenniveau.

Empfehlenswerte Adressen:

  • Restaurant Cala Conills
    Früher direkt an der gleichnamigen Bucht beheimatet, heute eingangs des Ortes gegenüber dem Strandzugang gelegen. Solide Fischküche ohne große Experimente.
    https://www.calaconills.com/
  • Cafeteria Llaut
    Gleich zu Beginn der Avinguda Jaume I. Die Betreiber führten über Jahre das Restaurant Tulipe in Camp de Mar und haben ihre französisch-schweizerisch geprägte Küche nach Sant Elm übertragen.
    https://barcafeteriallaut.makro.bar/?lang=de

Restaurants am Dragonera-Anleger (Westseite):

  • Es Raor (ehemals El Pescador)
    Umfassend modernisiert und erweitert; belegt heute nahezu die gesamte Westspitze Sant Elms mit mehreren Terrassen.
    https://esraor.es/de
  • Vista Mar
    Lange als beste Fischadresse des Ortes gehandelt. Die qualitativen Unterschiede zur Konkurrenz waren jedoch stets gering.
    https://restaurantevistamar.es
  • Na Caragola
    Hoch über dem Anleger gelegen, mit überzeugender Küche und der besten Aussicht im Ort. Für einen Drink ebenso geeignet wie für eine vollständige Mahlzeit.
    https://restaurantenacaragola.com

Bootsverkehr und Naturpark Dragonera

Im Sommer wird Sant Elm regelmäßig von Ausflugsbooten aus Port d’Andratx, Camp de Mar und Peguera angelaufen. Die Insel Dragonera selbst darf nur von autorisierten Booten direkt angefahren werden; dazu zählt die Margarita.

Die dem Südwesten Mallorcas vorgelagerte Dragonera ist ein streng geschützter Natur- und Vogelschutzpark. Die Insel misst rund 4,2 km Länge bei maximal 900 m Breite und liegt nur etwa einen Kilometer von der Punta Blanca entfernt. Ihren Namen verdankt sie den endemischen, rund zehn Zentimeter langen Eidechsen, die hier in großer Zahl leben. Auffällig sind zudem die Greifvögel; unter anderem haben sich wieder über 100 Falkenpaare angesiedelt.

Abgesehen vom geschützten Anleger an der Cala Lladó und einem kleinen Informationszentrum gibt es keinerlei Infrastruktur. Verpflegung und Wasser müssen selbst mitgebracht werden. Die Insel lässt sich auf markierten Wegen eigenständig erkunden:

  • Far de Tramuntana (1,7 km, leicht)
  • Far de Llebeig (4,2 km, befestigt)
  • Far Vell (4,5 km, anspruchsvoll; spektakuläre Steilabbrüche bis 350 m)

Einsames Baden westlich des Ortes

Folgt man der Küstenstraße westwärts, endet der Asphalt hinter den Apartments Amores am Punt Blanc. Dahinter führt ein Weg in ein Kiefernwäldchen, das von Einheimischen zum Picknicken genutzt wird. Entlang der Felsvorsprünge findet man selbst in der Hochsaison ruhige Badeplätze mit kristallklarem Wasser.

Tauchen bei Sant Elm

Die frühere Tauchschule Scuba Activa hat ihren Betrieb nach der Corona-Zeit eingestellt. Bislang gibt es in Sant Elm keinen dauerhaften Nachfolger (Stand 2026).

Wanderung nach Sa Trapa

Eine der eindrucksvollsten Wanderungen im Südwesten Mallorcas führt zum ehemaligen Trappistenkloster Sa Trapa. Die Tour ist anstrengend, aber flexibel gestaltbar und bietet weite Ausblicke über die Cala en Basset, das Meer und Dragonera.

Ausgangspunkt ist das Restaurant Es Molí Sant Elm, etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes. Über die Avinguda de sa Trapa gelangt man auf einen Schotterweg bis Can Tomevi, wo sich ein Parkplatz befindet. Von dort folgt man der roten Markierung nordwärts.

Eine kürzere Variante führt lediglich hinunter zur Cala en Basset (20–30 Minuten ab Can Tomevi). Von der Bucht ist der Aufstieg zum Torre d’en Basset gut zu finden; der Rückweg nach Sant Elm ergibt eine abwechslungsreiche Rundtour von rund 5 km.

Die vollständige Route nach Sa Trapa entspricht der ersten Hälfte der 2. Etappe des GR 221. Der Weg ist markiert, teils steinig und verlangt Trittsicherheit. Nach etwa 50–60 Minuten ab Sant Elm erreicht man den zweiten Sattel mit Blick auf das Ziel.

Der Rückweg kann alternativ über breite Karrenwege via Coll de Ses Ànimes erfolgen; einfacher, aber länger. Insgesamt beträgt die Runde rund 8,5 km bei einer Gehzeit ab 3 Stunden.

Eine Fortsetzung der Wanderung in Richtung S’Arracó oder weiter auf der 2. Etappe des GR 221 bis zum Coll de sa Gramola ist möglich, erfordert jedoch eine vorherige Organisation des Rücktransports. Linienbusse verkehren dort nicht.

Empfehlung: Die landschaftlich überzeugendste Variante ist der Start am Coll de sa Gramola. Der Blick auf Dragonera liegt dann ideal im Nachmittagslicht. Distanz ca. 7 km, Gehzeit 2–2,5 Stunden.